{"id":661,"date":"2026-09-30T04:30:19","date_gmt":"2026-09-30T04:30:19","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/peirce-sec-krypto-aufsicht-zwei-kommissare-2026\/"},"modified":"2026-09-30T04:30:19","modified_gmt":"2026-09-30T04:30:19","slug":"peirce-sec-krypto-aufsicht-zwei-kommissare-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/peirce-sec-krypto-aufsicht-zwei-kommissare-2026\/","title":{"rendered":"Peirce verl\u00e4sst die SEC: Krypto-Regeln in zwei H\u00e4nden"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 2. Oktober 2026 verl\u00e4sst Hester Peirce die US-B\u00f6rsenaufsicht SEC. F\u00fcr die meisten Sparerinnen und Sparer in Deutschland ist das eine Personalie am anderen Ende der Welt. F\u00fcr die Krypto-Branche ist es der Moment, in dem die vielleicht wichtigste regulatorische Wende der vergangenen zwei Jahre pl\u00f6tzlich auf wackligen Beinen steht. Peirce, jahrelang als <em>Crypto Mom<\/em> apostrophiert, war die lauteste und best\u00e4ndigste F\u00fcrsprecherin einer krypto-freundlichen Aufsicht in Washington. Ihr Abgang f\u00e4llt in eine Woche, in der die SEC so d\u00fcnn besetzt ist wie selten zuvor.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck bleiben zwei Kommissare, ein rund 400 Seiten starker Regelentwurf mitten in der Kommentarfrist und kein Gesetz, das die neue Linie absichert. Das im September gescheiterte Marktstruktur-Gesetz CLARITY sollte genau diesen R\u00fcckhalt liefern; es fiel im Senat durch. Was von der Reform bleibt, h\u00e4ngt nun an zwei Personen und an einem Verwaltungsverfahren, das jederzeit anders ausgehen kann, als die Branche hofft. Dieser Text ordnet ein, was am 2. Oktober wirklich passiert, warum eine SEC mit zwei Stimmen ein Problem ist und was deutsche Anlegerinnen, Anleger und Gr\u00fcnder daraus lernen sollten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Abgang der Crypto Mom: was am 2. Oktober passiert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Am Freitag, den 25. September 2026, ver\u00f6ffentlichte Hester Peirce ihr R\u00fccktrittsschreiben auf X und setzte als letzten Arbeitstag den 2. Oktober fest. Damit endet eine achtj\u00e4hrige Amtszeit: Peirce war seit Januar 2018 Kommissarin der Securities and Exchange Commission, ernannt in Trumps erster Amtszeit und danach \u00fcber die Lagergrenzen hinweg respektiert. Im November wechselt sie als Professorin an die Regent University School of Law. Der Beiname <em>Crypto Mom<\/em> haftete ihr seit Jahren an, seit sie sich 2018 \u00f6ffentlich gegen die Ablehnung eines fr\u00fchen Bitcoin-ETF-Antrags stellte und seither immer wieder f\u00fcr klare, innovationsfreundliche Regeln warb.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrem Schreiben an das Wei\u00dfe Haus nannte Peirce das Amt die gr\u00f6\u00dfte Ehre ihres Berufslebens. Sie verband den Abschied mit einem Bekenntnis zur Marktfreiheit; sinngem\u00e4\u00df \u00fcbersetzt hei\u00dft es darin: &bdquo;Eine Nation, die Gedanken-, Meinungs- und Handlungsfreiheit hochh\u00e4lt, entfesselt das gro\u00dfe Potenzial ihrer Menschen. Dieses Ethos durchzieht die amerikanischen Wertpapierm\u00e4rkte, auf denen Innovatoren und Anleger zusammenkommen, um gemeinsam eine lebendige Wirtschaft aufzubauen.&ldquo; Der Wortlaut ist dokumentiert bei <a href='https:\/\/www.crowdfundinsider.com\/2026\/09\/313060-sec-commissioner-hester-peirce-shares-departure-letter-as-she-moves-on-from-the-commission\/'>Crowdfund Insider<\/a>; das Schreiben liest sich weniger wie ein Zwischenstand als wie ein Verm\u00e4chtnis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zeitpunkt ist heikel. Peirce leitete die im Januar 2025 gegr\u00fcndete Crypto Task Force, jenes Gremium, das den gesamten Kurswechsel der Beh\u00f6rde konzipierte. Sie geht mitten in einem Verfahren, das diesen Kurswechsel erst dauerhaft machen soll, und sie geht, ohne dass ein Nachfolger benannt w\u00e4re. Damit steht nicht nur eine Person zur Debatte, sondern die Statik einer ganzen Reformarchitektur.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Von f\u00fcnf auf zwei: die SEC in Rumpfbesetzung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die SEC ist als Kollegialbeh\u00f6rde mit f\u00fcnf Kommissaren angelegt, h\u00f6chstens drei davon aus einer Partei. Nach Peirces Abgang sind nur noch zwei Sitze besetzt: Chairman Paul Atkins und Kommissar Mark Uyeda, beide Republikaner. Die zwei traditionell den Demokraten zustehenden Sitze sind seit dem Ausscheiden von Caroline Crenshaw Anfang Januar 2026 vakant; mit Peirce f\u00e4llt nun ein dritter Sitz weg. Das Wei\u00dfe Haus hat niemanden nominiert, und Best\u00e4tigungsverfahren im Senat dauern erfahrungsgem\u00e4\u00df sechs bis zw\u00f6lf Monate. Die Beh\u00f6rde k\u00f6nnte also einen Gro\u00dfteil des Jahres 2027 mit nur zwei K\u00f6pfen an der Spitze arbeiten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Handlungsunf\u00e4hig ist sie deshalb nicht. Regel 200.41 der SEC bestimmt, dass die amtierenden Mitglieder ein Quorum bilden, wenn weniger als drei Kommissare im Amt sind; ein Bundesberufungsgericht best\u00e4tigte 1996 im Fall Falcon Trading Group gegen SEC eine von nur zwei Kommissaren getroffene Entscheidung. Praktisch hei\u00dft das: Atkins und Uyeda k\u00f6nnen allein \u00fcber Enforcement-Verfahren, Vergleiche und neue Regeln entscheiden. Die Kanzlei <a href='https:\/\/www.hklaw.com\/en\/insights\/publications\/2026\/07\/low-tide-at-the-sec-from-five-commissioners-to-two'>Holland &amp; Knight<\/a> beschrieb die Konstellation schon im Sommer als Niedrigwasser der Beh\u00f6rde: rechtlich zul\u00e4ssig, aber politisch heikel, weil Grundsatzentscheidungen erstmals ohne jede Beteiligung eines Vertreters der Minderheitspartei fallen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Sitz<\/th><th>Person<\/th><th>Status ab 2. Oktober 2026<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Chairman<\/td><td>Paul Atkins<\/td><td>im Amt (seit April 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Kommissar<\/td><td>Mark Uyeda<\/td><td>im Amt<\/td><\/tr><tr><td>Kommissarin<\/td><td>Hester Peirce<\/td><td>Abgang am 2. Oktober 2026<\/td><\/tr><tr><td>Sitz (Minderheit)<\/td><td>vakant<\/td><td>frei seit Januar 2026 (Crenshaw)<\/td><\/tr><tr><td>Sitz (Minderheit)<\/td><td>vakant<\/td><td>unbesetzt, keine Nominierung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Zusammensetzung der SEC nach dem 2. Oktober 2026. Quelle: SEC, Medienberichte.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Peirces Erbe: die Task Force und der Kurswechsel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, was mit Peirces Abgang auf dem Spiel steht, lohnt der Blick zur\u00fcck auf den Bruch von Anfang 2025. Nach dem Regierungswechsel kassierte die Beh\u00f6rde binnen Wochen die umstrittene Bilanzierungsvorgabe SAB 121, gr\u00fcndete am 21. Januar 2025 die Crypto Task Force unter Peirces Leitung und stellte reihenweise Verfahren ein, die ihr Vorg\u00e4nger Gary Gensler angesto\u00dfen hatte. Aus einer Aufsicht, die Krypto vor allem \u00fcber Registrierungspflichten in den Griff bekommen wollte, wurde eine Beh\u00f6rde, die lieber Regeln schreibt als Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle erklagt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Peirce war die intellektuelle Architektin dieses Umbaus. Ihre Task Force veranstaltete Runde Tische, sammelte Eingaben aus der Branche und legte die Grundlagen f\u00fcr das, was Chairman Atkins sp\u00e4ter unter dem Etikett Project Crypto b\u00fcndelte. Schon in einer Grundsatzerkl\u00e4rung vom Mai 2025 hatte Peirce festgehalten, dass das Bereitstellen von Netzwerksicherheit durch Staking kein Wertpapiergesch\u00e4ft sei; ihr Motto, sinngem\u00e4\u00df &bdquo;Sicherheit zu liefern ist kein Wertpapier&ldquo;, wurde zur Leitlinie der neuen \u00c4ra. Chairman Atkins fasste die Philosophie im M\u00e4rz 2026 in einen Satz: Aufsichtsbeh\u00f6rden seien dazu da, wie er es formulierte, &bdquo;klare Linien in klaren Worten zu ziehen&ldquo; (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2026-30-sec-clarifies-application-federal-securities-laws-crypto-assets'>SEC-Mitteilung 2026-30<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Haken: Fast alles davon steht auf dem weichen Boden von Verwaltungshandeln. Stellungnahmen des Fachpersonals, Auslegungsschreiben und Task-Force-Papiere sind nicht bindend, kein Gericht ist an sie gebunden, und eine k\u00fcnftige Kommission kann sie mit derselben Leichtigkeit zur\u00fccknehmen, mit der diese sie erlassen hat. Genau deshalb sollte aus der Verwaltungslinie verbindliches Recht werden, und genau dieser Schritt h\u00e4ngt jetzt in der Luft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulation Crypto Assets: 400 Seiten in der Schwebe<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herzst\u00fcck der Verrechtlichung hei\u00dft Regulation Crypto Assets. Am 18. August 2026 stellte die SEC den Entwurf vor (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2026-76-sec-proposes-new-regulation-crypto-assets'>Mitteilung 2026-76<\/a>), kurz darauf erschien er im Federal Register. Auf rund 400 Seiten schafft er drei Dinge: zwei neue Ausnahmen von der Registrierungspflicht, einen Safe Harbor und einen Vorrang vor dem Wertpapierrecht der einzelnen Bundesstaaten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Ausnahme erlaubt Kapitalaufnahmen bis f\u00fcnf Millionen US-Dollar \u00fcber vier Jahre, die zweite bis 75 Millionen US-Dollar je Zw\u00f6lfmonatszeitraum, jeweils mit krypto-spezifischen Offenlegungspflichten. Der &bdquo;Safe Harbor&ldquo; erkl\u00e4rt bestimmte Token unter definierten Bedingungen f\u00fcr nicht dem Investment-Contract-Test unterworfen, und zwar so, dass ein anf\u00e4nglicher Wertpapiercharakter eines Tokens sp\u00e4ter formell enden kann, sobald die Versprechen der Emittenten erf\u00fcllt oder aufgegeben sind. Der dritte Baustein verdr\u00e4ngt die Registrierungsauflagen der Bundesstaaten f\u00fcr Angebote und bestimmte Sekund\u00e4rmarktgesch\u00e4fte unter den neuen Ausnahmen. Was hier passiert, hat HOGE Wire bereits im Detail zerlegt: siehe die Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-krypto-regelbuch-2026-kein-gesetz\/'>Das SEC-Krypto-Regelbuch: 400 Seiten, aber kein Gesetz<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Punkt f\u00fcr diese Woche: Das Verfahren ist nicht abgeschlossen. Die Kommentarfrist l\u00e4uft 60 Tage nach der Ver\u00f6ffentlichung im Federal Register, also bis zum 20. Oktober 2026. Danach muss die Kommission die Eingaben auswerten, den Entwurf wom\u00f6glich \u00e4ndern und f\u00f6rmlich abstimmen. Mit einer endg\u00fcltigen Regel ist kaum vor 2027 zu rechnen, und sie kann deutlich anders aussehen als der Entwurf. Peirce, die treibende Kraft hinter dem Projekt, ist zu diesem Zeitpunkt l\u00e4ngst weg.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Konsens oder Stillstand: warum zwei Stimmen die Reform gef\u00e4hrden<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Kommission mit zwei Mitgliedern kennt nur zwei Ergebnisse: Einigkeit oder Blockade. Solange Atkins und Uyeda einer Meinung sind, l\u00e4uft die Maschine; sobald sie bei einer zentralen Bestimmung auseinanderliegen, steht sie. Ein drittes Votum, das eine Pattsituation aufl\u00f6sen k\u00f6nnte, gibt es nicht. Finden die beiden bei der finalen Fassung von Regulation Crypto Assets keinen gemeinsamen Nenner, droht das Regelwerk auf unbestimmte Zeit h\u00e4ngenzubleiben, mitsamt allen Erwartungen, die die Branche darauf gesetzt hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt der inhaltliche Verlust. Peirce war innerhalb der Beh\u00f6rde die Stimme, die am weitesten in Richtung Branche ging. Das Fachportal <a href='https:\/\/crypto.news\/hester-peirces-exit-puts-the-secs-unfinished-crypto-agenda-in-two-hands\/'>crypto.news<\/a> beschreibt, wie die unerledigte Krypto-Agenda nun in zwei H\u00e4nden liegt; ohne ihre F\u00fcrsprache k\u00f6nnten die gro\u00dfz\u00fcgigen Ausnahmen im finalen Text enger gefasst oder ganz gestrichen werden. Die Branche verliert also nicht nur eine Stimme, sondern ihre einflussreichste interne Verb\u00fcndete, ausgerechnet in dem Moment, in dem \u00fcber die Details entschieden wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Emittenten und Handelspl\u00e4tze bedeutet das planerische Unsicherheit. Wer eine Kapitalaufnahme oder ein Token-Listing auf den kommenden Safe Harbor ausrichtet, plant auf einer Grundlage, die es rechtsverbindlich noch nicht gibt und die von zwei Personen abh\u00e4ngt. Das ist kein hypothetisches Risiko: Ein Verwaltungsverfahren lebt von Mehrheiten, und Mehrheiten sind bei einem Gremium aus zwei Personen definitionsgem\u00e4\u00df fragil.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Kein Gesetz hinter den Regeln: das CLARITY-Aus<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der ganze Vorgang h\u00e4tte ein festes Fundament haben sollen. Der CLARITY Act, das gro\u00dfe US-Gesetz zur Marktstruktur, sollte die Zust\u00e4ndigkeiten zwischen der SEC und der Terminmarktaufsicht CFTC gesetzlich verteilen und dem regulatorischen Kurswechsel den Rang eines Bundesgesetzes geben. Am 15. September 2026 scheiterte im Senat die entscheidende Verfahrensabstimmung mit 49 zu 50 Stimmen; die f\u00fcr das Ende der Blockade n\u00f6tigen 60 Stimmen kamen nicht zusammen (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/15\/senate-cloture-vote-on-clarity-act-fails-dealing-regulatory-setback-to-crypto-industry.html'>CNBC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gestritten wurde am Ende nicht \u00fcber die eigentliche Aufteilung zwischen SEC und CFTC, sondern \u00fcber Ethikregeln f\u00fcr Amtstr\u00e4ger und deren Krypto-Gesch\u00e4fte. Eine kurzfristig eingef\u00fcgte Versch\u00e4rfung sollte demokratische Bedenken ausr\u00e4umen, brachte aber keine Mehrheit. Der Befund der Beobachter ist eindeutig: Auf absehbare Zeit ist das Gesetz tot, ein neuer Anlauf gilt vor den n\u00e4chsten gro\u00dfen Wahlzyklen als unwahrscheinlich.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit bleibt die gesamte Neuordnung Verwaltungsrecht: Regeln, die eine Beh\u00f6rde erl\u00e4sst und die eine andere F\u00fchrung wieder einkassieren kann. Der Kontrast zu Europa ist an dieser Stelle scharf. Die EU-Verordnung MiCA ist geltendes Recht, unmittelbar anwendbar und nicht vom Wohlwollen einzelner Amtstr\u00e4ger abh\u00e4ngig; die Debatte dort dreht sich um die Auslegung, nicht um die Existenz der Regeln, wie sich am <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/stablecoin-reserven-2026-mica-genius-reservestreit\/'>Streit um MiCA und den GENIUS Act bei Stablecoin-Reserven<\/a> gut ablesen l\u00e4sst.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Trump gegen Slaughter: die Frage der Unabsetzbarkeit<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt eine zweite, tiefere Schicht der Unsicherheit, und sie hat mit einem Urteil zu tun, das auf den ersten Blick nichts mit Krypto zu tun hat. Am 29. Juni 2026 hob der Oberste Gerichtshof im Fall Trump gegen Slaughter mit sechs zu drei Stimmen den Pr\u00e4zedenzfall Humphrey&#8217;s Executor aus dem Jahr 1935 auf (<a href='https:\/\/decrypt.co\/372342\/supreme-court-trump-fire-sec-cftc-commissioners-crucial-moment-crypto'>Decrypt<\/a>). Seither darf der Pr\u00e4sident die Spitzen unabh\u00e4ngiger Beh\u00f6rden, die exekutive Aufgaben wie Regelsetzung und Sanktionen wahrnehmen, faktisch nach Belieben abberufen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Formal war es ein Fall zur Handelsaufsicht FTC, doch die Logik trifft SEC und CFTC gleicherma\u00dfen. Kurzfristig \u00e4ndert sich wenig, weil Atkins und Uyeda die Linie des Wei\u00dfen Hauses ohnehin teilen. Strukturell aber f\u00e4llt damit genau jene Schutzschicht weg, die den Kurswechsel dauerhaft erscheinen lie\u00df. Eine unabh\u00e4ngige Beh\u00f6rde, deren F\u00fchrung jederzeit ausgetauscht werden kann, ist weniger ein Fels in der Brandung als ein Spiegel der jeweiligen Regierung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Krypto-Branche ist das eine zweischneidige Nachricht. Solange die aktuelle Regierung wohlgesonnen ist, beschleunigt der Wegfall der Schutzschicht die freundliche Politik. Kippt die Mehrheit, kann eine neue F\u00fchrung die heutigen Zugest\u00e4ndnisse ebenso schnell zur\u00fcckdrehen. Verl\u00e4sslichkeit sieht anders aus, und genau diese Verl\u00e4sslichkeit ist es, die institutionelle Anleger vor gr\u00f6\u00dferen Engagements suchen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Zahlen: wie stark das Enforcement geschrumpft ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie tief der Bruch geht, zeigt die Statistik. Nach Daten von <a href='https:\/\/www.cornerstone.com\/insights\/press-releases\/sec-cryptocurrency-enforcement-declined-atkins-administration\/'>Cornerstone Research<\/a> leitete die SEC 2025 nur noch 13 krypto-bezogene Verfahren ein, ein Minus von 60 Prozent gegen\u00fcber 33 Verfahren im Jahr 2024 und der niedrigste Stand seit 2017. F\u00fcnf dieser 13 F\u00e4lle stammten noch aus Genslers Amtszeit vor dessen Abgang im Januar, nur acht wurden unter Atkins begonnen, und diese acht enthielten ausnahmslos Betrugsvorw\u00fcrfe. Die verh\u00e4ngten Geldbu\u00dfen sanken auf 142 Millionen US-Dollar, weniger als drei Prozent des Vorjahreswerts.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im historischen Vergleich wird die Wende noch deutlicher. Unter Gensler z\u00e4hlte Cornerstone rund 125 krypto-bezogene Verfahren mit gut sechs Milliarden US-Dollar an Sanktionen, unter dessen Vorg\u00e4nger Jay Clayton 70 Verfahren mit rund anderthalb Milliarden US-Dollar. Von den 29 im Jahr 2025 abgeschlossenen Verfahren stellte die SEC unter Atkins allein sieben ein. Die folgende Tabelle fasst die Entwicklung zusammen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>\u00c4ra<\/th><th>Zeitraum<\/th><th>Krypto-Verfahren<\/th><th>Sanktionen (US-Dollar)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Jay Clayton<\/td><td>2017 bis 2020<\/td><td>ca. 70<\/td><td>ca. 1,5 Mrd.<\/td><\/tr><tr><td>Gary Gensler<\/td><td>2021 bis 2024<\/td><td>ca. 125<\/td><td>ca. 6 Mrd.<\/td><\/tr><tr><td>Paul Atkins (2025)<\/td><td>ab 2025<\/td><td>8 von 13 unter Atkins<\/td><td>142 Mio. (Gesamtjahr)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Krypto-Enforcement der SEC im \u00c4ra-Vergleich. Quelle: Cornerstone Research.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die eingestellten Verfahren: eine Bilanz der R\u00fcckz\u00fcge<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter den nackten Zahlen steht eine Reihe prominenter R\u00fcckz\u00fcge. Im Fr\u00fchjahr 2025 beendete die SEC praktisch alle gro\u00dfen Registrierungsverfahren gegen etablierte Krypto-Firmen, die ihr Vorg\u00e4nger als Speerspitze seiner Kampagne gef\u00fchrt hatte. Den Auftakt machte die Einstellung des Verfahrens gegen die B\u00f6rse Coinbase (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2025-47'>SEC-Mitteilung 2025-47<\/a>). Die folgende \u00dcbersicht nennt die wichtigsten F\u00e4lle.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Coinbase:<\/strong> Ende Februar 2025 einvernehmlich eingestellt; die B\u00f6rse hatte stets erkl\u00e4rt, das Verfahren h\u00e4tte nie erhoben werden d\u00fcrfen.<\/li><li><strong>Kraken, ConsenSys und Cumberland DRW:<\/strong> alle drei am 27. M\u00e4rz 2025 mit Wirkung f\u00fcr die Zukunft (with prejudice) fallengelassen.<\/li><li><strong>Binance:<\/strong> Ende Mai 2025 endg\u00fcltig eingestellt, mehr als zwei Jahre nach der urspr\u00fcnglichen Klage.<\/li><li><strong>Ripple:<\/strong> keine Einstellung, aber ein Schlussstrich; beide Seiten zogen im August 2025 ihre Berufungen zur\u00fcck, die 2024 verh\u00e4ngte Strafe von gut 125 Millionen US-Dollar f\u00fcr institutionelle Verk\u00e4ufe blieb bestehen.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel schloss die Beh\u00f6rde eine ganze Reihe von Ermittlungen ohne Anklage, darunter gegen Handelspl\u00e4tze und Protokolle wie Robinhood, Uniswap Labs, OpenSea und Gemini. Das Muster ist klar: Die Theorie, wonach fast jeder Token-Handel ein nicht registriertes Wertpapiergesch\u00e4ft sei, ist Geschichte. An ihre Stelle tritt eine engere, gerichtsfestere Auswahl an F\u00e4llen, die sich um konkreten Anlegerschaden drehen. Peirces Handschrift ist auch hier zu erkennen: Sie hatte die alte Registrierungstheorie stets als Regieren durch Enforcement kritisiert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Betrug bleibt strafbar: der harte Kern lebt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer aus dem R\u00fcckzug bei den Registrierungsf\u00e4llen schlie\u00dft, die SEC habe die Krypto-Aufsicht aufgegeben, irrt. Der Betrugsteil des Enforcements l\u00e4uft weiter, und zwar mit frischen F\u00e4llen. Am 29. September 2026, nur einen Tag vor Peirces letzter Arbeitswoche, verklagte die Beh\u00f6rde vier Gesellschaften wegen mutma\u00dflichen Krypto- und KI-Anlagebetrugs \u00fcber zusammen mehr als 15 Millionen US-Dollar (<a href='https:\/\/www.cryptotimes.io\/2026\/09\/30\/sec-charges-entities-over-alleged-15m-crypto-and-ai-investment-fraud\/'>The Crypto Times<\/a>). Laut Klage sollen die Cryptoaiml-Firmen \u00fcber 12,5 Millionen US-Dollar von mehr als 300 Anlegern eingesammelt haben, indem sie in WhatsApp-Gruppen angebliche KI-Handelssignale mit einer Trefferquote von 98 Prozent bewarben; die TSAI-Firmen sollen rund 2,8 Millionen US-Dollar von etwa 1.715 Anlegern erbeutet haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Solche F\u00e4lle sind kein Ausrei\u00dfer. Im August ging die SEC gegen 38 Gesellschaften vor, die mit gef\u00e4lschten Angaben in Aufsichtsformularen seri\u00f6s erscheinen wollten. Und der spektakul\u00e4rste Betrugsfall der j\u00fcngeren Krypto-Geschichte fand erst im Dezember 2025 seinen Abschluss: Do Kwon, Mitgr\u00fcnder von Terraform Labs, wurde am 11. Dezember 2025 zu 15 Jahren Haft verurteilt, mehr als die von der Anklage geforderten zw\u00f6lf Jahre (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2025\/12\/10\/terraform-s-do-kwon-sentenced-to-15-years-in-prison-for-fraud'>CoinDesk<\/a>). Der Kollaps von TerraUSD und Luna hatte im Mai 2022 rund 40 Milliarden US-Dollar vernichtet; zivilrechtlich hatten Kwon und Terraform sich zuvor mit der SEC auf ein Paket von rund 4,55 Milliarden US-Dollar geeinigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die operative Basis dieser Arbeit ist die Cyber and Emerging Technologies Unit (CETU), die die alte Krypto-Sondereinheit ersetzte und sich auf Betrug statt auf Registrierungstheorien konzentriert. Wichtig f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Mechanik: Seit dem Urteil des Supreme Court im Fall Jarkesy von 2024 muss die SEC Betrugsverfahren, in denen sie Geldstrafen verlangt, vor ordentlichen Gerichten mit Geschworenen f\u00fchren, nicht mehr in eigenen Verwaltungsverfahren. Das macht jeden Fall aufwendiger und erkl\u00e4rt mit, warum die Beh\u00f6rde ihre Kr\u00e4fte auf klare, beweisbare Betrugsf\u00e4lle b\u00fcndelt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was der Umbruch f\u00fcr deutsche Anleger und Gr\u00fcnder hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Leserinnen und Leser in Deutschland hat der Vorgang zwei Seiten. Die erste ist eine Lektion \u00fcber Verl\u00e4sslichkeit. W\u00e4hrend Washington seine Krypto-Ordnung an zwei Personen, eine Kommentarfrist und ein gekipptes Gesetz kn\u00fcpft, gilt in der EU seit Langem die Verordnung MiCA als unmittelbares Recht. In Deutschland hat der Gesetzgeber sie mit dem Finanzmarktdigitalisierungsgesetz (FinmadiG) und dem darin geschaffenen Kryptom\u00e4rkteaufsichtsgesetz (KMAG) flankiert; die \u00dcbergangsfrist endete am 1. Juli 2026, seither braucht jeder Krypto-Dienstleister eine MiCAR-Erlaubnis der BaFin. Wer die deutsche Ordnung mit der amerikanischen vergleicht, sieht den Unterschied zwischen Gesetz und Verwaltungslinie in Reinform (die Grundlagen erkl\u00e4rt die BaFin in ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Seite betrifft den Verbraucherschutz. Krypto-Guthaben f\u00e4llt nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung, die Bankeinlagen bis 100.000 Euro sch\u00fctzt; wer Token bei einer Plattform h\u00e4lt, tr\u00e4gt das Ausfallrisiko selbst. Eine BaFin-Umfrage vom August 2026 zeigte zugleich, wie gro\u00df die Wissensl\u00fccken sind: Mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland halten Krypto, doch 54 Prozent glaubten f\u00e4lschlich, Bitcoin sch\u00fctze vor Inflation. Christian Bock, bei der BaFin f\u00fcr den Verbraucherschutz zust\u00e4ndig, mahnte: &bdquo;Umso wichtiger ist es, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Produkte genau kennen, um Chancen und Risiken abw\u00e4gen zu k\u00f6nnen.&ldquo; Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 74.000 Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>) ist das keine akademische Frage; welche <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-kostenbasis-zonen-kurs-q4-2026\/'>Kostenbasis-Zonen den Kurs<\/a> ins vierte Quartal tragen, entscheidet \u00fcber reale Gewinne und Verluste.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Gr\u00fcnder? F\u00fcr ein deutsches Krypto-Start-up, das den US-Markt anpeilt, klingen ein Safe Harbor und die Verdr\u00e4ngung des Flickenteppichs einzelstaatlicher Regeln zun\u00e4chst verlockend. Doch solange die Regel nicht final ist und ihre Dauerhaftigkeit an der politischen Gro\u00dfwetterlage h\u00e4ngt, bleibt sie ein Versprechen, kein Fundament. Wer parallel in der EU \u00fcber eine Stablecoin- oder CASP-Lizenz nachdenkt, findet dort einen langsameren, aber berechenbareren Pfad; wie der aussieht, zeigt der \u00dcberblick <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/stablecoin-lizenz-2026-mica-bafin-genius-act\/'>Stablecoin-Lizenz 2026: der Weg durch MiCA und GENIUS Act<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Fahrplan bis 2027<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die kommenden Monate sind ein Gedr\u00e4nge aus Fristen und Personalfragen. Der 2. Oktober markiert Peirces Abgang, der 20. Oktober das Ende der Kommentarfrist, und ab dann beginnt das eigentliche Ringen um den finalen Text. Die folgende \u00dcbersicht zeigt die wichtigsten Wegmarken.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Termin<\/th><th>Ereignis<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>2. Oktober 2026<\/td><td>Hester Peirce verl\u00e4sst die SEC; nur noch zwei Kommissare im Amt<\/td><\/tr><tr><td>20. Oktober 2026<\/td><td>Ende der Kommentarfrist zu Regulation Crypto Assets<\/td><\/tr><tr><td>ab November 2026<\/td><td>Auswertung der Eingaben, m\u00f6gliche \u00dcberarbeitung des Entwurfs<\/td><\/tr><tr><td>fr\u00fchestens 2027<\/td><td>m\u00f6gliche Verabschiedung der endg\u00fcltigen Regel<\/td><\/tr><tr><td>Verlauf 2027<\/td><td>SEC arbeitet voraussichtlich weiter mit nur zwei Kommissaren, bis ein Nachfolger best\u00e4tigt ist<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Wichtige Wegmarken f\u00fcr die US-Krypto-Regulierung. Quelle: SEC, Federal Register, Medienberichte.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Drei Fragen entscheiden \u00fcber den Ausgang. Erstens: Ziehen Atkins und Uyeda beim finalen Text an einem Strang, oder blockiert eine Meinungsverschiedenheit das Verfahren? Zweitens: Wen nominiert das Wei\u00dfe Haus, und wie schnell best\u00e4tigt der Senat, damit die Kommission wieder handlungsf\u00e4higer wird? Drittens: H\u00e4lt die politische Mehrheit, auf der die freundliche Linie ruht, oder dreht ein k\u00fcnftiger Wechsel sie zur\u00fcck? F\u00fcr Anleger hei\u00dft das: Die Richtung stimmt aus Branchensicht, doch es ist die Statik, die tr\u00e4gt oder eben nicht. Wer die Marktreaktion darauf verfolgen will, findet den n\u00f6tigen Kontext in unserer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-volatilitaetsklemme-q4-ausbruch-2026\/'>Bitcoin-Volatilit\u00e4tsklemme vor dem vierten Quartal<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Wann verl\u00e4sst Hester Peirce die SEC?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Hester Peirce hat ihr R\u00fccktrittsschreiben am 25. September 2026 ver\u00f6ffentlicht und scheidet am 2. Oktober 2026 aus der SEC aus. Nach acht Jahren als Kommissarin wechselt sie im November 2026 als Professorin an die Regent University School of Law.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Kann die SEC mit nur zwei Kommissaren Entscheidungen treffen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Nach Regel 200.41 der SEC bilden die amtierenden Mitglieder ein Quorum, wenn weniger als drei Kommissare im Amt sind; ein Bundesgericht best\u00e4tigte das 1996. Chairman Atkins und Kommissar Uyeda k\u00f6nnen also \u00fcber Enforcement, Vergleiche und Regeln entscheiden, allerdings ohne Beteiligung eines Vertreters der Minderheitspartei.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist Regulation Crypto Assets und wann kommt die Regel?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulation Crypto Assets ist der rund 400 Seiten starke SEC-Entwurf vom August 2026 mit zwei Registrierungsausnahmen, einem Safe Harbor und einem Vorrang vor einzelstaatlichem Recht. Die Kommentarfrist endet am 20. Oktober 2026, mit einer endg\u00fcltigen Regel wird nicht vor 2027 gerechnet.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist der CLARITY Act gescheitert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Verfahrensabstimmung im Senat fiel am 15. September 2026 mit 49 zu 50 Stimmen durch; Streitpunkt waren Ethikregeln f\u00fcr Amtstr\u00e4ger, nicht die Aufteilung zwischen SEC und CFTC. Ohne dieses Gesetz bleibt die US-Krypto-Ordnung Verwaltungsrecht, das eine k\u00fcnftige Beh\u00f6rdenf\u00fchrung zur\u00fccknehmen kann.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet der Umbruch f\u00fcr Anleger in Deutschland?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als in den USA ist die EU-Verordnung MiCA unmittelbar geltendes Recht, in Deutschland flankiert durch KMAG und BaFin-Aufsicht. Krypto-Guthaben f\u00e4llt aber nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro, sodass Anleger das Plattformrisiko selbst tragen.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wann verl\u00e4sst Hester Peirce die SEC?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Hester Peirce hat ihr R\u00fccktrittsschreiben am 25. September 2026 ver\u00f6ffentlicht und scheidet am 2. Oktober 2026 aus der SEC aus. Nach acht Jahren als Kommissarin wechselt sie im November 2026 als Professorin an die Regent University School of Law.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Kann die SEC mit nur zwei Kommissaren Entscheidungen treffen?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Ja. Nach Regel 200.41 der SEC bilden die amtierenden Mitglieder ein Quorum, wenn weniger als drei Kommissare im Amt sind; ein Bundesgericht best\u00e4tigte das 1996. 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