{"id":663,"date":"2026-09-30T22:30:30","date_gmt":"2026-09-30T22:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-riot-mining-ki-vergleich-2026\/"},"modified":"2026-09-30T22:30:30","modified_gmt":"2026-09-30T22:30:30","slug":"marathon-riot-mining-ki-vergleich-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-riot-mining-ki-vergleich-2026\/","title":{"rendered":"Marathon gegen Riot: zwei Wege vom Mining in die KI"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Jahrelang standen zwei Namen an der Spitze jeder Liste b\u00f6rsennotierter Bitcoin-Miner: Marathon, seit dem Rebranding 2024 als MARA Holdings firmierend, und Riot Platforms, das aus Riot Blockchain hervorging. Beide begannen als reine Rechenfabriken, die Strom in SHA-256-Hashes und Hashes in Bitcoin verwandelten. Ende September 2026 steuern sie in entgegengesetzte Richtungen, und die B\u00f6rse bewertet diese Richtungen sehr unterschiedlich.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pointe steckt in den Marktkapitalisierungen. MARA f\u00f6rdert mehr Bitcoin, betreibt die gr\u00f6\u00dfere Hashrate und sitzt auf dem mit Abstand gr\u00f6\u00dften Bitcoin-Bestand seiner Vergleichsgruppe. Trotzdem ist Riot an der B\u00f6rse rund 6,67 Mrd. Euro wert (7,56 Mrd. USD), fast drei Viertel mehr als MARA mit rund 3,85 Mrd. Euro (4,37 Mrd. USD), wie die <a href='https:\/\/stockanalysis.com\/stocks\/riot\/market-cap\/'>B\u00f6rsendaten zum Quartalsende<\/a> zeigen. Der Grund l\u00e4sst sich in einem Wort zusammenfassen: K\u00fcnstliche Intelligenz.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Vergleich nimmt die beiden Schwergewichte entlang der Linien auseinander, die 2026 wirklich z\u00e4hlen: die Quartalszahlen, die zwei gegens\u00e4tzlichen KI-Strategien, den Bitcoin-Schatz als Waffe und als Ballast, die Frage nach der Netzwerksicherheit und schlie\u00dflich das, was der Umbau f\u00fcr Anlegerinnen und Anleger im deutschsprachigen Raum bedeutet.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Zwei Miner, zwei Strategien: warum der Vergleich 2026 z\u00e4hlt<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis vor Kurzem war die Rangliste der Miner simpel: Wer die meiste Hashrate installierte und die g\u00fcnstigsten Maschinen betrieb, gewann. 2026 gilt diese Logik nicht mehr. Der eigentlich knappe Rohstoff ist nicht der ASIC, sondern der genehmigte, ans Netz angeschlossene Strom. Genau dar\u00fcber verf\u00fcgen die gro\u00dfen Miner in Gigawatt-Gr\u00f6\u00dfe, und genau das brauchen die KI-Labore der Welt so schnell wie m\u00f6glich.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dieser Erkenntnis sind zwei Gesch\u00e4ftsmodelle entstanden. Riot verwandelt seine Stromkapazit\u00e4t in einen Mietvertrag: Der Konzern baut Rechenzentren und vermietet sie langfristig an KI-Kunden, \u00e4hnlich einem Betreiber von Gewerbeimmobilien. MARA geht den umgekehrten Weg und will die Rechenleistung selbst besitzen und betreiben, von der Bitcoin-Farm \u00fcber die KI-Inferenz bis zur eigenen Stromerzeugung. Beide wetten auf dieselbe Knappheit, monetarisieren sie aber gegens\u00e4tzlich.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Analystenspruch der Saison lautet \u201eFollow the gigawatts&#8221;, und er beschreibt exakt diesen Wettlauf. Wer Strom hat, h\u00e4lt 2026 die Tr\u00fcmpfe. Die einzige Frage ist, ob man sie als Vermieter oder als Betreiber ausspielt. MARA und Riot geben darauf zwei entgegengesetzte Antworten, und beide sind vertretbar.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Die Ausgangslage: wer ist MARA, wer ist Riot?<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MARA Holdings, gef\u00fchrt von Chairman und CEO Fred Thiel, hie\u00df bis 2024 Marathon Digital Holdings; viele Marktteilnehmer sagen bis heute schlicht \u201eMarathon&#8221;. Der Konzern ist der gr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Bitcoin-Produzent gemessen an der Hashrate und meldete f\u00fcr das zweite Quartal 2026 eine energisierte Rechenleistung von 70,3 Exahash pro Sekunde, ein Plus von 22 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. MARA ist zudem vertikal integriert: Das Unternehmen investiert in eigene Stromerzeugung, Immersionsk\u00fchlung und seit Anfang 2026 in KI-Infrastruktur.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riot Platforms, gef\u00fchrt von CEO Jason Les und Executive Chairman Benjamin Yi, entstand aus Riot Blockchain. Der Konzern betreibt zwei gro\u00dfe Standorte in Texas, Rockdale und Corsicana, dazu eine Anlage in Kentucky, und verf\u00fcgt \u00fcber rund 1,7 Gigawatt genehmigte Stromkapazit\u00e4t. Im zweiten Quartal 2026 lag Riots eingesetzte Hashrate bei 44,4 EH\/s, was etwa 4,6 Prozent des globalen Netzwerks entsprach. Riot baut sein Gesch\u00e4ft konsequent zum Rechenzentrums-Vermieter um.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Titel sind an der Nasdaq notiert und lassen sich auch \u00fcber deutsche Handelspl\u00e4tze wie Frankfurt oder Tradegate handeln; MARA taucht dort unter dem K\u00fcrzel M44 auf. Das klingt zun\u00e4chst nach zwei \u00e4hnlichen Firmen mit \u00e4hnlichem Gesch\u00e4ft. Ihre j\u00fcngsten Quartalszahlen zeigen jedoch, wie weit sie sich bereits auseinanderentwickelt haben.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Das Quartal der roten Zahlen: Q2 2026 im direkten Vergleich<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zweite Quartal 2026 war f\u00fcr die gesamte Branche hart. Bitcoin fiel bis zum 30. Juni auf einen Schlusskurs von 58.527 US-Dollar (gut 51.000 Euro), weit entfernt von den sp\u00e4teren H\u00f6chstst\u00e4nden. Beide Konzerne schrieben rote Zahlen, aber aus sehr unterschiedlichen Gr\u00fcnden.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MARA meldete einen Umsatz von rund 154 Mio. Euro (174,9 Mio. USD), ein Minus von 27 Prozent, und einen Nettoverlust von rund 539 Mio. Euro (611,3 Mio. USD). Davon entfielen rund 303 Mio. Euro (343 Mio. USD) auf eine nicht zahlungswirksame Neubewertung des Bitcoin-Bestands, also einen reinen Buchverlust aus dem gefallenen Kurs, <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/mining\/mara-q2-2026-loss-bitcoin-nydig\/'>wie eine Analyse der Zahlen zeigt<\/a>. Das bereinigte EBITDA rutschte auf minus 318 Mio. Euro.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riot kam auf einen fast identischen Umsatz von rund 154 Mio. Euro (174,2 Mio. USD), allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen bei der Entwicklung: Die Erl\u00f6se stiegen gegen\u00fcber dem Vorjahr, w\u00e4hrend der Nettoverlust mit rund 209 Mio. Euro (237,2 Mio. USD) deutlich kleiner ausfiel als bei MARA, <a href='https:\/\/www.riotplatforms.com\/riot-platforms-reports-second-quarter-2026-financial-results-and-strategic-highlights\/'>wie der Quartalsbericht ausweist<\/a>. Der Grund ist aufschlussreich: Riots Mining-Umsatz sank zwar um 19 Prozent auf rund 100 Mio. Euro, doch das Data-Center-Segment (rund 20 Mio. Euro) und vor allem das Ingenieursgesch\u00e4ft (rund 33 Mio. Euro, mehr als das Dreifache des Vorjahres) hielten den Gesamtumsatz oben.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zentrale Lehre aus der folgenden Tabelle: Zwei nahezu gleiche Umsatzzahlen entstehen auf entgegengesetzten Wegen. Riots Diversifikation st\u00fctzt bereits die Erl\u00f6sseite, w\u00e4hrend MARAs mininglastiges Modell mit dem Bitcoin-Preis schrumpft. Und MARAs viel gr\u00f6\u00dferer Verlust ist kein operatives Desaster, sondern die Kehrseite seines riesigen Bitcoin-Schatzes.<\/p>\n\n<figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl (Q2 2026)<\/th><th>MARA Holdings<\/th><th>Riot Platforms<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hashrate<\/td><td>70,3 EH\/s<\/td><td>44,4 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin gef\u00f6rdert<\/td><td>2.422 BTC<\/td><td>1.587 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Umsatz<\/td><td>rund 154 Mio. Euro (174,9 Mio. USD)<\/td><td>rund 154 Mio. Euro (174,2 Mio. USD)<\/td><\/tr><tr><td>Nettoergebnis<\/td><td>minus 539 Mio. Euro (611 Mio. USD)<\/td><td>minus 209 Mio. Euro (237 Mio. USD)<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Bestand<\/td><td>35.577 BTC<\/td><td>11.380 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Marktkapitalisierung (30.9.)<\/td><td>rund 3,85 Mrd. Euro<\/td><td>rund 6,67 Mrd. Euro<\/td><\/tr><tr><td>KI-Modell<\/td><td>eigene Inferenz und Rechenzentren<\/td><td>Vermietung an KI-Kunden<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-element-caption'>Q2 2026 im Vergleich: gleicher Umsatz, gegens\u00e4tzliche Gesch\u00e4ftsmodelle.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Riots Wette: vom Miner zum Vermieter der KI<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wendepunkt f\u00fcr Riot kam am 10. August 2026. An diesem Tag gab der Konzern einen Leasingvertrag \u00fcber 191 Megawatt Rechenzentrumskapazit\u00e4t am Standort Rockdale bekannt, der \u00fcber eine Laufzeit von 20 Jahren bis Juni 2048 rund 8,0 Mrd. Euro (9,1 Mrd. USD) an vertraglich zugesicherten Einnahmen bringen soll, <a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/business\/2026-08-10-riot-platforms-ai-deal-anthropic-411358'>wie The Block berichtete<\/a>. Zwei Verl\u00e4ngerungsoptionen \u00fcber je f\u00fcnf Jahre k\u00f6nnten den Gesamtwert auf bis zu 14,2 Mrd. Euro (16,1 Mrd. USD) heben.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riot nannte den Mieter offiziell nicht und sprach nur von einem f\u00fchrenden Frontier-KI-Labor. Bloomberg identifizierte den Vertragspartner als Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Modell Claude. Die Lieferung erfolgt gestaffelt: Die ersten 96 Megawatt sind f\u00fcr Dezember 2027 vorgesehen, die vollen 191 Megawatt f\u00fcr Juni 2028. Zur Finanzierung der ersten Bauphase sicherte sich Riot eine Zwischenfinanzierung \u00fcber rund 505 Mio. Euro (573 Mio. USD) bei Morgan Stanley. Nach Bekanntgabe sprang die Aktie nachb\u00f6rslich um rund 25 Prozent.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CEO Jason Les fasste die neue Ausrichtung so zusammen: Riot habe \u201ein etwas mehr als sechs Monaten Leasingvertr\u00e4ge \u00fcber insgesamt 241 Megawatt abgeschlossen, die rund 9,8 Mrd. US-Dollar an langfristig kontrahierten Einnahmen mit zwei der wichtigsten Unternehmen des KI-\u00d6kosystems darstellen.&#8221; Der zweite Kunde ist der Chipkonzern AMD, mit dem Riot am Standort Corsicana einen 25-Megawatt-Vertrag schloss und daf\u00fcr eine bestehende Mining-Fl\u00e4che in Hochleistungsrechnen umwandelt, <a href='https:\/\/www.datacenterdynamics.com\/en\/news\/riot-to-convert-cryptomine-site-in-texas-to-hpc-signs-25mw-lease-with-amd\/'>wie Data Center Dynamics meldete<\/a>.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das eigentliche Kapital von Riot sind die rund 1,7 Gigawatt genehmigte Stromkapazit\u00e4t. Am Standort Corsicana pr\u00fcft der Konzern formell, ob die verbleibenden 600 Megawatt ebenfalls f\u00fcr KI und Hochleistungsrechnen statt f\u00fcr Mining genutzt werden sollen, <a href='https:\/\/www.riotplatforms.com\/riot-platforms-launches-formal-evaluation-of-potential-ai-hpc-uses-for-remaining-600-mw-of-power-capacity-at-corsicana-facility\/'>wie Riot selbst ank\u00fcndigte<\/a>. Aus einem Miner wird so Schritt f\u00fcr Schritt ein Vermieter, dessen Einnahmen auf Jahrzehnte kontrahiert und f\u00fcr Anleger planbar sind. Genau diese Planbarkeit belohnt die B\u00f6rse.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>MARAs Weg: Inferenz, eigene Rechenzentren und billiger Strom<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MARA hat sich bewusst gegen das reine Vermietermodell entschieden. Statt seine Megawatt an einen Hyperscaler zu verpachten, will der Konzern die KI-Rechenleistung selbst besitzen und betreiben. Der wichtigste Schritt dazu war Anfang 2026 die \u00dcbernahme einer Mehrheit von 64 Prozent an Exaion, einer Tochter des franz\u00f6sischen Versorgers EDF, f\u00fcr rund 148 Mio. Euro (168 Mio. USD) in bar; eine Option erlaubt MARA, bis 2027 f\u00fcr weitere rund 112 Mio. Euro (127 Mio. USD) auf 75 Prozent aufzustocken, <a href='https:\/\/www.datacenterdynamics.com\/en\/news\/mara-acquires-majority-stake-in-edfs-exaion\/'>wie Data Center Dynamics berichtete<\/a>.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Exaion betreibt vier Rechenzentren in Frankreich und Kanada und b\u00fcndelt sein Gesch\u00e4ft in drei Feldern: virtuelle Desktops, Datensicherheit und regulierte KI-Inferenz. EDF bleibt Minderheitsgesellschafter und Kunde. Damit setzt MARA nicht auf das Training riesiger Modelle, sondern auf deren Betrieb im Alltag, die sogenannte Inferenz, ein Gesch\u00e4ft, das n\u00e4her am zahlenden Endkunden liegt und stabilere Auslastung verspricht.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CEO Fred Thiel begr\u00fcndet den Schwenk mit einer schlichten Rechnung. In einem Interview am 23. Juli sagte er: \u201eMan bekommt f\u00fcr KI deutlich mehr Geld pro Elektron als f\u00fcr Bitcoin-Mining.&#8221; Nach seiner Argumentation wird nicht Rechenleistung, sondern Energie zur entscheidenden Knappheit, und die Inferenz pro Megawatt werde zum eigentlichen Wettbewerbsvorteil. MARA erkl\u00e4rte zudem, aus der Stromkapazit\u00e4t lasse sich mit KI inzwischen mehr Umsatz erzielen als mit dem Mining, <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/crypto-news\/mara-ceo-says-ai-delivers-more-revenue-from-power-than-bitcoin-mining\/'>wie news.bitcoin.com dokumentierte<\/a>.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strombasis daf\u00fcr liefert eine Kooperation mit dem Pipeline- und Gaskonzern MPLX, \u00fcber die g\u00fcnstige Erdgasverstromung direkt in die Rechenzentrumscampus integriert wird. Parallel arbeitet MARA \u00fcber ein Joint Venture mit Starwood an Kapazit\u00e4ten f\u00fcr hyperskalige Lasten und bietet gro\u00dfen Cloud-Anbietern ma\u00dfgeschneiderte Rechenzentren im \u201eBuild-to-suit&#8221;-Modell an. Wo Riot Fl\u00e4che vermietet, will MARA die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette vom Elektron bis zur Inferenz kontrollieren.<\/p>\n\n<figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Dimension<\/th><th>MARA (Betreiber)<\/th><th>Riot (Vermieter)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Grundmodell<\/td><td>Rechenleistung selbst besitzen und betreiben<\/td><td>Stromkapazit\u00e4t langfristig vermieten<\/td><\/tr><tr><td>KI-Kerndeal<\/td><td>Exaion-\u00dcbernahme, MPLX-Gas, Starwood-JV<\/td><td>191-MW-Lease (Anthropic), AMD-Vertrag<\/td><\/tr><tr><td>Strombasis<\/td><td>eigene Erdgasverstromung, Immersionsk\u00fchlung<\/td><td>rund 1,7 GW genehmigt in Texas und Kentucky<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Treasury<\/td><td>35.577 BTC, aktiv bewirtschaftet<\/td><td>11.380 BTC, teils verkauft<\/td><\/tr><tr><td>Einnahmeprofil<\/td><td>schwankend, betriebs- und kursabh\u00e4ngig<\/td><td>langfristig kontrahiert, planbar<\/td><\/tr><tr><td>Wall-Street-Urteil<\/td><td>skeptisch (JPMorgan senkt Kursziel)<\/td><td>bevorzugt (Bernstein hebt Kursziel)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-element-caption'>Zwei Modelle im Vergleich: Betreiber gegen Vermieter.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Der Bitcoin-Schatz: Treasury als Waffe und als Ballast<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der auff\u00e4lligste Unterschied zwischen den beiden Konzernen liegt in der Bilanz. MARA h\u00e4lt 35.577 Bitcoin, Riot nur 11.380. Zum Kurs von rund 73.850 Euro Ende September entspricht das einem Gegenwert von rund 2,6 Mrd. Euro bei MARA gegen\u00fcber rund 840 Mio. Euro bei Riot, <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>gemessen am Bitcoin-Preis in Euro<\/a>. MARA ist damit der einzige Miner in der Spitzengruppe der Unternehmen mit den gr\u00f6\u00dften Bitcoin-Best\u00e4nden.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit der Umstellung der US-Bilanzregeln (ASU 2023-08) m\u00fcssen beide ihre Bitcoin-Best\u00e4nde zu jedem Quartalsende zum Marktwert ansetzen. Das macht die Treasury zu einer zweischneidigen Sache. Als Bitcoin im zweiten Quartal fiel, zwang die Regel MARA zu der bereits erw\u00e4hnten Abschreibung von rund 303 Mio. Euro, dem L\u00f6wenanteil des Quartalsverlusts. Riot, das nur ein Drittel so viele Coins h\u00e4lt und im Quartal 4.300 Bitcoin verkaufte, traf die Neubewertung deutlich milder, <a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/markets\/crypto\/articles\/riot-platforms-sold-4-300-174018872.html'>wie die Quartalsdaten belegen<\/a>.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich hat MARA sein einst starres \u201eHODL&#8221;-Dogma gelockert. Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte der Konzern Bitcoin im Wert von rund 1,4 Mrd. Euro (1,6 Mrd. USD) und fuhr den Bestand gegen\u00fcber dem Vorjahr um 29 Prozent zur\u00fcck, bevor er am 16. September wieder 1.292 Bitcoin f\u00fcr rund 87 Mio. Euro nachkaufte. Aus passivem Horten ist aktives Treasury-Management geworden; MARA versteht seinen Bestand ausdr\u00fccklich als produktives Kapital und Liquidit\u00e4tsquelle, nicht mehr nur als Reserve.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Kursmarken diesen Bestand tragen und wo die Kostenbasis gro\u00dfer Halter liegt, ist derzeit eine der spannendsten Fragen am Markt; wir haben die entscheidenden <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-kostenbasis-zonen-kurs-q4-2026\/'>Kostenbasis-Zonen f\u00fcr das vierte Quartal<\/a> gesondert analysiert. Im dritten Quartal, als Bitcoin um rund 42 Prozent zulegte, drehte sich der Buchverlust der Treasury schnell wieder ins Positive. Der gro\u00dfe Schatz ist damit Waffe und Ballast zugleich: Er verst\u00e4rkt Gewinne im Aufschwung und Verluste im Abschwung.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Die Hashrate-Frage: MARA mahlt mehr, Riot verdient effizienter<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rein technisch ist MARA der gr\u00f6\u00dfere Miner. 70,3 EH\/s stehen 44,4 EH\/s bei Riot gegen\u00fcber, und MARA f\u00f6rderte im Quartal mit 2.422 Bitcoin auch absolut mehr Coins als Riot mit 1.587. Riots Anteil von rund 4,6 Prozent am globalen Netzwerk l\u00e4sst auf eine Gesamt-Hashrate von etwa 965 EH\/s schlie\u00dfen. Auf dem Papier ist die Rangordnung also eindeutig.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die reine Hashrate ist 2026 nicht mehr die entscheidende Kennzahl. Trotz kleinerer Rechenleistung erzielte Riot denselben Umsatz und einen kleineren Verlust als MARA, weil es seinen Strom \u00fcber das Mining hinaus monetarisiert. Die \u00c4ra, in der man Miner allein an Exahash misst, geht zu Ende. Was z\u00e4hlt, ist der Ertrag pro Megawatt, und dort verschieben sich die Gewichte.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mining-\u00d6konomie selbst bleibt angespannt. Der Hashprice, also der Tageserl\u00f6s je eingesetzter Rechenleistung, steht unter Druck, weil die Difficulty schneller steigt als der Preis; die Mechanik dieser Klemme haben wir im Beitrag zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-2026-difficulty-schlaegt-zurueck\/'>Hashprice zum Quartalsende<\/a> aufgeschl\u00fcsselt. F\u00fcr beide Konzerne hei\u00dft das: Jedes Megawatt, das mehr f\u00fcr KI als f\u00fcr das Mining einbringt, wandert fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zur KI. Thiel betont zwar, MARA werde in stromg\u00fcnstigen Regionen weiter minen, doch das Grenzmegawatt entscheidet sich zunehmend gegen Bitcoin.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Was die Wall Street sagt: Bernstein hebt, JPMorgan senkt<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kluft zwischen den beiden Strategien spiegelt sich am deutlichsten in den Analystenkommentaren. Bernstein-Analyst Gautam Chhugani hob nach dem Gro\u00dfvertrag das Kursziel f\u00fcr Riot von 30 auf 35 US-Dollar an und rechnet mit wiederkehrenden Jahreseinnahmen von rund 400 Mio. Euro (457 Mio. USD) aus dem Deal, <a href='https:\/\/www.benzinga.com\/crypto\/cryptocurrency\/26\/08\/61118987\/bitcoin-miner-riot-platforms-could-rally-80-as-ai-deal-creates-clear-scale-up-path-bernstein'>wie Benzinga berichtete<\/a>. Bernstein sieht Bitcoin-Miner als integralen Bestandteil der KI-Wertsch\u00f6pfungskette.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr MARA fiel das Urteil gegenteilig aus. JPMorgan senkte das Kursziel von 13 auf 11 US-Dollar mit der Begr\u00fcndung, andere Unternehmen b\u00f6ten direkteres Wachstum und mehr Wertzuwachs aus Rechenzentrumschancen, w\u00e4hrend MARA eine \u201ekapitalleichte&#8221; Strategie gew\u00e4hlt habe, <a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/markets\/stocks\/articles\/wall-street-rewards-bitcoin-miners-131249439.html'>wie Yahoo Finance zusammenfasst<\/a>. Kurz gesagt: Die B\u00f6rse belohnt Riots unterschriebene, langlaufende Mietvertr\u00e4ge h\u00f6her als MARAs diversifizierte, aber noch unbewiesene Betreiberwette samt schwankender Treasury.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erkl\u00e4rt die eingangs erw\u00e4hnte Verkehrung der Bewertungen. Bemerkenswert ist aber, dass die MARA-Bef\u00fcrworter ein starkes Gegenargument haben: Wer die Rechenleistung selbst besitzt, verdient langfristig an der gesamten Marge, nicht nur an der Miete. Sollte sich die Inferenz als das margenst\u00e4rkere Gesch\u00e4ft erweisen, k\u00f6nnte MARAs Weg den h\u00f6heren Ertrag bringen, nur eben mit mehr Risiko und weniger Planbarkeit. Die Frage nach der Aufsicht \u00fcber solche Titel und ihre Krypto-N\u00e4he bleibt dabei pr\u00e4sent, \u00e4hnlich wie in der Debatte, wer k\u00fcnftig das <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/peirce-sec-krypto-aufsicht-zwei-kommissare-2026\/'>Krypto-Regelwerk der US-Aufsicht<\/a> pr\u00e4gt.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Follow the gigawatts: der Kampf um Strom und GPUs<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Konflikt zwischen MARA und Riot ist Teil eines viel gr\u00f6\u00dferen Umbruchs. Der KI-Ausbau braucht Strom, und zwar sofort, w\u00e4hrend neue Netzanschl\u00fcsse und Umspannwerke jahrelange Vorlaufzeiten haben. Miner besitzen genau das, was fehlt: baureife Standorte mit genehmigter Leistung, K\u00fchlung, Fl\u00e4che und belastbare Beziehungen zu den Netzbetreibern. Deshalb sind aus Krypto-Firmen \u00fcber Nacht begehrte Anbieter von KI-Infrastruktur geworden.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bernstein beziffert die bereits angek\u00fcndigten Deals der Branche auf mehr als 90 Mrd. US-Dollar und rund 3,7 Gigawatt Kapazit\u00e4t. Neben Riot und MARA mischen Core Scientific, IREN, TeraWulf und Cipher Mining mit; Chhugani hob im selben Zug etwa das Kursziel von Core Scientific von 24 auf 32 US-Dollar an. Der Wettlauf gilt nicht nur dem Strom, sondern auch den Beschleunigern: GPUs und spezialisierte KI-Chips bleiben knapp und teuer.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Miner bedeutet das eine neue Abh\u00e4ngigkeit. Ein unterschriebener KI-Vertrag hebt kurzfristig den Kurs, doch entscheidend ist, ob die Kapazit\u00e4t tats\u00e4chlich gebaut, mit Chips best\u00fcckt, geliefert und \u00fcber Jahre bezahlt wird. Erst dann wird aus der Ank\u00fcndigung ein Gesch\u00e4ft. Wer die Fantasie eines ganzen Sektors kaufen will, sollte diese Kette der Bedingungen n\u00fcchtern durchdenken, statt allein auf die gro\u00dfen Dollarbetr\u00e4ge zu schauen.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Was der Umbau f\u00fcr Bitcoins Sicherheit bedeutet<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die zwei gr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten US-Miner Gigawatt an Leistung vom Bitcoin-Mining zur KI umleiten, stellt sich eine unbequeme Frage: Schw\u00e4cht das die Sicherheit des Netzwerks? Riot wandelt am Standort Rockdale 191 Megawatt, die bislang minen k\u00f6nnten, in KI-Kapazit\u00e4t f\u00fcr seinen Gro\u00dfkunden um und pr\u00fcft bei Corsicana weitere 600 Megawatt. MARA verschiebt sein Grenzmegawatt Richtung Inferenz.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sorge ist real, aber sie l\u00e4sst sich einordnen. Erstens ist die globale Hashrate zuletzt weiter gestiegen und lag zum Quartalsende bei rund 965 EH\/s; die beiden US-Konzerne stellen zusammen nur einen Bruchteil davon. Zweitens f\u00fcllen private und internationale Miner sowie Effizienzgewinne bei neuen ASIC-Generationen die L\u00fccken schnell. Wer das Netzwerk tats\u00e4chlich absichert, ist ohnehin intransparenter, als die Ranglisten der b\u00f6rsennotierten Firmen suggerieren; wir haben Bitcoins <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-verborgene-hashrate-wer-sichert-netzwerk-2026\/'>verborgene Hashrate<\/a> gesondert untersucht.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahrscheinlicher als ein Sicherheitseinbruch ist daher eine Verlangsamung des Wachstumstempos: Die Hashrate d\u00fcrfte weiter steigen, nur langsamer, wenn gro\u00dfe \u00f6ffentliche Betreiber Kapazit\u00e4t abzweigen. Zugleich sind finanziell ges\u00fcndere, diversifizierte Miner tendenziell gut f\u00fcr die verbleibenden Netzwerkteilnehmer, weil sie in Abschw\u00fcngen seltener kapitulieren m\u00fcssen und den Verkaufsdruck auf frisch gesch\u00fcrfte Coins d\u00e4mpfen.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Die Energiefrage: Erdgas, Netzdienste und Standortpolitik<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kern sind MARA und Riot l\u00e4ngst Stromunternehmen, die zuf\u00e4llig aus dem Bitcoin-Mining kommen. MARA setzt mit seiner MPLX-Kooperation auf g\u00fcnstige Erdgasverstromung direkt am Rechenzentrum, also auf Strom hinter dem Netzanschluss, der nicht erst durch \u00fcberlastete Leitungen muss. Riot wiederum ist tief in den texanischen Strommarkt ERCOT eingebunden und hat in der Vergangenheit erhebliche Erl\u00f6se aus Lastabwurf und Netzdiensten erzielt, indem es in Spitzenzeiten die Maschinen drosselte.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Flexibilit\u00e4t ist bei KI-Lasten heikler. Ein Bitcoin-Miner kann sich abschalten lassen, ohne dass ein Kunde leidet; ein KI-Rechenzentrum mit einem Mieter wie Anthropic muss dagegen rund um die Uhr verf\u00fcgbar sein. Der Umstieg auf KI tauscht also planbare Einnahmen gegen strengere Verf\u00fcgbarkeitspflichten und h\u00f6here Anforderungen an Redundanz, K\u00fchlung und Netzstabilit\u00e4t ein.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Woher der Strom hinter dem Rechnen kommt und welche Rolle Erneuerbare, Gas und Netzdienste dabei spielen, ist auch f\u00fcr die Bewertung der Nachhaltigkeit entscheidend; wir haben den <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/energiemix-2026-strom-hinter-dem-staking\/'>Energiemix hinter Staking und Mining<\/a> im Detail betrachtet. F\u00fcr beide Konzerne gilt: Der Standort und der Zugang zu billigem, verl\u00e4sslichem Strom sind wichtiger geworden als die neueste ASIC-Generation.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr deutsche Anleger bedeutet: BaFin, Steuer und Zugang<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger im deutschsprachigen Raum sind MARA und Riot zun\u00e4chst ganz normale US-Aktien. Beide notieren an der Nasdaq und lassen sich \u00fcber die meisten deutschen Broker sowie an Handelspl\u00e4tzen wie Frankfurt, Xetra oder Tradegate kaufen. Damit kommen zum Krypto-Risiko ein Aktien-, ein KI-Ausf\u00fchrungs- und ein W\u00e4hrungsrisiko hinzu; der Euro notierte zum Quartalsende bei rund 1,13 US-Dollar, was jede Euro-Rendite dieser Dollar-Titel zus\u00e4tzlich schwanken l\u00e4sst.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist die Einordnung wichtig: Eine Mining-Aktie ist ein Wertpapier im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und f\u00e4llt f\u00fcr Handel und Anlegerinformation in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich der BaFin, nicht unter die europ\u00e4ische Krypto-Verordnung MiCA, die Krypto-Werte selbst regelt. Wer die Unterschiede zwischen der Aufsicht \u00fcber Krypto-Produkte und \u00fcber klassische Wertpapiere verstehen will, findet in unserer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/stablecoin-lizenz-2026-mica-bafin-genius-act\/'>Stablecoin-Lizenz zwischen MiCA und GENIUS Act<\/a> den n\u00f6tigen Rahmen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich ist der Unterschied f\u00fcr deutsche Privatanleger erheblich. Gewinne aus MARA- oder Riot-Aktien unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuz\u00fcglich Solidarit\u00e4tszuschlag (zusammen rund 26,375 Prozent) und gegebenenfalls Kirchensteuer, und zwar unabh\u00e4ngig von der Haltedauer. Direkt gehaltene Bitcoin fallen dagegen unter \u00a7 23 EStG und k\u00f6nnen nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei ver\u00e4u\u00dfert werden. Eine Mining-Aktie ist damit kein sauberer, steuereffizienter Bitcoin-Ersatz. Dies ist keine Steuerberatung, sondern eine allgemeine Einordnung.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Risiken auf beiden Seiten der Wette<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keine der beiden Strategien ist ohne Fallstricke. Bei Riot ist das gr\u00f6\u00dfte Risiko die Konzentration: Ein einzelner Ankermieter bedeutet Klumpenrisiko. K\u00fchlt der KI-Investitionszyklus ab oder ger\u00e4t der Mieter in Schwierigkeiten, h\u00e4ngt ein Gro\u00dfteil der versprochenen Einnahmen an einem einzigen Namen. Hinzu kommen Bau- und Ausf\u00fchrungsrisiken; 191 Megawatt m\u00fcssen bis 2028 termingerecht errichtet und \u00fcber die Zwischenfinanzierung hinaus dauerhaft finanziert werden. Und jedes an die KI vermietete Megawatt kann keinen Bitcoin mehr f\u00f6rdern, sollte der Kurs stark steigen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei MARA liegen die Risiken woanders. Rechenleistung selbst zu betreiben ist anspruchsvoller, als sie zu vermieten, und Exaion ist im Vergleich zu einem Hyperscale-Campus klein. Der noch fehlende Mega-Vertrag n\u00e4hrt die Skepsis der Wall Street, wie die Kurszielsenkung von JPMorgan zeigt. Zudem l\u00e4sst die gro\u00dfe Bitcoin-Treasury die Ergebnisse von Quartal zu Quartal stark schwanken, was das Papier f\u00fcr konservative Anleger schwer kalkulierbar macht.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide teilen die klassischen Miner-Risiken: die Abh\u00e4ngigkeit vom Bitcoin-Preis, die steigende Difficulty und den Druck auf den Hashprice, die Zinspolitik der Notenbanken sowie regulatorische Unsicherheit dies- und jenseits des Atlantiks. Wer in einen der Titel investiert, kauft nicht mehr nur einen Miner, sondern eine Wette auf den KI-Ausbau, den Strommarkt und den Bitcoin-Kurs zugleich.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Fazit: zwei Wetten auf dieselbe Knappheit<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende setzen MARA und Riot auf denselben Rohstoff: g\u00fcnstigen, ans Netz angeschlossenen Strom. Sie unterscheiden sich nur darin, wie sie ihn zu Geld machen. Riot wird zum Vermieter, mit geringerem Risiko, planbaren Einnahmen und einer Bewertung, die die Wall Street versteht und belohnt. MARA bleibt Betreiber und Gro\u00dfhalter, mit mehr Bitcoin-Beta, mehr potenzieller KI-Marge, aber auch mehr Unsicherheit.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit gewinnt die Sichtbarkeit: Ein unterschriebener 20-Jahres-Vertrag schl\u00e4gt eine \u00fcberzeugende Erz\u00e4hlung, und deshalb ist der kleinere Miner an der B\u00f6rse mehr wert als der gr\u00f6\u00dfere. Ob das so bleibt, h\u00e4ngt an zwei Fragen. Erstens: Ist es auf lange Sicht profitabler, die Rechenleistung selbst zu besitzen (MARA) oder die Immobilie darunter (Riot)? Zweitens: Wohin l\u00e4uft der Bitcoin-Kurs, der MARAs Schatz mal zur Waffe, mal zum Ballast macht?<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fest steht nur eines: Der reine Bitcoin-Miner, der jahrelang die Erz\u00e4hlung dieser beiden Firmen pr\u00e4gte, ist Geschichte. Marathon und Riot sind zu Stromkonzernen im alten Krypto-Gewand geworden. Der Wettbewerb zwischen ihnen ist damit kein Mining-Duell mehr, sondern ein Streit \u00fcber die beste Art, ein Megawatt in Rendite zu verwandeln.<\/p>\n\n<h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2>\n\n<h3 class='wp-block-heading'>Ist MARA oder Riot das gr\u00f6\u00dfere Unternehmen?<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riot ist an der B\u00f6rse gr\u00f6\u00dfer, mit rund 6,67 Mrd. Euro gegen\u00fcber 3,85 Mrd. Euro f\u00fcr MARA zum 30. September 2026. MARA f\u00f6rdert dagegen mehr Bitcoin (70,3 gegen\u00fcber 44,4 EH\/s) und h\u00e4lt mit 35.577 Coins gut dreimal so viele wie Riot mit 11.380.<\/p>\n\n<h3 class='wp-block-heading'>Was ist Riots Anthropic-Deal?<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riot hat einen 20-j\u00e4hrigen Leasingvertrag \u00fcber 191 Megawatt Rechenzentrumskapazit\u00e4t am Standort Rockdale abgeschlossen, der bis Juni 2048 rund 8,0 Mrd. Euro (9,1 Mrd. USD) einbringen soll, mit Verl\u00e4ngerungsoptionen bis zu 14,2 Mrd. Euro. Riot nannte den Mieter nicht offiziell; Bloomberg identifizierte das KI-Unternehmen Anthropic.<\/p>\n\n<h3 class='wp-block-heading'>Warum steigen Bitcoin-Miner in KI ein?<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der wirklich knappe Rohstoff ist genehmigter, g\u00fcnstiger Netzstrom, \u00fcber den Miner in Gigawatt-Gr\u00f6\u00dfe verf\u00fcgen. KI-Rechenzentren brauchen diese Anschl\u00fcsse sofort. Miner k\u00f6nnen ihre Kapazit\u00e4t entweder vermieten wie Riot oder selbst KI-Rechenleistung darauf betreiben wie MARA.<\/p>\n\n<h3 class='wp-block-heading'>Sind MARA- oder Riot-Aktien ein guter Bitcoin-Ersatz f\u00fcr deutsche Anleger?<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur eingeschr\u00e4nkt. Beide sind US-Aktien mit zus\u00e4tzlichem KI-, Betriebs- und W\u00e4hrungsrisiko und werden in Deutschland steuerlich als Wertpapiere \u00fcber die Abgeltungsteuer erfasst, nicht wie direkt gehaltene Bitcoin nach \u00a7 23 EStG. Dies ist keine Steuerberatung.<\/p>\n\n<h3 class='wp-block-heading'>Wer hat im zweiten Quartal 2026 mehr verdient?<\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide schrieben im zweiten Quartal 2026 rote Zahlen, MARA rund 539 Mio. Euro und Riot rund 209 Mio. Euro Verlust. MARAs gr\u00f6\u00dferer Verlust ging vor allem auf eine nicht zahlungswirksame Neubewertung seines gro\u00dfen Bitcoin-Bestands zur\u00fcck, w\u00e4hrend Riots Umsatz dank Rechenzentrums- und Ingenieursgesch\u00e4ft sogar wuchs.<\/p>\n\n<script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Ist MARA oder Riot das gr\u00f6\u00dfere Unternehmen?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Riot ist an der B\u00f6rse gr\u00f6\u00dfer, mit rund 6,67 Mrd. Euro gegen\u00fcber 3,85 Mrd. Euro f\u00fcr MARA zum 30. September 2026. 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