{"id":769,"date":"2026-10-13T22:30:29","date_gmt":"2026-10-13T22:30:29","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-ein-jahr-nach-dem-rekord-miner-zyklus-2026\/"},"modified":"2026-10-13T22:30:29","modified_gmt":"2026-10-13T22:30:29","slug":"hashprice-ein-jahr-nach-dem-rekord-miner-zyklus-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-ein-jahr-nach-dem-rekord-miner-zyklus-2026\/","title":{"rendered":"Hashprice ein Jahr nach dem Rekord: der Zyklus der Miner"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor einem Jahr, Anfang Oktober 2025, lief f\u00fcr Bitcoin-Miner scheinbar alles zusammen. Der Kurs kletterte auf ein Rekordhoch von rund 126.000 US-Dollar, die Rechenleistung des Netzwerks \u00fcberschritt erstmals dauerhaft ein Zettahash (1.000 EH\/s), und die Mining-Difficulty erreichte mit knapp 156 Billionen ihren bis heute h\u00f6chsten Stand. Und trotzdem fiel der Hashprice, also der t\u00e4gliche Umsatz je Einheit Rechenleistung, in genau diesem Monat weiter. Wer die zw\u00f6lf Monate seither nachzeichnet, findet darin keine Panne, sondern ein Muster, das \u00d6konomen seit hundert Jahren kennen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Heute, Mitte Oktober 2026, steht Bitcoin bei rund 74.500 Euro (etwa 83.400 US-Dollar), gut ein Drittel unter dem Rekord. Der Hashprice notiert bei knapp 40 US-Dollar je PH und Tag, nachdem er Ende Juni ein Mehrjahrestief nahe 28 Dollar gesehen hatte. Dieser Text ist kein weiterer Hashprice-Erkl\u00e4rer, sondern eine Jahresbilanz. Die These dahinter ist einfach: Der Absturz und die Erholung des Hashprice waren weniger eine Geschichte des Bitcoin-Kurses als eine Geschichte von Investitionen, die zur falschen Zeit getroffen wurden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Lesart ist mehr als eine r\u00fcckblickende Pointe. Sie erkl\u00e4rt, warum die Erholung seit dem Sommer so z\u00e4h verl\u00e4uft, warum ausgerechnet deutsche Standorte im Abseits stehen, und warum der n\u00e4chste Kapitalzufluss, diesmal getrieben von k\u00fcnstlicher Intelligenz, schon wieder die Saat f\u00fcr den \u00fcbern\u00e4chsten \u00dcberhang legen k\u00f6nnte. Der Hashprice ist daf\u00fcr die ideale Linse, weil er alle relevanten Kr\u00e4fte in einer einzigen Zahl b\u00fcndelt: Kurs, Rechenleistung, Belohnung und Geb\u00fchren. Wer ihn \u00fcber ein volles Jahr verfolgt, sieht der Mining-\u00d6konomie beim Atmen zu.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ein Jahr nach dem Rekord: die Momentaufnahme<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die k\u00fcrzeste Art, das Jahr zu fassen, ist ein direkter Vergleich der beiden Oktober. Der Bitcoin-Kurs bringt es laut <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a> auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,5 Billionen Euro (etwa 1,68 Billionen Dollar); <a href='https:\/\/fortune.com\/article\/price-of-bitcoin-10-13-2026'>Fortune<\/a> notierte am 13. Oktober 2026 einen Preis von 83.408 Dollar. Die Rechenleistung ist zwar wieder in der N\u00e4he eines Zettahash, die Difficulty aber liegt deutlich unter dem Rekord. Der Hashprice hat sich halbwegs erholt, ohne an das Niveau von vor einem Jahr heranzukommen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Oktober 2025 (Rekord)<\/th><th>Oktober 2026 (heute)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin-Kurs<\/td><td>rund 126.000 USD<\/td><td>rund 83.400 USD (ca. 74.500 EUR)<\/td><\/tr><tr><td>Hashprice (USD\/PH\/Tag)<\/td><td>rund 48, fallend<\/td><td>rund 39 bis 40<\/td><\/tr><tr><td>Netzwerk-Hashrate<\/td><td>rund 1.082 EH\/s<\/td><td>rund 1.020 bis 1.060 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Difficulty<\/td><td>155,97 Bio. (Rekord)<\/td><td>132,72 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>Block-Subvention<\/td><td>3,125 BTC<\/td><td>3,125 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Beherrschendes Thema<\/td><td>neuer Kursrekord<\/td><td>AI-Umbau der Branche<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quellen: CoinGecko, Fortune, Hashrate Index, CoinWarz. Hashprice und Hashrate sind volatil und tagesabh\u00e4ngig.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Drei Dinge fallen sofort auf. Erstens hat sich der Bitcoin-Kurs zwar klar von seinen Sommertiefs erholt, liegt aber immer noch rund ein Drittel unter dem Rekord. Zweitens ist die Rechenleistung fast wieder auf dem Niveau von vor einem Jahr, die Difficulty dagegen deutlich darunter, ein erster Hinweis, dass das Netzwerk zwischenzeitlich Kapazit\u00e4t verloren und sie erst teilweise zur\u00fcckgewonnen hat. Und drittens hat sich die beherrschende Erz\u00e4hlung der Branche verschoben: weg vom Kursrekord und der Jagd nach Hashrate, hin zum Umbau in Richtung k\u00fcnstlicher Intelligenz. Jede dieser drei Beobachtungen hat ihre eigene Ursache, und zusammengenommen ergeben sie die Geschichte dieses Jahres.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashprice in einem Satz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hashprice ist der erwartete Tagesumsatz eines Miners je Einheit Rechenleistung, \u00fcblicherweise in US-Dollar pro Petahash und Tag (PH\/Tag). Die Formel ist \u00fcberschaubar: Man nimmt die rund 144 Bl\u00f6cke pro Tag, multipliziert mit der Blockbelohnung (zurzeit 3,125 BTC plus Geb\u00fchren) und mit dem Bitcoin-Kurs, und teilt das Ergebnis durch die gesamte Netzwerk-Hashrate. Der Begriff stammt vom Analyse-Anbieter Luxor, der den <a href='https:\/\/docs.luxor.tech\/hashrateindex\/hashprice'>Hashprice-Index<\/a> etabliert hat. Wichtig f\u00fcr alles Weitere: Der Hashprice ist eine Weltzahl. Er ist f\u00fcr jeden Miner auf dem Planeten identisch, egal ob in Texas, \u00c4thiopien oder Nordrhein-Westfalen. Was sich lokal unterscheidet, ist allein die Kostenseite, vor allem der Strompreis, wie wir in der Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-2026-weltzahl-lokale-stromrechnung\/'>zur lokalen Stromrechnung<\/a> ausf\u00fchrlich gezeigt haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein kurzes Rechenbeispiel macht das greifbar. Bei rund 144 Bl\u00f6cken t\u00e4glich, einer Subvention von 3,125 BTC, einem Kurs von etwa 83.400 Dollar und einer Hashrate von grob 1.020.000 PH\/s ergibt sich ein Wert von 144 mal 3,125 mal 83.400, geteilt durch 1.020.000, also ungef\u00e4hr 37 Dollar; die Transaktionsgeb\u00fchren heben die ver\u00f6ffentlichten Werte auf knapp 40 Dollar an. Jede Variable in dieser Rechnung hat 2026 ihre eigene Geschichte geschrieben: Der Kurs fiel und stieg wieder, die Hashrate kletterte, die Geb\u00fchren blieben marginal, und die Subvention bleibt bis zum Halving 2028 fix. Der Hashprice presst all das in eine Zahl, und genau deshalb ist er so aussagekr\u00e4ftig und zugleich so sprunghaft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Wendepunkt lag im Hoch, nicht im Tief<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten R\u00fcckblicke datieren den Beginn der Miner-Krise auf den Kursrutsch des Winters. Das ist zu sp\u00e4t. Der Hashprice begann schon zu fallen, als Bitcoin sein Allzeithoch markierte. Im Oktober 2025 sackte der monatliche Durchschnitts-Hashprice laut <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/luxor-hashrate-lookback-series-october-2025\/'>Luxors Hashrate Lookback<\/a> um 6,9 Prozent auf 48,47 Dollar je PH\/Tag, den dritten Monatsr\u00fcckgang in Folge. Zur selben Zeit meldete CoinDesk unter Berufung auf JPMorgan, dass die Netzwerk-Hashrate im Oktober im Schnitt auf <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/11\/03\/bitcoin-network-hashrate-hit-record-high-in-october-jpmorgan-says'>1.082 EH\/s<\/a> stieg und die Difficulty um 8,4 Prozent auf ein Rekordhoch kletterte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der Kern der Sache. Der Bitcoin-Kurs, der Z\u00e4hler in der Hashprice-Formel, stand auf Rekord, aber die Hashrate, der Nenner, wuchs schneller. Schon <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/10\/02\/bitcoin-mining-hits-toughest-level-yet-while-hashprice-slides'>Anfang Oktober 2025<\/a> trug CoinDesk die Schlagzeile, dass das Mining den h\u00e4rtesten Stand aller Zeiten erreicht, w\u00e4hrend der Hashprice rutscht. Der Wettbewerb um die feste Blockbelohnung versch\u00e4rfte sich also schneller, als der steigende Kurs ihn verg\u00fcten konnte. Der Gipfel des Kurses war zugleich der Beginn des Abschwungs bei den Miner-Erl\u00f6sen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Befund widerspricht der Alltagsintuition, die den Hashprice stillschweigend an den Kurs koppelt. Steigt Bitcoin, so das Bauchgef\u00fchl, steigt auch der Umsatz der Miner. Das stimmt aber nur, solange die Rechenleistung nicht schneller w\u00e4chst. Genau das jedoch tat sie im Herbst 2025. Jeder neue Kursrekord lockte frisches Kapital in die Branche, und jedes Megawatt, das ans Netz ging, verteilte dieselbe feste Blockbelohnung auf mehr Schultern. Der Hashprice ist eben kein Preis, sondern ein Quotient, und der Nenner war 2025 der aktivere Teil der Gleichung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Schweinezyklus der Rechenleistung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wuchs die Hashrate ausgerechnet dann am st\u00e4rksten, als sich das Mining kaum noch lohnte? Weil die Entscheidung zu wachsen Monate vorher gefallen war. Hier hilft ein Begriff aus der deutschen Agrar\u00f6konomie: der Schweinezyklus, in den 1920er-Jahren vom Agrar\u00f6konomen Arthur Hanau beschrieben. Hohe Preise verleiten Landwirte dazu, mehr Ferkel aufzuziehen; bis die Tiere schlachtreif sind, ist der Markt \u00fcberversorgt und der Preis f\u00e4llt; die Bauern drosseln, und Jahre sp\u00e4ter wiederholt sich das Spiel. Der entscheidende Mechanismus ist die Verz\u00f6gerung zwischen Investitionsentscheidung und Wirkung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Bitcoin-Mining l\u00e4uft es fast identisch, nur mit ASICs statt Ferkeln. In der ersten Jahresh\u00e4lfte 2025, als der Hashprice noch bei 55 bis \u00fcber 60 Dollar lag, bestellten Miner im gro\u00dfen Stil neue Hardware und sicherten sich Megawatt. Diese Maschinen, oft mit sechs bis zw\u00f6lf Monaten Vorlauf, gingen Ende 2025 und im ersten Halbjahr 2026 ans Netz, also genau dann, als der Kurs vom Rekord abbr\u00f6ckelte. Das Ergebnis war eine Rechenleistung, die weit \u00fcber das hinauswuchs, was die Erl\u00f6se noch trugen. Wer die Hardware-Seite dieses Rennens verstehen will, findet in unserer Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitmain-microbt-hersteller-als-miner-blockmacht-2026\/'>zum Duell Bitmain gegen MicroBT<\/a> die Hintergr\u00fcnde dazu, wie die beiden Hersteller das Angebot steuern und zunehmend selbst sch\u00fcrfen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorlauf ist dabei die entscheidende Gr\u00f6\u00dfe. Zwischen der Bestellung einer ASIC-Charge und ihrem produktiven Betrieb liegen Monate: Fertigung, Verschiffung, Zoll, der Bau oder die Anmietung der Halle, der Netzanschluss. Wer im Fr\u00fchjahr 2025 bei einem Hashprice von 60 Dollar kalkulierte, plante f\u00fcr eine Welt, die es bei Inbetriebnahme nicht mehr gab. Versch\u00e4rfend kam hinzu, dass das Halving vom April 2024 die Belohnung bereits auf 3,125 BTC halbiert hatte; die Branche versuchte, diesen Einschnitt mit schierer Masse an Rechenleistung auszugleichen, und beschleunigte damit genau den Wettlauf, der die Marge auffra\u00df. Masse war die Antwort auf ein Mengenproblem, das sich durch Masse nicht l\u00f6sen l\u00e4sst.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zw\u00f6lf Monate im Zeitraffer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Tabelle zeigt den Weg des Hashprice \u00fcber das Jahr. Auff\u00e4llig ist nicht nur der Absturz, sondern sein Timing: Der Tiefpunkt kam erst Ende Juni 2026, acht Monate nach dem Kursrekord, exakt in dem Moment, als die zuvor bestellte Kapazit\u00e4t vollst\u00e4ndig angeschlossen war.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>Hashprice (USD\/PH\/Tag)<\/th><th>Was passierte<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Okt 2025<\/td><td>rund 48, fallend<\/td><td>Kursrekord, Hashrate \u00fcber 1 ZH\/s, Difficulty-Rekord<\/td><\/tr><tr><td>Nov 2025<\/td><td>F\u00fcnf-Jahres-Tief<\/td><td>Rekord-Difficulty trifft auf drehenden Kurs<\/td><\/tr><tr><td>Dez 2025<\/td><td>rund 35<\/td><td>Vorbestellte Kapazit\u00e4t str\u00f6mt weiter ins Netz<\/td><\/tr><tr><td>M\u00e4rz 2026<\/td><td>rund 28 bis 30<\/td><td>Neues Tief nach dem Halving von 2024<\/td><\/tr><tr><td>Ende Juni 2026<\/td><td>rund 27,70<\/td><td>Tiefpunkt, Hashrate selbst auf F\u00fcnf-Jahres-Tief<\/td><\/tr><tr><td>Anfang Aug 2026<\/td><td>rund 32<\/td><td>Difficulty f\u00e4llt, erste Erholung<\/td><\/tr><tr><td>6. Sep 2026<\/td><td>39,63 (+22 % z. Vormonat)<\/td><td>Kurs-Rally zieht den Hashprice mit<\/td><\/tr><tr><td>Okt 2026<\/td><td>rund 39 bis 40<\/td><td>Difficulty holt auf (+4,16 % am 19. Sep)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quellen: Hashrate Index, CoinDesk, news.bitcoin.com. Werte gerundet und tagesabh\u00e4ngig.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen dem Rekord und dem Tief verlor der Hashprice rund 40 Prozent. Die Erholung ab August 2026 fiel mit einem Monatsplus von <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/mining\/difficulty-rises-hashprice-rips-22-as-bitcoin-hashrate-stalls\/'>22 Prozent<\/a> kr\u00e4ftig aus, blieb aber ein Kurs-Ereignis und kein Netzwerk-Ereignis. Auf diesen Unterschied kommen wir noch zur\u00fcck.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist vor allem die Hartn\u00e4ckigkeit des Tiefs. Der Hashprice verharrte vom Sp\u00e4therbst 2025 bis in den Sommer 2026 in einem schmalen Band um die 30 Dollar oder knapp darunter, \u00fcber mehr als ein halbes Jahr. Das war kein kurzer Schock, sondern eine anhaltende Phase, in der der Erl\u00f6s f\u00fcr einen erheblichen Teil der Flotte unter den laufenden Kosten lag. Erst die Kombination aus abschaltender Kapazit\u00e4t, also sinkender Difficulty, und steigendem Kurs im Sp\u00e4tsommer 2026 drehte das Blatt. Die Reihenfolge ist wichtig: Zuerst korrigierte das Netzwerk sich selbst, dann half der Markt nach.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zweimal F\u00fcnf-Jahres-Tief und die Kapitulation<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Boden kam in zwei Etappen. Bereits Mitte November 2025 fiel der Hashprice laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/11\/18\/bitcoin-hashprice-falls-to-five-year-low'>CoinDesk<\/a> auf ein F\u00fcnf-Jahres-Tief. Danach ging es weiter bergab, bis Ende Juni 2026 Tagespreise nahe 27,70 Dollar erreicht wurden, einige der niedrigsten Werte, die je gemessen wurden. Zugleich markierte die Hashrate im ersten Halbjahr 2026 selbst ein F\u00fcnf-Jahres-Tief, weil deutlich \u00fcber hundert EH\/s an \u00e4lterer Hardware vom Netz gingen. Das ist Kapitulation im Lehrbuchsinn: Wenn der Erl\u00f6s die Stromrechnung nicht mehr deckt, schalten Miner ab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie eng es war, zeigen die Produktionskosten. Laut dem <a href='https:\/\/coinshares.com\/corp\/insights\/research-data\/bitcoin-mining-report-q2-2026\/'>Bitcoin-Mining-Report von CoinShares f\u00fcr das zweite Quartal 2026<\/a> lagen die gewichteten Barkosten der b\u00f6rsennotierten Miner (ohne Steuern und Abschreibung) bei rund 75.500 Dollar je Bitcoin und damit zeitweise \u00fcber dem Marktpreis. JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou bezifferte die Vollkosten je Bitcoin <a href='https:\/\/www.tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>auf etwa 78.000 Dollar<\/a> und sch\u00e4tzte, dass 15 bis 20 Prozent der Flotte unrentabel arbeiteten. F\u00fcr einen in Euro rechnenden Betreiber war das eine existenzielle Lage.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Krise traf nicht alle gleich. Die Spanne der Produktionskosten zwischen den b\u00f6rsennotierten Minern ist enorm und reicht von Betreibern mit eigenem, sehr g\u00fcnstigem Strom in Texas bis zu Flotten, deren Vollkosten je Bitcoin weit \u00fcber dem Marktpreis lagen. Wer alte, ineffiziente Hardware an teurem Netzstrom betrieb, war zuerst drau\u00dfen; wer unter 15 J\/TH und unter sechs US-Cent je kWh blieb, \u00fcberstand auch das Juni-Tief mit positiver Barmarge. Die Kapitulation war also kein Fl\u00e4chenbrand, sondern eine Auslese, und sie verlief entlang genau der beiden Achsen, die der Hashprice selbst nicht enth\u00e4lt: Effizienz der Maschine und Preis des Stroms.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Difficulty als eingebaute Korrektur<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schweinezyklus kennt beim Schwein kein Korrektiv au\u00dfer der Insolvenz. Bitcoin hat eines, und es steckt im Protokoll: die Difficulty-Anpassung alle rund zwei Wochen. F\u00e4llt Rechenleistung weg, sinkt die Difficulty, und die verbliebenen Miner verdienen je Einheit wieder mehr. Genau das geschah 2026. Panigirtzoglou fasste den Mechanismus so zusammen: &bdquo;Wenn Bitcoin unter seinen Produktionskosten handelt, fahren teurere Miner herunter, die Hashrate sinkt, und die Difficulty passt sich nach unten an.&ldquo;<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahlenreihe des Jahres liest sich wie ein Thermostat bei der Arbeit: tiefe Einschnitte im Sommer, als Miner abschalteten, dann wieder Anstiege, als der Kurs sich erholte und Hardware zur\u00fcckkam. Der Rekordwert von 155,97 Billionen aus dem November 2025 liegt bis heute rund 15 Prozent \u00fcber dem aktuellen Stand.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum<\/th><th>\u00c4nderung<\/th><th>Difficulty danach<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>14. Jun 2026<\/td><td>-10,09 %<\/td><td>124,93 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>27. Jun 2026<\/td><td>+7,15 %<\/td><td>133,87 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>11. Jul 2026<\/td><td>-5,00 %<\/td><td>127,17 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>25. Jul 2026<\/td><td>-0,74 %<\/td><td>126,23 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>8. Aug 2026<\/td><td>+0,99 %<\/td><td>127,48 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>23. Aug 2026<\/td><td>-1,31 %<\/td><td>125,81 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>6. Sep 2026<\/td><td>+1,31 %<\/td><td>127,45 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>19. Sep 2026<\/td><td>+4,16 %<\/td><td>132,76 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>3. Okt 2026<\/td><td>-0,03 %<\/td><td>132,72 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>ca. 16. Okt 2026 (Sch\u00e4tzung)<\/td><td>ca. +3,4 %<\/td><td>ca. 137 Bio.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quelle: CoinWarz. Der letzte Eintrag ist eine Sch\u00e4tzung vor dem Retarget.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Laut <a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/bitcoin-difficulty'>CoinWarz<\/a> steht die Difficulty aktuell bei 132,72 Billionen, der n\u00e4chste Retarget wird um den 16. Oktober erwartet und d\u00fcrfte sie um gut drei Prozent nach oben schieben. Das ist der eigentliche Grund, warum die Hashprice-Erholung z\u00e4h bleibt: Jeder Kursgewinn lockt Rechenleistung an, und die Difficulty konkurriert den Vorteil wieder weg. Der Thermostat gl\u00e4ttet den Schweinezyklus, er hebt ihn nicht auf.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Perfekt ist dieses Korrektiv nicht, denn es wirkt mit Verz\u00f6gerung. Die Difficulty passt sich nur alle 2.016 Bl\u00f6cke an, also etwa alle zwei Wochen, und sie orientiert sich r\u00fcckblickend an den Blockzeiten der zur\u00fcckliegenden Periode. F\u00e4llt der Kurs abrupt, verdienen Miner tagelang unter ihren Kosten, bevor der n\u00e4chste Retarget Entlastung bringt; steigt der Kurs wie im Sp\u00e4tsommer 2026, kassieren die Betreiber ein Fenster \u00fcberdurchschnittlicher Margen, bis die Anpassung nachzieht. Diese Verz\u00f6gerung ist die kleine Schwester des Schweinezyklus: Auch das Korrektiv kommt immer einen Takt zu sp\u00e4t, nur eben in Tagen statt in Monaten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashprice global, Marge lokal<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt wird aus der Weltzahl eine deutsche Rechnung. Da der Hashprice \u00fcberall gleich ist, entscheidet allein der Strompreis dar\u00fcber, wer verdient. Die folgende Tabelle rechnet den maximal tragbaren Strompreis (die Gewinnschwelle) f\u00fcr g\u00e4ngige ASIC-Modelle in drei Phasen des Jahres durch: beim Rekord-Hashprice von Oktober 2025, am Juni-Tief und heute. Grundlage ist die Faustformel Hashprice geteilt durch 24 mal die Effizienz in J\/TH, umgerechnet zu einem Euro-Kurs von rund 1,12.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>ASIC (J\/TH)<\/th><th>bei ca. 48 USD (Okt 2025)<\/th><th>bei ca. 28 USD (Juni-Tief)<\/th><th>bei ca. 40 USD (heute)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Antminer S23 Hydro (9,5)<\/td><td>0,188 (0,21)<\/td><td>0,110 (0,12)<\/td><td>0,157 (0,18)<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 XP (13,5)<\/td><td>0,132 (0,15)<\/td><td>0,077 (0,09)<\/td><td>0,110 (0,12)<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 Pro (15)<\/td><td>0,119 (0,13)<\/td><td>0,069 (0,08)<\/td><td>0,099 (0,11)<\/td><\/tr><tr><td>WhatsMiner M60S (18,5)<\/td><td>0,097 (0,11)<\/td><td>0,056 (0,06)<\/td><td>0,080 (0,09)<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 XP (21,5)<\/td><td>0,083 (0,09)<\/td><td>0,048 (0,05)<\/td><td>0,069 (0,08)<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19j Pro (29,5)<\/td><td>0,061 (0,07)<\/td><td>0,035 (0,04)<\/td><td>0,050 (0,06)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Gewinnschwelle in EUR\/kWh (USD in Klammern). Quellen: Hersteller-Spezifikationen von Bitmain und WhatsMiner; Berechnung HOGE Wire.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tabelle erkl\u00e4rt das deutsche Dilemma in einer Zeile. Der gewerbliche Industriestrompreis lag laut einer <a href='https:\/\/industrie-fachwissen.de\/data\/industriestrompreise-deutschland-eu-vergleich-eurostat-2026'>Eurostat-Auswertung<\/a> im zweiten Halbjahr 2025 bei rund 22,6 Cent je kWh, etwa ein Viertel \u00fcber dem EU-Schnitt. Selbst der modernste Wasserk\u00fchler mit 9,5 J\/TH braucht bei einem Hashprice von 40 Dollar aber nur knapp 16 Euro-Cent, um die Gewinnschwelle zu erreichen. An deutschen Netzpreisen ist damit praktisch die gesamte Flotte unter Wasser. Der 2026 eingef\u00fchrte subventionierte Industriestrompreis von f\u00fcnf Cent gilt nur f\u00fcr definierte energieintensive Branchen und schlie\u00dft Rechenzentren und Mining ausdr\u00fccklich aus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist das kein Zufall. Mining ist in Deutschland keine lizenzpflichtige Finanzdienstleistung. Die BaFin beaufsichtigt laut ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> Verwahrer und Handelsplattformen (die CASPs unter MiCA), nicht aber das Sch\u00fcrfen selbst. Wer in Deutschland mint, tut das als Energie- und Industriebetrieb, nicht als beaufsichtigter Finanzakteur, und genau die Energieseite ist hierzulande das Problem.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">International sieht die Rechnung v\u00f6llig anders aus. In Teilen der Golfregion, in \u00c4thiopien mit Wasserkraft, in Kasachstan oder hinter dem Z\u00e4hler an texanischen Gasquellen liegen die Stromkosten bei vier bis sechs US-Cent je kWh, teils darunter. Dort verdient selbst mittelalte Hardware bei einem Hashprice von 40 Dollar noch Geld. Deutsche Betreiber k\u00f6nnen diese L\u00fccke nur schlie\u00dfen, wenn sie Strom nutzen, der ohnehin verloren ginge, etwa abgeregelten Wind- oder Solarstrom, oder wenn sie die Abw\u00e4rme sinnvoll weiterverwenden. Als Abnehmer von Netzstrom zu Industriepreisen ist ein deutscher Standort im globalen Hashprice-Wettbewerb strukturell chancenlos, und daran \u00e4ndert auch die Erholung auf 40 Dollar nichts.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Kurs st\u00e4rker fiel als der Hashprice<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein scheinbarer Widerspruch rundet die Jahresbilanz ab. Der Bitcoin-Kurs steht heute rund 34 Prozent unter dem Rekord, der Hashprice aber nur etwa 17 Prozent unter seinem Wert vom Oktober 2025. Wie kann die Miner-Kennzahl den Absturz besser \u00fcberstanden haben als der zugrunde liegende Kurs? Weil der Nenner mitgefallen ist. Die Difficulty gab vom Rekord rund 15 Prozent nach, und dieser R\u00fcckgang hat den Kursverlust je Recheneinheit teilweise aufgefangen. Der Thermostat hat die Miner gesch\u00fctzt, die durchgehalten haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Noch klarer wird es, wenn man den Hashprice nicht in Dollar, sondern in Bitcoin misst. In BTC gerechnet lag er vor einem Jahr bei grob 0,0005 BTC je PH\/Tag und liegt heute bei rund 0,00047 BTC, also fast unver\u00e4ndert. Die gesamte Achterbahn des Jahres war in Bitcoin-Einheiten viel flacher. Das ist vielleicht die wichtigste Lehre: Der Hashprice in Dollar ist zu gro\u00dfen Teilen ein Kurs-Thermometer, der Hashprice in Bitcoin misst den echten Wettbewerb um die Blockbelohnung. Und dieser Wettbewerb ist \u00fcber das Jahr kaum milder geworden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Bewertung von Miner-Aktien ist diese Unterscheidung mehr als akademisch. Ein Betreiber, dessen Bestand an Rechenleistung in Bitcoin gerechnet real abschmilzt, muss laufend reinvestieren, nur um seinen Anteil am Netzwerk zu halten. Der Dollar-Hashprice kann sich erholen und verdeckt dabei die reale Erosion, die die wachsende Difficulty erzeugt. Genau deshalb ist der in Bitcoin gemessene Hashprice die ehrlichere Kennzahl: Er zeigt, dass das vergangene Jahr trotz der nominalen Achterbahn vor allem eines war, ein gleichbleibend harter Verdr\u00e4ngungswettbewerb.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der n\u00e4chste Zyklus: AI-Kapital flutet die Branche<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Schweinezyklus eine Lehre hat, dann diese: Der n\u00e4chste \u00dcberhang entsteht, w\u00e4hrend alle noch \u00fcber den letzten reden. 2026 flie\u00dft mehr Kapital in Mining-Standorte als je zuvor, nur hei\u00dft das Ziel diesmal oft nicht Hashrate, sondern AI. Laut CoinShares haben die b\u00f6rsennotierten Miner inzwischen Vertr\u00e4ge \u00fcber mehr als 70 Milliarden Dollar f\u00fcr AI- und HPC-Rechenzentren angek\u00fcndigt. Allein IREN unterzeichnete im November 2025 einen <a href='https:\/\/techcrunch.com\/2025\/11\/03\/microsoft-inks-9-7bil-deal-with-australias-iren-for-ai-cloud-capacity\/'>5-Jahres-Vertrag \u00fcber 9,7 Milliarden Dollar<\/a> mit Microsoft, der NVIDIA-GB300-Kapazit\u00e4t in Texas bereitstellt. In einem einzigen Quartal 2026 investierten vierzehn gelistete Miner nach Daten von <a href='https:\/\/www.chaincatcher.com\/en\/article\/2290393'>ChainCatcher<\/a> zusammen rund 18,6 Milliarden Dollar in Infrastruktur.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund ist nackte \u00d6konomie. Needham-Analyst John Todaro bringt es <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>auf den Punkt<\/a>: &bdquo;Umsatz pro Megawatt und EBITDA-Margen sind bei HPC und AI-Colocation weit h\u00f6her als beim Mining.&ldquo; CoinShares-Analyst James Butterfill erwartet, dass einige Miner bis Jahresende <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/395259'>bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes<\/a> aus AI beziehen, gegen\u00fcber rund 30 Prozent heute, und spricht von einer der schwierigsten Phasen seit dem Halving. Dasselbe Muster treibt die Nachfrage nach GPU-Rechenleistung andernorts, wie unsere Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/render-q3-2026-rekordquartal-comeback\/'>zu Renders Rekordquartal<\/a> zeigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gr\u00f6\u00dfenunterschied ist dramatisch. W\u00e4hrend reine Mining-Infrastruktur grob 0,7 bis 1 Million Dollar je Megawatt kostet, verschlingt AI-f\u00e4hige Rechenzentrumskapazit\u00e4t mit Fl\u00fcssigk\u00fchlung und High-End-GPUs ein Vielfaches davon, daf\u00fcr aber bei deutlich h\u00f6heren und vor allem planbaren Erl\u00f6sen je Megawatt. Ein \u00fcber f\u00fcnf Jahre vertraglich fixierter AI-Umsatz ist f\u00fcr einen Betreiber etwas grundlegend anderes als ein Mining-Erl\u00f6s, der im Takt von Kurs und Difficulty schwankt. Das erkl\u00e4rt, warum fast jeder gro\u00dfe Miner 2026 einen Teil seiner Megawatt umwidmet, und warum der Hashprice f\u00fcr diese Unternehmen zunehmend nur noch eine von zwei Einnahmequellen beschreibt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bricht AI den Zyklus, oder verschiebt es ihn nur?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird die Analogie interessant, denn AI k\u00f6nnte den klassischen Schweinezyklus theoretisch durchbrechen. Vermietet ein Betreiber seine Megawatt an einen AI-Kunden, werden sie nicht zu Hashrate. Kapazit\u00e4t, die fr\u00fcher den Hashprice gedr\u00fcckt h\u00e4tte, verschwindet also aus der Mining-Gleichung. In dieser Lesart st\u00fctzt der AI-Boom den Hashprice, weil er Strom und Kapital vom Sch\u00fcrfen abzieht. MARA-Chef Fred Thiel formuliert die Konsequenz f\u00fcr die Branche <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>drastisch<\/a>: &bdquo;Bis 2028 bist du entweder selbst Stromerzeuger, geh\u00f6rst einem oder bist mit einem verb\u00fcndet.&ldquo;<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die andere Lesart ist weniger beruhigend. Der Zyklus verschwindet nicht, er wandert nur eine Ebene h\u00f6her. Dieselben Milliardeninvestitionen, die heute als AI-Umbau gefeiert werden, k\u00f6nnten in zwei Jahren eine \u00dcberversorgung an Rechenzentrumskapazit\u00e4t erzeugen, wenn die AI-Nachfrage nicht Schritt h\u00e4lt. Thiel nennt das Mining selbst ein Nullsummenspiel: &bdquo;Je mehr Kapazit\u00e4t hinzukommt, desto schwerer wird es f\u00fcr alle anderen. Die Margen schrumpfen, und der Boden sind deine Energiekosten.&ldquo; Dieser Satz gilt f\u00fcr Hashrate wie f\u00fcr AI-Leasing. Der Schweinezyklus hat wom\u00f6glich nur die Ware gewechselt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Welche der beiden Lesarten stimmt, entscheidet sich an einer einzigen Frage: W\u00e4chst die AI-Nachfrage schneller als die Kapazit\u00e4t, die die Branche gerade baut? Solange Hyperscaler jede verf\u00fcgbare Megawattstunde abnehmen, zieht der AI-Boom tats\u00e4chlich Rechenleistung aus dem Mining und st\u00fctzt den Hashprice. Kippt die Nachfrage, sitzen dieselben Betreiber auf teuren, oft schuldenfinanzierten Rechenzentren, und der Reflex, die Anlagen zur\u00fcck aufs Mining zu schalten, w\u00fcrde die Hashrate schlagartig erh\u00f6hen und den Hashprice erneut dr\u00fccken. Die Optionalit\u00e4t, die heute als St\u00e4rke gefeiert wird, ist zugleich ein latenter Angebots\u00fcberhang.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Sicherheitsbudget und die Rechnung f\u00fcr 2028<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hashprice ist nicht nur eine Miner-Kennzahl, er ist auch der Preis f\u00fcr Bitcoins Sicherheit. Multipliziert man den heutigen Hashprice mit der gesamten Hashrate, ergibt sich ein j\u00e4hrliches Miner-Einkommen von gut 12 Milliarden Euro (rund 14 Milliarden Dollar). Das ist grob der Betrag, den ein Angreifer \u00fcberbieten m\u00fcsste, um das Netzwerk zu attackieren. \u00dcber 99 Prozent davon stammen aus der Block-Subvention, die Transaktionsgeb\u00fchren tragen zurzeit weniger als ein Prozent bei.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das wird 2028 zum Thema. Beim n\u00e4chsten Halving im Fr\u00fchjahr sinkt die Subvention von 3,125 auf 1,5625 BTC, das Sicherheitsbudget halbiert sich bei konstantem Kurs. Ob die Geb\u00fchren das auffangen, h\u00e4ngt an Fragen, die weit \u00fcber das Mining hinausreichen, etwa an der k\u00fcnftigen Nutzung des Base Layers; unsere Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/taproot-bip-54-bitcoin-fork-test-2026\/'>zu Taproot und dem BIP-54-Test<\/a> zeigt, wie z\u00e4h sich solche Debatten im Bitcoin-Konsens ziehen. Zugleich entsteht mit <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/babylon-2026-bitcoin-staking-kein-layer-2\/'>Bitcoin-Staking \u00fcber Babylon<\/a> eine ganz andere Art, mit Bitcoin Ertr\u00e4ge zu erzielen, die nichts mehr mit Hashrate zu tun hat. Der Hashprice ist also nicht nur das Einkommen der Miner, sondern auch ein Fr\u00fchindikator f\u00fcr die Belastbarkeit des Sicherheitsmodells.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechnung f\u00fcr 2028 l\u00e4sst sich grob beziffern. Bei heutiger Hashrate und heutigem Kurs l\u00e4ge das Sicherheitsbudget nach der Halbierung der Subvention nur noch bei gut sechs statt zw\u00f6lf Milliarden Euro im Jahr, sofern die Difficulty sich anpasst und ein Teil der Kapazit\u00e4t abschaltet. Soll das Budget stabil bleiben, m\u00fcsste entweder der Bitcoin-Kurs sich n\u00e4herungsweise verdoppeln, oder die Transaktionsgeb\u00fchren m\u00fcssten von heute unter einem Prozent auf ein Vielfaches steigen. Fred Thiel formuliert die Schwelle <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>so<\/a>, dass die Rechnung ohne ein j\u00e4hrliches Kurswachstum von 50 Prozent oder mehr nach 2028 sehr schwierig werde. Das ist kein akutes Problem, aber ein struktureller Countdown, der mit jedem Zyklus n\u00e4her r\u00fcckt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie sich der Zyklus absichern l\u00e4sst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das Kernproblem die Verz\u00f6gerung zwischen Investition und Erl\u00f6s ist, dann ist das naheliegende Gegenmittel ein Instrument, das k\u00fcnftige Erl\u00f6se heute festschreibt. Genau das leisten Hashprice-Derivate. \u00dcber Forwards und Futures kann ein Betreiber den Umsatz je PH f\u00fcr Monate im Voraus verkaufen und sich gegen den n\u00e4chsten Absturz versichern, zum Preis, auf die Oberseite einer Rally zu verzichten. 2026 war der Lehrfall daf\u00fcr: Wer im Fr\u00fchjahr seinen Hashprice f\u00fcr das zweite Halbjahr nahe 30 Dollar absicherte, schnitt deutlich besser ab als der ungesicherte Nachbar, der das Juni-Tief voll mitnahm.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Terminmarkt sendet zugleich ein Signal \u00fcber die Erwartung. Die Sechs-Monats-Forwards notierten den Gro\u00dfteil des Jahres unter dem Kassakurs, eine Backwardation, die nichts anderes bedeutet, als dass der Markt mit fallenden Hashprices rechnet, weil die Difficulty mit jedem Kursgewinn nachzieht. F\u00fcr Miner, die in Euro kalkulieren und zus\u00e4tzlich ein W\u00e4hrungsrisiko tragen (ihr Erl\u00f6s f\u00e4llt in Dollar an, ihre Stromrechnung in Euro), ist eine solche Absicherung kein Luxus, sondern Teil eines professionellen Betriebs. Dass viele den Zyklus dennoch ungesichert mitfuhren, geh\u00f6rt zu den teureren Lehren des Jahres.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das Jahr lehrt, und der Blick nach vorn<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Vier Lehren bleiben aus zw\u00f6lf Monaten Hashprice.<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Antizyklisch bauen. Wer im Hoch bei 55 Dollar Hashprice bestellt, liefert ins Tief. Die \u00dcberlebenden des Jahres haben Kapazit\u00e4t dann gesichert, als es wehtat.<\/li><li>Den Strompreis zuerst l\u00f6sen. Der Hashprice ist eine Weltzahl, die Marge ist lokal. In Deutschland entscheidet die Steckdose, nicht die Chartlinie.<\/li><li>Den Dollar vom Bitcoin trennen. In BTC gerechnet war das Jahr ruhig; der Dollar-Hashprice folgt vor allem dem Kurs.<\/li><li>Diversifizieren, aber n\u00fcchtern. AI-Erl\u00f6se pro Megawatt schlagen das Mining, doch derselbe Kapitalzufluss kann den n\u00e4chsten \u00dcberhang vorbereiten.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Keine dieser Lehren ist neu, und das ist der eigentliche Punkt. Schon nach den Einbr\u00fcchen von 2018 und 2022 galt dasselbe, und trotzdem baute die Branche im n\u00e4chsten Hoch wieder prozyklisch auf. Der Unterschied 2026 ist allein die Fluchtt\u00fcr AI, die aus der sonst \u00fcblichen Pleitewelle eine Gabelung macht: Die einen werden zu Energie- und Rechenzentrumsbetreibern, die anderen bleiben reine Sch\u00fcrfer und tragen das volle Gewicht des Zyklus. Welcher Weg der kl\u00fcgere war, wird sich erst im n\u00e4chsten Abschwung zeigen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzfristig bestimmen drei Termine den Takt. Um den 16. Oktober steht der n\u00e4chste Difficulty-Retarget an, gesch\u00e4tzt plus gut drei Prozent, was den Hashprice ohne Kursgewinn leicht dr\u00fcckt. Am 27. und 28. Oktober tagt die US-Notenbank, deren Zinspfad den Bitcoin-Kurs und damit den Z\u00e4hler der Hashprice-Formel bewegt. Und Ende Oktober legen die gro\u00dfen Miner ihre Quartalszahlen vor, in denen sich die Trennlinie zwischen reinen Sch\u00fcrfern und AI-Hybriden weiter \u00f6ffnen d\u00fcrfte. Dar\u00fcber hinaus bleibt das Halving 2028 der strukturelle Fixpunkt. Ein Jahr nach dem Rekord steht der Hashprice f\u00fcr eine schlichte Wahrheit: Im Mining gewinnt selten, wer am lautesten w\u00e4chst, sondern wer am l\u00e4ngsten g\u00fcnstig rechnet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Hashprice einfach erkl\u00e4rt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hashprice ist der erwartete Tagesumsatz eines Bitcoin-Miners je Einheit Rechenleistung, meist angegeben in US-Dollar pro Petahash und Tag. Er ergibt sich aus Blockbelohnung, Bitcoin-Kurs und Geb\u00fchren, geteilt durch die gesamte Netzwerk-Hashrate, und ist damit weltweit f\u00fcr jeden Miner gleich.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist der Hashprice gefallen, obwohl Bitcoin teuer war?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die Rechenleistung schneller wuchs als der Kurs. Miner bestellten in der Hochphase 2025 gro\u00dfe Mengen Hardware, die erst Monate sp\u00e4ter ans Netz ging und den Wettbewerb um die feste Blockbelohnung versch\u00e4rfte. Der h\u00f6here Kurs wurde durch die gestiegene Hashrate und Difficulty mehr als aufgezehrt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie hoch ist der Hashprice im Oktober 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Mitte Oktober 2026 liegt der Hashprice bei rund 39 bis 40 US-Dollar je Petahash und Tag, umgerechnet etwa 35 Euro. Das ist eine deutliche Erholung vom Mehrjahrestief nahe 28 Dollar Ende Juni 2026, bleibt aber unter dem Niveau von rund 48 Dollar vor einem Jahr.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Lohnt sich Bitcoin-Mining in Deutschland noch?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">An normalen Netzpreisen kaum. Der gewerbliche Strompreis liegt in Deutschland bei rund 22,6 Cent je Kilowattstunde, w\u00e4hrend selbst der effizienteste ASIC bei einem Hashprice von 40 Dollar nur etwa 16 Cent tragen kann. Rentabel ist Mining hierzulande praktisch nur mit eigenem, sehr g\u00fcnstigem oder sonst ungenutztem Strom.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was passiert mit dem Hashprice beim Halving 2028?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Halving im Fr\u00fchjahr 2028 sinkt die Blockbelohnung von 3,125 auf 1,5625 BTC. Bei gleichem Kurs und gleicher Hashrate halbiert das den Hashprice schlagartig. Nur ein deutlich h\u00f6herer Bitcoin-Kurs, niedrigere Difficulty oder sp\u00fcrbar h\u00f6here Transaktionsgeb\u00fchren k\u00f6nnen den Effekt ausgleichen.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist der Hashprice einfach erkl\u00e4rt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Der Hashprice ist der erwartete Tagesumsatz eines Bitcoin-Miners je Einheit Rechenleistung, meist angegeben in US-Dollar pro Petahash und Tag. 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