{"id":677,"date":"2026-10-02T22:27:22","date_gmt":"2026-10-02T22:27:22","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-margen-2026-rekordquartal-spaltet-flotte\/"},"modified":"2026-10-02T22:27:22","modified_gmt":"2026-10-02T22:27:22","slug":"mining-margen-2026-rekordquartal-spaltet-flotte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-margen-2026-rekordquartal-spaltet-flotte\/","title":{"rendered":"Mining-Margen 2026: das Rekordquartal spaltet die Flotte"},"content":{"rendered":"<h2 class='wp-block-heading'>Das beste Quartal seit Jahren, und trotzdem kein gemeinsamer Gewinn<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das dritte Quartal 2026 war f\u00fcr Bitcoin das st\u00e4rkste seit Jahren. Der Kurs legte laut <a href='https:\/\/www.dipprofit.com\/bitcoin-etf-bitcoin-etfs-attract-634-billion-q3\/'>CoinGlass-Daten<\/a> um 42,71 Prozent zu, das beste dritte Quartal seit 2017 und der kr\u00e4ftigste Dreimonatsgewinn seit dem Schlussquartal 2024. In die US-Spot-ETFs flossen im Quartal rund 6,34 Milliarden US-Dollar netto, die st\u00e4rksten Zufl\u00fcsse des Jahres, verteilt auf 172 Millionen im Juli, 3,52 Milliarden im August und 2,65 Milliarden im September. Am 2. Oktober notiert Bitcoin bei rund <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>84.463 US-Dollar (etwa 75.077 Euro)<\/a>, gut 33 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.080 Dollar vom 6. Oktober 2025, aber weit \u00fcber dem Juni-Tief, das viele Miner an den Rand gedr\u00e4ngt hatte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Mining-Branche klingt das nach Entwarnung, und auf der Ebene der nackten Ums\u00e4tze ist es das auch. Der Hashprice, also der erwartete Tagesumsatz je Recheneinheit, ist von seinem Mehrjahrestief bei knapp 27,70 Dollar Ende Juni auf rund <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/'>40,34 Dollar je PH pro Tag<\/a> gestiegen, ein Plus von etwa 50 Prozent. Praktisch jede Maschine, die im Sommer unter Wasser stand, verdient jetzt wieder Geld, zumindest auf Cash-Basis. Der Squeeze, der die Schlagzeilen des Sommers bestimmte, ist vorerst vorbei.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und doch f\u00fchrt der Aufschwung die Miner nicht zusammen, er treibt sie auseinander. Das ist die zentrale These dieses Textes: Es gibt 2026 keine einzelne &bdquo;Mining-Marge&ldquo; mehr, es gibt eine Verteilung, und diese Verteilung ist so breit wie nie. Im selben Quartal, mit demselben Hashprice und demselben Bitcoin-Kurs, reichen die Kosten f\u00fcr einen gesch\u00fcrften Bitcoin von unter dem Verkaufspreis bis zu mehreren Hunderttausend Dollar. Wer von &bdquo;der&ldquo; Profitabilit\u00e4t der Miner spricht, mittelt eine Bandbreite weg, die \u00fcber eine ganze Gr\u00f6\u00dfenordnung reicht. Drei Kr\u00e4fte spannen diese Verteilung auf: die Stromrechnung, das Alter der Maschinen und das Gesch\u00e4ftsmodell. Die Quartalsberichte, die Ende Oktober anlaufen, werden Divergenz zeigen, keinen gleichm\u00e4\u00dfigen Aufschwung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was eine Mining-Marge ist: drei Zahlen, nicht eine<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor man \u00fcber Spreizung redet, lohnt die Kl\u00e4rung, was eine Mining-Marge \u00fcberhaupt ist. Die Umsatzseite ist simpel: Eine Mine erh\u00e4lt den Block-Subsidy von derzeit 3,125 BTC je Block plus die Transaktionsgeb\u00fchren, anteilig zu ihrem Anteil an der globalen Rechenleistung. Zusammengefasst wird dieser erwartete Ertrag im Hashprice. Die Kostenseite dagegen kennt mindestens drei Ebenen, und genau hier beginnt das Missverst\u00e4ndnis, das die halbe Branchenberichterstattung durchzieht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bruttomarge stellt nur den direkten Stromverbrauch der Maschinen dem Umsatz gegen\u00fcber. Die Cash-Kosten addieren Hosting, Personal, Pool-Geb\u00fchren und laufenden Betrieb, lassen aber Abschreibungen und Zinsen au\u00dfen vor; das ist die Zahl, die dar\u00fcber entscheidet, ob eine Mine heute den Stecker zieht oder weiterl\u00e4uft. Die Vollkosten (meist nach US-Bilanzstandard GAAP ausgewiesen) rechnen zus\u00e4tzlich die Abschreibung auf die teure Hardware und die Rechenzentren hinein, dazu Finanzierungskosten. Eine Mine kann auf Cash-Basis gl\u00e4nzend verdienen und auf Vollkosten-Basis tiefrot sein, im selben Quartal. Diese L\u00fccke ist kein Buchungstrick, sondern beschreibt zwei verschiedene Fragen: L\u00e4uft der Betrieb heute mit Gewinn, und verdient das investierte Kapital \u00fcber den gesamten Zyklus seine Kosten zur\u00fcck?<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Ebene<\/th><th>Was sie misst<\/th><th>Wof\u00fcr sie z\u00e4hlt<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bruttomarge<\/td><td>Umsatz minus Stromkosten der Maschinen<\/td><td>grobe Wettbewerbsf\u00e4higkeit eines Standorts<\/td><\/tr><tr><td>Cash-Kosten<\/td><td>zus\u00e4tzlich Hosting, Personal, Pool-Geb\u00fchren, Betrieb<\/td><td>ob die Mine heute l\u00e4uft oder abschaltet<\/td><\/tr><tr><td>Vollkosten (All-in)<\/td><td>zus\u00e4tzlich Abschreibung auf Hardware und Rechenzentren, Zinsen<\/td><td>ob das Gesch\u00e4ft \u00fcber den Zyklus Kapital verdient<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Hashprice: der Umsatz, den Q3 nach oben gehebelt hat<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hashprice ist die bequemste Einzahl der Branche. Er b\u00fcndelt vier Gr\u00f6\u00dfen in einer: Block-Subsidy, Geb\u00fchren, Bitcoin-Kurs und die gesamte Netzwerk-Hashrate. Die Formel lautet grob: rund 144 Bl\u00f6cke pro Tag, multipliziert mit (Subsidy plus Geb\u00fchren) und dem Bitcoin-Kurs, geteilt durch die Hashrate. Steigt der Kurs, steigt der Hashprice; w\u00e4chst die Rechenleistung schneller als der Kurs, f\u00e4llt er. Genau das erkl\u00e4rt den Verlauf des Jahres 2026: von etwa 37,60 Dollar Anfang Januar hinab auf das Mehrjahrestief von knapp 27,70 Dollar Ende Juni, dann mit der Sommer- und Herbstrally zur\u00fcck auf 32,42 Dollar Anfang August, 39,63 Dollar am 6. September und zuletzt rund 40,34 Dollar, etwa 35,90 Euro.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Umsatzhebel ist der Grund, warum der Aufschwung so dramatisch wirkt. Mining ist ein Gesch\u00e4ft mit hohen Fixkosten und variablem Erl\u00f6s: Strom, Personal und Abschreibung laufen weiter, egal wie der Kurs steht, w\u00e4hrend der Umsatz mit dem Bitcoin-Preis schwankt. Steigt der Erl\u00f6s um die H\u00e4lfte, w\u00e4hrend die Kosten konstant bleiben, springt die Marge \u00fcberproportional. Dieser operative Hebel wirkt am st\u00e4rksten dort, wo die Marge am d\u00fcnnsten ist, also bei den schw\u00e4chsten Minern. Deshalb lesen sich die Umsatzkurven wie eine Erholung auf breiter Front. Wer die Mechanik dahinter sauber einordnen will, findet in unserer Analyse dazu, <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-kursbewegung-ein-jahr-nach-rekord-2026\/'>wie sich Bitcoins Kursbewegung ein Jahr nach dem Rekord lesen l\u00e4sst<\/a>, den passenden Rahmen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wichtiges Detail relativiert die Euphorie: In Bitcoin gerechnet ist der Hashprice kaum gestiegen, er liegt weiter bei etwa 0,00048 BTC je PH pro Tag. Die Erholung ist also fast vollst\u00e4ndig ein Kurs-Ereignis, kein Netzwerk-Ereignis. Die Miner verdienen nicht mehr Bitcoin, ihre Bitcoin sind nur mehr Euro wert. Das ist entscheidend f\u00fcr die Spreizung, denn der zweite Hebel, der die Euphorie kontert, kommt aus dem Netzwerk selbst und nicht von der Notenbank, wie die Analyse dazu zeigt, dass beim <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-2026-difficulty-schlaegt-zurueck\/'>Hashprice zum Quartalsende die Difficulty zur\u00fcckschl\u00e4gt<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Aufschwung spreizt statt eint<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier liegt der Kern der Sache. Weil der Hashprice in Bitcoin gerechnet f\u00fcr alle gleich ist, hebt eine Kursrally den Umsatz aller Miner im selben Verh\u00e4ltnis. Die Marge aber ist Umsatz minus Kosten, und die Kosten sind eben nicht f\u00fcr alle gleich, sondern unterscheiden sich um ein Vielfaches. Derselbe Umsatzsprung erzeugt deshalb v\u00f6llig verschiedene Ergebnisse. F\u00fcr die Mine mit Strom zu vier Cent ist der Aufschwung ein Geldregen, f\u00fcr die Mine mit Strom zu zwanzig Cent ein kurzes Durchatmen knapp \u00fcber der Nulllinie.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommt ein \u00dcberlebenseffekt. Im Juni h\u00e4tte ein weiteres Quartal auf dem Tief die teuersten Betreiber aus dem Markt gedr\u00e4ngt; die Rally hat genau diese Grenzminer am Leben gehalten. Das ist gut f\u00fcr die einzelnen Firmen, verbreitert aber die Verteilung, weil der schwache linke Rand nicht abgeschnitten wurde. So entsteht das Paradox: Der Durchschnitt steigt, und gleichzeitig w\u00e4chst der Abstand zwischen Bester und Schlechtester. Die Rally hat den Boden angehoben, aber die Decke der Effizienten ist schneller gestiegen. Ein steigender Markt verdeckt diese Streuung, weil fast alle Zahlen gr\u00fcn sind; erst der n\u00e4chste R\u00fcckschlag wird sie wieder brutal sichtbar machen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die drei Achsen, entlang derer sich die Miner spreizen, sind nicht neu, aber 2026 sind sie extremer als je zuvor. Erstens die Stromkosten, die je nach Standort zwischen rund vier und \u00fcber zwanzig Cent je Kilowattstunde liegen. Zweitens die Effizienz der Maschinen, die von unter zehn bis fast drei\u00dfig Joule je Terahash reicht. Drittens das Gesch\u00e4ftsmodell, das sich zwischen reinem Bitcoin-Mining und hochbezahlter AI-Colocation auff\u00e4chert. Jede dieser Achsen allein erkl\u00e4rt einen Unterschied um den Faktor zwei bis f\u00fcnf; zusammen multiplizieren sie sich zu der Gr\u00f6\u00dfenordnung, die den Begriff der einen Mining-Marge sinnlos macht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Achse eins: die Stromrechnung entscheidet fast alles<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Strom macht in einer laufenden Mine 75 bis 85 Prozent der Betriebskosten aus. Deshalb ist der Standort nicht ein Faktor unter vielen, sondern fast die ganze Rechnung. Fred Thiel, CEO des US-Miners MARA, hat das in einem oft zitierten Satz zugespitzt: Mining sei ein Nullsummenspiel, in dem die Margen komprimieren und &bdquo;the floor is your energy cost&ldquo;, wie er gegen\u00fcber <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>CoinGeek<\/a> sagte. Der Boden der Marge ist der Strompreis, und der Strompreis ist Geografie.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie weit dieser Boden auseinanderliegt, zeigt der <a href='https:\/\/techbullion.com\/the-global-bitcoin-mining-cost-index-2026\/'>Global Bitcoin Mining Cost Index 2026<\/a>: In Nigeria, \u00c4thiopien, Dubai und Teilen von Texas lassen sich industrielle Hosting-Tarife von rund vier bis sechs US-Cent je Kilowattstunde darstellen, teils sogar darunter, wenn die Maschinen direkt hinter dem Z\u00e4hler eines Kraftwerks stehen. Ein einziger Bitcoin kostet nach diesen Daten in Nigeria etwa 22.900 Dollar an Strom, zu einem US-Haushaltstarif dagegen \u00fcber 81.000 Dollar. Dieselbe Maschine, derselbe Hashprice, ein Kostenunterschied um mehr als das Dreifache, nur wegen der Steckdose.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Standort<\/th><th>Industrieller Strompreis (ct\/kWh)<\/th><th>Einordnung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>\u00c4thiopien, Nigeria, Kasachstan<\/td><td>rund 4 bis 5 (US-Cent)<\/td><td>Wasserkraft und gestrandetes Gas, g\u00fcnstigste Klasse<\/td><\/tr><tr><td>Texas, Dubai<\/td><td>rund 5 bis 6 (US-Cent)<\/td><td>hinter dem Z\u00e4hler teils unter 5<\/td><\/tr><tr><td>USA, Industrieschnitt<\/td><td>rund 8,9 (US-Cent)<\/td><td>Durchschnitt laut EIA<\/td><\/tr><tr><td>Finnland<\/td><td>7,48<\/td><td>nordische Wasser- und Kernkraft<\/td><\/tr><tr><td>Schweden<\/td><td>9,70<\/td><td>sauber, aber nicht am billigsten<\/td><\/tr><tr><td>Polen, Frankreich<\/td><td>rund 12 bis 14<\/td><td>europ\u00e4isches Mittelfeld<\/td><\/tr><tr><td>EU-Durchschnitt<\/td><td>18,37<\/td><td>Eurostat, zweites Halbjahr 2025<\/td><\/tr><tr><td>Deutschland<\/td><td>22,64<\/td><td>rund 23 Prozent \u00fcber EU-Schnitt<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die europ\u00e4ischen Werte stammen aus dem Eurostat-Vergleich f\u00fcr das zweite Halbjahr 2025, aufbereitet von <a href='https:\/\/www.industrie-fachwissen.de\/data\/industriestrompreise-deutschland-eu-vergleich-eurostat-2026'>industrie-fachwissen.de<\/a>. Sie machen den Abstand deutlich: Ein deutscher Industriestrompreis von 22,64 Cent ist fast das F\u00fcnffache des \u00e4thiopischen Tarifs. F\u00fcr einen Miner ist das kein Nachteil, den man mit besserem Management ausgleicht, sondern ein struktureller Graben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Achse zwei: das Alter der Maschinen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Achse ist die Effizienz der Hardware, gemessen in Joule je Terahash, also wie viel Strom eine Maschine pro Recheneinheit zieht. Hier hat sich 2026 eine neue Spitze gebildet: Bitmains Antminer S23 Hydro schafft rund 9,5 J\/TH und war der erste Serien-ASIC unter zehn Joule; Bitdeers SEALMINER A4 Ultra Hydro, im April 2026 vorgestellt, dr\u00fcckt den Rekord auf 9,45 J\/TH. Am anderen Ende stehen Altger\u00e4te wie der Antminer S19j Pro mit 29,5 J\/TH, die vor wenigen Jahren noch Standard waren. Dazwischen liegen der S21 XP (13,5), der S21 Pro (15), der WhatsMiner M60S (18,5) und der S19 XP (21,5).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Faktor drei in der Effizienz \u00fcbersetzt sich direkt in einen Faktor drei beim Strompreis, den eine Maschine gerade noch vertr\u00e4gt. Der kritische Grenzwert ist der Cash-Breakeven, also der Strompreis, bei dem der Tagesumsatz exakt die Stromkosten deckt. Er l\u00e4sst sich einfach rechnen, n\u00e4mlich Hashprice geteilt durch (24 mal Joule je Terahash). Bei einem Hashprice von 40,34 Dollar ergibt das die folgende Tabelle, umgerechnet zum Kurs von rund 1,125 Dollar je Euro.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>ASIC-Modell<\/th><th>Effizienz (J\/TH)<\/th><th>Breakeven-Strompreis (EUR\/kWh)<\/th><th>zum Vergleich (USD\/kWh)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>S23 Hydro \/ SEALMINER A4<\/td><td>9,5<\/td><td>0,157<\/td><td>0,177<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 XP<\/td><td>13,5<\/td><td>0,111<\/td><td>0,125<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 Pro<\/td><td>15,0<\/td><td>0,100<\/td><td>0,112<\/td><\/tr><tr><td>WhatsMiner M60S<\/td><td>18,5<\/td><td>0,081<\/td><td>0,091<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 XP<\/td><td>21,5<\/td><td>0,070<\/td><td>0,078<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19j Pro<\/td><td>29,5<\/td><td>0,051<\/td><td>0,057<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tabelle ist die ganze These in einem Bild. Ein S23 vertr\u00e4gt Strom bis fast 16 Cent und verdient damit in weiten Teilen Europas, selbst in Polen oder Frankreich, noch Geld. Ein S19j Pro braucht Strom unter gut f\u00fcnf Cent und ist damit praktisch nur noch in \u00c4thiopien, Kasachstan oder hinter einem texanischen Kraftwerksz\u00e4hler profitabel. Derselbe Hashprice am selben Tag ist f\u00fcr die eine Maschine ein Festmahl und f\u00fcr die andere Hunger. Wer alte und neue Ger\u00e4te in derselben Halle betreibt, f\u00fchrt in Wahrheit zwei verschiedene Unternehmen unter einem Dach.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Achse drei: das Gesch\u00e4ftsmodell<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die dritte Achse ist die j\u00fcngste und zugleich die folgenreichste. Immer mehr gro\u00dfe Miner verdienen einen wachsenden Teil ihres Geldes nicht mehr mit Bitcoin, sondern mit der Vermietung ihrer Stromkapazit\u00e4t und Rechenzentren an die AI-Branche. Der Grund ist simpel: Eine Megawattstunde, die in AI-Colocation flie\u00dft, bringt ein Vielfaches dessen, was sie im Mining erl\u00f6st. John Todaro, Analyst bei Needham, formuliert es gegen\u00fcber <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>CoinGeek<\/a> so: &bdquo;The revenue per megawatt and EBITDA margins are far higher for HPC and AI colocation than for mining.&ldquo;<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">James Butterfill, Research-Chef bei CoinShares, erwartet, dass einzelne b\u00f6rsennotierte Miner bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes aus AI ziehen, gegen\u00fcber rund 30 Prozent zuvor; die Branche habe eine ihrer &bdquo;most challenging periods&ldquo; durchlaufen, so Butterfill gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/395259\/bitcoin-miners-face-breakeven-pressure-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says'>The Block<\/a>. CoinShares beziffert die kumulierten angek\u00fcndigten AI- und HPC-Vertr\u00e4ge im b\u00f6rsennotierten Mining-Sektor auf \u00fcber 70 Milliarden Dollar. Wer hier einen gro\u00dfen Mietvertrag unterschrieben hat, spielt nicht mehr im selben Margenregime wie ein reiner Bitcoin-Miner.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Gabelung l\u00e4sst sich am Paar Marathon (MARA) und Riot studieren, das denselben Ausgangspunkt hatte und heute zwei verschiedene Gesch\u00e4fte betreibt; wir haben die beiden Wege in einem eigenen Vergleich nachgezeichnet, der zeigt, wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-riot-mining-ki-vergleich-2026\/'>Marathon und Riot auf zwei Routen vom Mining in die KI<\/a> abbiegen. Warum die Nachfrage nach dieser Rechenleistung \u00fcberhaupt so hart dr\u00fcckt, l\u00e4sst sich wiederum nur verstehen, wenn man die entstehende <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/maschinen-oekonomie-ki-agenten-krypto-nachfrage-2026\/'>Maschinen-\u00d6konomie der KI-Agenten<\/a> mitdenkt, die zu Kryptos n\u00e4chster gro\u00dfer Nutzergruppe werden k\u00f6nnte. Die Folge f\u00fcr die Margenverteilung ist eindeutig: Ein Teil der Flotte verdient inzwischen Rechenzentrums-Margen, w\u00e4hrend der Rest bei den kargen Mining-Margen bleibt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Zahl, die alle falsch verstehen: Cash gegen Vollkosten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ein Miner seine &bdquo;Kosten pro Bitcoin&ldquo; nennt, lohnt die R\u00fcckfrage, welche der drei Ebenen gemeint ist. Das beste \u00f6ffentliche Beispiel liefert Riot f\u00fcr das zweite Quartal 2026. Laut der eigenen <a href='https:\/\/www.riotplatforms.com\/riot-platforms-reports-second-quarter-2026-financial-results-and-strategic-highlights'>Quartalsmitteilung<\/a> lagen die Cash-Kosten f\u00fcr einen Bitcoin exklusive Abschreibung bei 49.912 Dollar, rund 70 Prozent des Produktionswerts. Rechnet man die Abschreibung hinzu, steigen die Vollkosten auf 90.631 Dollar, etwa 126 Prozent des Produktionswerts. Dieselbe Firma, dasselbe Quartal: auf Cash-Basis klar profitabel, auf Vollkosten-Basis mit Verlust. Beide Zahlen sind korrekt, sie beantworten nur verschiedene Fragen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Noch un\u00fcbersichtlicher wird es, wenn Firmen unterschiedliche Definitionen verwenden. MARA wies f\u00fcr dasselbe Quartal enge Energiekosten von nur 38.690 Dollar je Bitcoin aus, eine selbstgew\u00e4hlte, schmale Kennzahl, die kaum mehr als den reinen Strom an firmeneigenen Anlagen enth\u00e4lt und deshalb nicht mit Riots breiterer Cash-Kosten-Zahl vergleichbar ist. Wer die beiden Werte nebeneinanderstellt, vergleicht keine \u00c4pfel mit Birnen, sondern einen ganzen Apfel mit nur dem Kerngeh\u00e4use. F\u00fcr Anleger hei\u00dft das: Nicht die h\u00fcbscheste Einzelzahl z\u00e4hlt, sondern eine konsistent definierte Reihe \u00fcber mehrere Quartale, idealerweise die Vollkosten, denn nur sie sagen, ob das eingesetzte Kapital am Ende verdient wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was der Durchschnitt verschweigt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt l\u00e4sst sich die These mit Zahlen f\u00fcllen. Der j\u00fcngste <a href='https:\/\/coinshares.com\/corp\/insights\/research-data\/bitcoin-mining-report-q2-2026\/'>CoinShares Bitcoin Mining Report f\u00fcr das zweite Quartal<\/a> nennt f\u00fcr die b\u00f6rsennotierten Miner gewichtete Cash-Kosten (ohne Steuern) von rund 75.500 Dollar je Bitcoin. Das Bemerkenswerte daran: Im zweiten Quartal, als Bitcoin noch deutlich unter 65.000 Dollar notierte, lagen diese durchschnittlichen Cash-Kosten \u00fcber dem Marktpreis. Der mittlere Miner verlor also auf Cash-Basis Geld, wie auch <a href='https:\/\/panews.io\/articles\/01a0a5cc-eac2-72e9-a17f-a94ad392c70f'>PANews<\/a> aus dem Report zusammenfasst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Doch dieser Durchschnitt verschweigt die eigentliche Geschichte. Am g\u00fcnstigen Ende sch\u00fcrfte IREN laut CoinShares weiterhin unter dem Verkaufspreis und blieb einer der wenigen durchgehend profitablen Miner. Am anderen Ende steht TeraWulf mit ausgewiesenen Vollkosten von 471.841 Dollar und Cash-Kosten von 384.517 Dollar je Bitcoin, Werte, die der Report ausdr\u00fccklich als nicht vergleichbar mit reinen Minern kennzeichnet, weil die Firma mitten im AI-Umbau steckt und Abschreibungen auf AI-Infrastruktur in die Rechnung flie\u00dfen. Zwischen dem profitablen IREN und diesem rechnerischen TeraWulf-Wert liegt mehr als eine Gr\u00f6\u00dfenordnung, im selben Quartal, im selben Netzwerk.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Miner \/ Kennzahl (Q2 2026)<\/th><th>Kosten je Bitcoin<\/th><th>Definition und Hinweis<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>IREN<\/td><td>unter dem Verkaufspreis<\/td><td>einer der wenigen durchgehend profitablen Miner<\/td><\/tr><tr><td>MARA (enge Energiekosten)<\/td><td>38.690 $<\/td><td>eigene, schmale Methodik, nicht vergleichbar<\/td><\/tr><tr><td>Riot (Cash, exkl. Abschreibung)<\/td><td>49.912 $<\/td><td>rund 70 Prozent des Produktionswerts<\/td><\/tr><tr><td>Branchenschnitt (gewichtet, ex-Steuer)<\/td><td>rund 75.500 $<\/td><td>lag im Q2 \u00fcber dem Bitcoin-Kurs<\/td><\/tr><tr><td>Riot (Vollkosten, inkl. Abschreibung)<\/td><td>90.631 $<\/td><td>rund 126 Prozent des Produktionswerts<\/td><\/tr><tr><td>TeraWulf (Vollkosten)<\/td><td>471.841 $<\/td><td>durch AI-Umbau verzerrt, laut CoinShares nicht vergleichbar<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tabelle beweist den Punkt besser als jeder Satz: Die Frage &bdquo;Was kostet es, einen Bitcoin zu sch\u00fcrfen?&ldquo; hat 2026 keine einzelne Antwort. Sie hat eine Verteilung, die vom profitablen Betrieb bis zu einem sechsstelligen Rechenwert reicht, je nach Firma und Definition. CoinShares sch\u00e4tzt, dass auf dem Sommertief weiterhin 15 bis 20 Prozent der \u00e4lteren Ger\u00e4te unprofitabel liefen, selbst als der Durchschnitt sich erholte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Difficulty als Gleichmacher, der nicht gleichmacht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Einwand liegt nahe: Sorgt Bitcoins automatische Schwierigkeitsanpassung nicht daf\u00fcr, dass sich die Margen \u00fcber die Zeit wieder angleichen? Jein. Die Difficulty ist ein Regler, den kein anderes Gesch\u00e4ft kennt. Steigt der Umsatz, str\u00f6mt mehr Rechenleistung ins Netz, die Difficulty zieht an, und der Umsatz je Recheneinheit sinkt wieder. Nikolaos Panigirtzoglou von JPMorgan beschreibt die Mechanik gegen\u00fcber <a href='https:\/\/tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>TFTC<\/a> so: &bdquo;When bitcoin trades below its production cost, higher-cost miners power down, the hashrate declines, and difficulty adjusts lower.&ldquo; Seine Bank verortet die Produktionskosten bei rund 78.000 Dollar.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 l\u00e4uft dieser Satz r\u00fcckw\u00e4rts: Der Kurs stieg, die Hashrate blieb hoch, und die Difficulty zog kr\u00e4ftig an. Am 19. September sprang sie um 4,16 Prozent auf 132,76 Billionen, der neunte Anstieg des Jahres und der gr\u00f6\u00dfte seit Juni, bei einer Netzwerk-Rechenleistung von knapp unter 1.000 EH\/s. Damit holt sich das Netzwerk einen Teil des Rally-Gewinns zur\u00fcck, bevor er bei den Minern ankommt, wie die <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-hashrate-wachstum-q3-2026-bilanz-wende\/'>Bilanz des Hashrate-Wachstums im dritten Quartal<\/a> ausf\u00fchrlich nachzeichnet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist aber: Die Difficulty komprimiert den Durchschnitt, nicht die Spreizung. Sie zieht den Umsatz je Recheneinheit f\u00fcr alle gleich herunter. Weil sie den Erl\u00f6s uniform senkt, die Kosten aber weiter auseinanderliegen, trifft sie den teuersten Miner am h\u00e4rtesten und den billigsten kaum. Der Regler zwingt die Branche gegen die Kosten des Grenzminers, verkleinert aber nicht den Abstand zwischen dem Grenzminer und dem effizientesten Betreiber. Im Gegenteil: Je h\u00f6her die Difficulty, desto n\u00e4her r\u00fcckt der schwache Rand an die Abschaltschwelle, w\u00e4hrend der starke Rand komfortabel bleibt. Der vermeintliche Gleichmacher versch\u00e4rft die Auslese.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie Miner gegen die Spreizung ank\u00e4mpfen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verteilung ist kein Schicksal, das die Miner passiv hinnehmen; sie versuchen aktiv, sich entlang der drei Achsen nach oben zu arbeiten. Auf der Umsatzseite steht daf\u00fcr ein eigener Terminmarkt bereit. \u00dcber Hashprice-Forwards, wie sie Luxors <a href='https:\/\/luxor.tech\/derivatives'>Hashrate Index<\/a> anbietet, kann ein Betreiber seinen k\u00fcnftigen Erl\u00f6s je Recheneinheit f\u00fcr bis zu zw\u00f6lf Monate im Voraus verkaufen und so die Marge einfrieren, statt sie allein dem Kurs auszuliefern. Der Preis dieser Absicherung verr\u00e4t die Markterwartung: Die Terminkurve notiert mit einem Sechsmonatswert von rund 37,59 Dollar unter dem Kassakurs von gut 40 Dollar. Der Markt preist die Rally also bereits als teilweise verg\u00e4nglich ein, ein Zustand, den H\u00e4ndler Backwardation nennen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Kostenseite ist das wichtigste Werkzeug die Mobilit\u00e4t der Hardware. ASICs sind containerisiert und lassen sich verschiffen; wird eine Jurisdiktion zu teuer, wandert die Rechenleistung dorthin, wo der Strom billiger ist. Genau das erkl\u00e4rt, warum sich die geografische Karte des Minings laufend verschiebt und warum europ\u00e4ische Standorte im Nachteil bleiben. Die dritte Achse, das Gesch\u00e4ftsmodell, l\u00e4sst sich am schwersten und langsamsten \u00e4ndern: Ein AI-Mietvertrag erfordert passende Standorte, Genehmigungen, Glasfaseranbindung und oft Jahre Vorlauf. Gerade deshalb ist der Abstand zwischen den Vorreitern und den Nachz\u00fcglern auf dieser Achse am dauerhaftesten, und gerade deshalb entscheidet sie zunehmend \u00fcber die Rangfolge der Branche.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Deutschland und Europa: die teure Seite der Verteilung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Leser ist die Einordnung ern\u00fcchternd. Bei einem Industriestrompreis von 22,64 Cent je Kilowattstunde liegt selbst der Breakeven-Strompreis des effizientesten S23 (rund 16 Cent) weit darunter. Mit anderen Worten: Zu regul\u00e4ren deutschen Tarifen ist praktisch die gesamte Flotte defizit\u00e4r, vom modernsten Ger\u00e4t bis zum \u00e4ltesten. Mining im gro\u00dfen Stil findet in Deutschland deshalb kaum statt, und das ist keine Frage des Willens, sondern der Stromrechnung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die politische Entlastung hilft nicht. Der geplante, staatlich gest\u00fctzte Industriestrompreis von rund f\u00fcnf Cent ist ausdr\u00fccklich strategischen, energieintensiven Branchen vorbehalten und schlie\u00dft Miner aus. Wer in Europa \u00fcberhaupt noch sch\u00fcrft, \u00fcberlebt \u00fcber Nischen: direkt hinter dem Z\u00e4hler eines Wind- oder Wasserkraftwerks, \u00fcber die Abnahme sonst abgeregelten Stroms (Curtailment) oder \u00fcber W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung, bei der die Abw\u00e4rme der Maschinen ein Fernw\u00e4rmenetz oder ein Schwimmbad speist. Die nordischen L\u00e4nder mit Strom um sieben bis zehn Cent und hohem Anteil an Wasser- und Kernkraft sind hier klar im Vorteil gegen\u00fcber Deutschland.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch bleibt eine wichtige Klarstellung: Mining selbst ist in Deutschland keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung. Die BaFin beaufsichtigt nach ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> vom 3. Januar 2025 die Anbieter von Verwahrung und Handel (CASPs) unter MiCA, nicht die Rechenleistung, die Bl\u00f6cke findet. Wer in Deutschland mined, hat ein Energie- und Standortproblem, kein Aufsichtsproblem.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Quartalsberichte Ende Oktober zeigen werden<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuellste belastbare Kostenbasis stammt aus dem zweiten Quartal, berichtet Anfang August. Die Zahlen f\u00fcr das dritte Quartal, also f\u00fcr genau jene Rally, kommen erst Ende Oktober und im November. Diese Berichte werden der erste echte Test f\u00fcr die These dieses Textes. Wer sie liest, sollte nicht auf die durchschnittliche Erholung starren, sondern auf die Streuung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drei Dinge lohnen besondere Aufmerksamkeit. Erstens die Spanne der Kosten pro Bitcoin zwischen den Firmen: Zieht sich das Feld zusammen, oder driftet es weiter auseinander? Zweitens der Anteil des Umsatzes aus AI und HPC, denn jeder Punkt, um den dieser Anteil bei einem Miner steigt, verschiebt ihn aus dem Mining-Margenregime heraus. Drittens die L\u00fccke zwischen energetisierter und tats\u00e4chlich produktiver Hashrate, denn eine Firma kann viele Maschinen am Netz haben und trotzdem wenig Bitcoin produzieren, wenn ein Teil der Flotte alt und abgeschaltet ist. Der Durchschnittswert der Branche wird besser aussehen als im Vorquartal. Die Verteilung dahinter d\u00fcrfte breiter sein als je zuvor.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: Konsolidierung statt gleichm\u00e4\u00dfiger Erholung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Aufschwung die Flotte spreizt, wie l\u00f6st sich diese Spannung dann auf? Historisch \u00fcber Konsolidierung. Die effizienten, gut finanzierten Betreiber mit AI-Optionalit\u00e4t kaufen Kapazit\u00e4t und Standorte der schwachen auf oder \u00fcbernehmen deren Stromvertr\u00e4ge; der schwache Rand verschwindet nicht durch bessere Zahlen, sondern durch Fusion oder Abschaltung. Fred Thiel hat diese Endphase pr\u00e4gnant skizziert: &bdquo;By 2028, you&#8217;ll either be a power generator, be owned by one, or be partnered with one.&ldquo; Reines Mining am Netz, ohne eigene Stromerzeugung oder Partner, h\u00e4lt er f\u00fcr ein Auslaufmodell.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei strukturelle Kr\u00e4fte versch\u00e4rfen das. Erstens das Halving 2028, das den Block-Subsidy von 3,125 auf 1,5625 BTC halbiert und damit bei konstantem Kurs den Umsatz je Recheneinheit \u00fcber Nacht dr\u00fcckt; der schwache Rand, der heute dank Rally \u00fcberlebt, steht dann wieder vor derselben Wand. Zweitens die ausbleibende Geb\u00fchrenwende: Transaktionsgeb\u00fchren machen derzeit nur rund 0,43 Prozent des Block-Rewards aus, viel zu wenig, um den sinkenden Subsidy auszugleichen. Thiel warnt seit Langem, ohne j\u00e4hrliches Kurswachstum von 50 Prozent oder mehr werde die Rechnung nach 2028 sehr schwierig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Fazit ist deshalb zweischneidig. Die Erholung des dritten Quartals ist real, und sie hat echten Druck von der Branche genommen. Aber sie hat kein Problem gel\u00f6st, sie hat nur die Streuung \u00fcbert\u00fcncht. Wer 2026 \u00fcber Mining-Margen spricht, sollte die Einzahl aufgeben. Es gibt die profitablen und die unprofitablen Miner, die mit billigem Strom und die mit teurem, die mit neuen Chips und die mit alten, die mit AI-Mietvertrag und die ohne. Der Rekordquartals-Durchschnitt ist eine sch\u00f6ne Schlagzeile. Die Wahrheit steht in der Breite der Verteilung, und die war selten so gro\u00df.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was sind Mining-Margen bei Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mining-Marge ist die Differenz zwischen dem Umsatz einer Mine (Block-Subsidy plus Geb\u00fchren, zusammengefasst im Hashprice) und ihren Kosten. Man unterscheidet drei Ebenen: die Bruttomarge nur gegen den Stromverbrauch, die Cash-Kosten inklusive Betrieb und Personal sowie die Vollkosten inklusive Abschreibung und Zinsen. Eine Mine kann auf Cash-Basis profitabel und auf Vollkosten-Basis defizit\u00e4r sein.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Lohnt sich Bitcoin-Mining in Deutschland 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Zu regul\u00e4ren Tarifen kaum. Bei einem Industriestrompreis von rund 22,64 Cent je Kilowattstunde liegt selbst der effizienteste aktuelle ASIC weit \u00fcber seinem Breakeven von etwa 16 Cent. Der geplante Industriestrompreis von f\u00fcnf Cent schlie\u00dft Miner ausdr\u00fccklich aus. Rentabel bleibt Mining in Deutschland nur in Nischen wie Strom direkt hinter dem Kraftwerksz\u00e4hler, abgeregeltem \u00dcberschussstrom oder W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was kostet es, 2026 einen Bitcoin zu sch\u00fcrfen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das h\u00e4ngt stark von Firma und Definition ab. Laut CoinShares lagen die gewichteten Cash-Kosten der b\u00f6rsennotierten Miner im zweiten Quartal bei rund 75.500 Dollar. Einzelwerte reichen aber von unter dem Verkaufspreis bei effizienten Betreibern wie IREN bis zu \u00fcber 471.000 Dollar bei AI-umgebauten Firmen wie TeraWulf, deren Zahlen nicht mit reinen Minern vergleichbar sind.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen Cash-Kosten und Vollkosten?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Cash-Kosten umfassen den laufenden Betrieb, also Strom, Hosting, Personal und Pool-Geb\u00fchren, lassen aber Abschreibungen und Zinsen au\u00dfen vor. Die Vollkosten addieren die Abschreibung auf Hardware und Rechenzentren sowie Finanzierungskosten. Beispiel Riot im zweiten Quartal 2026: 49.912 Dollar Cash-Kosten gegen\u00fcber 90.631 Dollar Vollkosten je Bitcoin, also im selben Quartal cash-profitabel und auf Vollkosten-Basis defizit\u00e4r.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet das Halving 2028 f\u00fcr die Mining-Margen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das n\u00e4chste Halving 2028 halbiert den Block-Subsidy von 3,125 auf 1,5625 BTC und senkt damit bei konstantem Kurs den Umsatz je Recheneinheit schlagartig. Da Transaktionsgeb\u00fchren nur rund 0,43 Prozent des Block-Rewards ausmachen, fehlt der Ausgleich. 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