{"id":812,"date":"2026-10-20T10:27:28","date_gmt":"2026-10-20T10:27:28","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-difficulty-2026-schwierigkeit-klettert-zurueck\/"},"modified":"2026-10-20T10:27:28","modified_gmt":"2026-10-20T10:27:28","slug":"mining-difficulty-2026-schwierigkeit-klettert-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-difficulty-2026-schwierigkeit-klettert-zurueck\/","title":{"rendered":"Mining Difficulty 2026: warum die Schwierigkeit zur\u00fcckklettert"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sommer 2026 schrumpfte die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks, Maschinen wanderten zur KI ab, und die Mining Difficulty fiel Anpassung um Anpassung. Dieser Trend hat sich gedreht. Am 16. Oktober 2026 sprang die Schwierigkeit um 5,92 Prozent auf 140,58 Billionen, den drittgr\u00f6\u00dften Anstieg des Jahres und den h\u00f6chsten Stand seit dem 5. M\u00e4rz. Zur selben Zeit gab der Bitcoin-Kurs nach. F\u00fcr Miner ist das ein Druck von zwei Seiten; f\u00fcr alle anderen ist es ein guter Anlass, den wichtigsten Selbstregulierungsmechanismus von Bitcoin einmal in Ruhe zu erkl\u00e4ren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag erkl\u00e4rt, was die Mining Difficulty ist, wie das Netzwerk sie alle zwei Wochen nachregelt, warum sie 2026 erst fiel und nun wieder klettert, und was das konkret f\u00fcr die Rentabilit\u00e4t der Miner, f\u00fcr die Netzwerksicherheit und f\u00fcr deutsche Leser bedeutet. Universelle Fachbegriffe wie Hashrate, Hashprice, ASIC und Proof of Work behalten wir in ihrer englischen Form bei, weil sie in der Branche so verwendet werden.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Die Difficulty klettert zur\u00fcck: plus 5,92 Prozent<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die nackten Zahlen zuerst. Mit dem Retarget bei Blockh\u00f6he 971.712 stieg die Mining Difficulty laut <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/mining\/bitcoin-mining-difficulty-jumps-5-92-third-largest-hike-2026\/'>news.bitcoin.com<\/a> von 132,72 auf 140,58 Billionen, ein Plus von 5,92 Prozent. Es war die zehnte Anhebung unter den 21 Anpassungen des Jahres 2026 und der drittgr\u00f6\u00dfte Sprung nach oben seit Januar. Die Netzwerk-Hashrate lag im Sieben-Tage-Mittel bei rund 1.031 EH\/s und damit wieder \u00fcber einem Zettahash pro Sekunde, nachdem sie den Sommer \u00fcber deutlich darunter gependelt hatte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im Deutschen ist &bdquo;Billionen&ldquo; gemeint, wenn von 140,58 T die Rede ist: 140,58 mal zehn hoch zw\u00f6lf, also eine Zahl mit zw\u00f6lf Nullen. Die Difficulty ist dabei eine dimensionslose Verh\u00e4ltniszahl, kein Geldbetrag und keine Hashrate, auch wenn sie mit beidem eng zusammenh\u00e4ngt. Wichtiger als die Zahl selbst ist, was sie ausl\u00f6st: Ein Miner mit unver\u00e4nderter Rechenleistung verdient nach einem Plus von 5,92 Prozent rund 5,6 Prozent weniger Bitcoin pro Zeiteinheit, weil er einen kleineren Anteil an den fest getakteten Bl\u00f6cken gewinnt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pikante an dieser Anpassung: Sie fiel mit einem schw\u00e4cheren Bitcoin-Kurs zusammen. W\u00e4hrend die Difficulty um knapp sechs Prozent anzog, verlor Bitcoin in den zwei Wochen davor rund vier Prozent und rutschte zwischenzeitlich unter 80.000 US-Dollar (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/markets\/crypto\/articles\/bitcoin-mining-just-got-6-093608762.html'>Yahoo Finance<\/a>). Beide Hebel, die \u00fcber die Mining-Erl\u00f6se entscheiden, bewegten sich gleichzeitig gegen die Betreiber. Genau diese Kombination macht die Oktober-Anpassung interessant, und sie ist der rote Faden dieses Beitrags.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert (20. Oktober 2026)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Mining Difficulty<\/td><td>140,58 Billionen<\/td><\/tr><tr><td>Letzte Anpassung<\/td><td>+5,92 % am 16. Oktober (Block 971.712)<\/td><\/tr><tr><td>Rang im Jahr<\/td><td>10. Anhebung von 21 Anpassungen 2026<\/td><\/tr><tr><td>Netzwerk-Hashrate (7-Tage)<\/td><td>rund 1.031 EH\/s (\u00fcber 1 ZH\/s)<\/td><\/tr><tr><td>Hashprice<\/td><td>36,75 USD pro PH\/s und Tag<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Kurs<\/td><td>rund 72.600 EUR \/ 81.500 USD<\/td><\/tr><tr><td>N\u00e4chste Anpassung<\/td><td>circa 28. Oktober, Sch\u00e4tzungen uneinheitlich<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class=\"wp-block-heading\">Was die Mining Difficulty \u00fcberhaupt ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin hat ein Problem, das jede Zentralbank kennt: Es muss einen stabilen Takt halten, obwohl niemand die Beteiligten kontrolliert. Neue Bl\u00f6cke sollen im Schnitt alle zehn Minuten entstehen, egal ob gerade eine Handvoll Rechner mitmacht oder die geballte Rechenleistung von Millionen Spezialchips. Die Mining Difficulty ist der Regler, der das sicherstellt. Man kann sie sich als Thermostat vorstellen: Wird zu viel Rechenleistung zugeschaltet und laufen die Bl\u00f6cke zu schnell, dreht das Netzwerk die Schwierigkeit hoch; f\u00e4llt Rechenleistung weg, senkt es sie wieder.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ausgerechnet zehn Minuten? Der Abstand ist ein Kompromiss. K\u00fcrzere Intervalle br\u00e4chten schnellere Best\u00e4tigungen, aber auch mehr verwaiste Bl\u00f6cke, weil zwei Miner h\u00e4ufiger gleichzeitig eine L\u00f6sung f\u00e4nden und sich das Netz \u00f6fter auf eine Kette einigen m\u00fcsste. Zehn Minuten geben einer L\u00f6sung genug Zeit, sich global auszubreiten, bevor die n\u00e4chste entsteht. Die Difficulty h\u00e4lt diesen Takt stabil, egal ob die Hashrate bei einem Terahash oder, wie heute, bei \u00fcber einem Zettahash liegt. Genau diese Unabh\u00e4ngigkeit von der absoluten Rechenleistung macht sie zum eigentlichen Herzst\u00fcck des Konsenses.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch ist die Difficulty eine Verh\u00e4ltniszahl zum sogenannten Genesis-Target, der Zielvorgabe aus dem allerersten Block von 2009. Difficulty 1 entspricht diesem urspr\u00fcnglichen Ziel. Eine Difficulty von 140,58 Billionen bedeutet, dass es heute rund 140,58 Billionen mal schwerer ist, einen g\u00fcltigen Block zu finden, als damals. Miner suchen durch unz\u00e4hlige Versuche (Hashes) eine Zahl, die unter einem Zielwert liegt; je niedriger dieses Ziel, desto seltener trifft man es, desto h\u00f6her die Difficulty. Die Zahl wird intern kompakt als sogenannte nBits im Blockkopf gespeichert, die Difficulty ist nur die lesbare \u00dcbersetzung davon.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass das Netzwerk sich selbst nachjustiert, war von Anfang an vorgesehen. Satoshi Nakamoto beschrieb im <a href='https:\/\/bitcoin.org\/bitcoin.pdf'>Bitcoin-Whitepaper<\/a>, dass die Proof-of-Work-Schwierigkeit \u00fcber einen gleitenden Durchschnitt bestimmt wird, der eine durchschnittliche Zahl von Bl\u00f6cken pro Stunde anpeilt; werden Bl\u00f6cke zu schnell erzeugt, steigt die Schwierigkeit. Dieser eine Satz ist das Fundament: Die Difficulty reagiert nicht auf den Preis, nicht auf Nachrichten und nicht auf W\u00fcnsche der Miner, sondern ausschlie\u00dflich darauf, wie schnell die letzten Bl\u00f6cke gefunden wurden.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Der 2016-Bl\u00f6cke-Takt: wie das Netzwerk nachregelt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anpassung erfolgt nicht laufend, sondern in festen Intervallen von 2016 Bl\u00f6cken. Bei einem Zielabstand von zehn Minuten entspricht das genau zwei Wochen oder 20.160 Minuten. Am Ende jedes Intervalls vergleicht jeder Node, wie lange die 2016 Bl\u00f6cke tats\u00e4chlich gebraucht haben, mit dieser Soll-Zeit. Die Formel ist schlicht: neue Difficulty gleich alte Difficulty mal (20.160 Minuten geteilt durch die tats\u00e4chlich ben\u00f6tigten Minuten).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Rechenbeispiel: Haben die 2016 Bl\u00f6cke nur 19.000 Minuten gebraucht, weil viel Hashrate zugeschaltet wurde, ergibt sich 20.160 geteilt durch 19.000, also rund 1,061. Die Difficulty stiege um etwa 6,1 Prozent, damit die Bl\u00f6cke wieder im Zehn-Minuten-Takt laufen. Das Plus von 5,92 Prozent am 16. Oktober bedeutet also im Klartext: Die vorangegangenen zwei Wochen waren rund sechs Prozent zu schnell, weil mehr Maschinen ans Netz gingen. Umgekehrt steht hinter jedem Minuszeichen in der Jahresbilanz ein Intervall, das zu langsam lief, weil Rechenleistung fehlte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Feinheiten geh\u00f6ren dazu. Erstens eine Deckelung: Eine einzelne Anpassung kann die Difficulty h\u00f6chstens vervierfachen oder auf ein Viertel senken (Faktor 0,25 bis 4). Nach oben wurde diese Grenze nie ausgereizt; der gr\u00f6\u00dfte reale R\u00fcckgang der Geschichte lag bei rund 28 Prozent, dazu gleich mehr. Zweitens ein bekannter Sch\u00f6nheitsfehler: Gemessen werden die Zeitabst\u00e4nde zwischen 2015 statt 2016 Bl\u00f6cken, ein Off-by-one, der den Takt um rund 0,05 Prozent verschiebt. Au\u00dferdem d\u00fcrfen Zeitstempel nicht beliebig gesetzt werden, sie m\u00fcssen \u00fcber dem Median der letzten elf Bl\u00f6cke liegen und d\u00fcrfen h\u00f6chstens zwei Stunden in der Zukunft liegen. F\u00fcr die Praxis ist das vernachl\u00e4ssigbar, f\u00fcr die Sicherheit nicht ganz.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Difficulty, Hashrate und Hashprice: die R\u00fcckkopplung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Difficulty h\u00e4ngt unmittelbar mit der Hashrate zusammen, also mit der gesamten Rechenleistung des Netzwerks. Diese Hashrate l\u00e4sst sich nicht direkt messen (das kann niemand), sondern nur aus der Difficulty und der beobachteten Blockzeit ableiten. Die N\u00e4herung lautet: Hashrate ist ungef\u00e4hr Difficulty mal 2 hoch 32 geteilt durch 600 Sekunden. Bei 140,58 Billionen ergibt das rund 1.006 EH\/s, was gut zu den gemessenen 1.025 EH\/s am 16. Oktober passt. Difficulty und Hashrate sind damit zwei Seiten derselben Medaille: Steigt die eine nachhaltig, folgt die andere.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der dritte Begriff im Bunde ist der Hashprice, also der erwartete Tageserl\u00f6s je Einheit Rechenleistung, meist in US-Dollar pro Petahash und Tag angegeben. Er ergibt sich grob aus der Zahl der t\u00e4glichen Bl\u00f6cke (rund 144), der Blockbelohnung plus Geb\u00fchren und dem Bitcoin-Kurs, geteilt durch die Hashrate. Entscheidend ist das Vorzeichen: Der Hashprice f\u00e4llt, wenn die Difficulty (und damit die Hashrate) steigt, denn derselbe Kuchen wird auf mehr Rechenleistung verteilt. Genau hier schlie\u00dft sich die Schleife, die 2026 den Takt vorgibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret: Erholt sich der Kurs, steigt der Hashprice, Mining wird profitabler, mehr Maschinen gehen ans Netz, die Bl\u00f6cke laufen schneller, die Difficulty zieht an, und der Hashprice sinkt wieder ein St\u00fcck. Dieser Regelkreis sorgt daf\u00fcr, dass sich Erl\u00f6se und Rechenleistung langfristig einpendeln. Der Oktober 2026 ist ein Lehrst\u00fcck daf\u00fcr, wie schnell dieser Mechanismus einen kursgetriebenen Gewinn wieder einkassiert, denn die Difficulty ist der direkte Gegenspieler jeder Erl\u00f6ssteigerung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Zahlenbeispiel macht die Schleife greifbar. Vor dem 19. September lag die Difficulty bei 127,45 Billionen, nach den beiden Anhebungen vom September und Oktober bei 140,58 Billionen, ein Plus von rund zehn Prozent in vier Wochen. Bleibt der Kurs konstant, bedeutet das f\u00fcr jeden Miner rund zehn Prozent weniger Ertrag je Petahash, allein weil mehr Wettbewerber um dieselbe Zahl an Bl\u00f6cken konkurrieren. Der Hashprice spiegelt genau das: Er fiel von \u00fcber 41 US-Dollar Anfang Oktober auf 36,75 US-Dollar, obwohl die Blockbelohnung unver\u00e4ndert bei 3,125 BTC blieb. Nicht das Protokoll hat den Lohn gek\u00fcrzt, sondern die Konkurrenz.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Zehn Anhebungen, eine Trendwende seit dem Sommer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um den Oktober-Sprung einzuordnen, hilft der Blick auf das ganze Jahr. 2026 begann mit einer Difficulty um die 148 Billionen und fiel dann \u00fcber den Sommer deutlich. Der Tiefpunkt war der 14. Juni mit minus 10,09 Prozent, dem gr\u00f6\u00dften R\u00fcckgang des Jahres, als schwache Margen und die Abwanderung von Kapital und Strom Richtung KI-Rechenzentren Maschinen vom Netz nahmen. Seit dem Sp\u00e4tsommer hat sich das Bild gedreht: Auf plus 1,31 Prozent am 5. September folgten plus 4,16 Prozent am 19. September und nun plus 5,92 Prozent am 16. Oktober, eine klar beschleunigende Aufw\u00e4rtsserie.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Tabelle zeigt alle Anpassungen von Juni bis Oktober 2026 (Daten: <a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>). Sie macht sichtbar, wie aus einem fallenden ein steigender Trend wurde.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum<\/th><th>\u00c4nderung<\/th><th>Neue Difficulty<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>14. Juni<\/td><td>-10,09 %<\/td><td>124,93 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>27. Juni<\/td><td>+7,15 %<\/td><td>133,87 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>11. Juli<\/td><td>-5,00 %<\/td><td>127,17 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>25. Juli<\/td><td>-0,74 %<\/td><td>126,23 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>8. August<\/td><td>+0,99 %<\/td><td>127,48 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>23. August<\/td><td>-1,31 %<\/td><td>125,81 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>5. September<\/td><td>+1,31 %<\/td><td>127,45 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>19. September<\/td><td>+4,16 %<\/td><td>132,76 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>3. Oktober<\/td><td>-0,03 %<\/td><td>132,72 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>16. Oktober<\/td><td>+5,92 %<\/td><td>140,58 Bio.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Mit 140,58 Billionen liegt die Difficulty wieder rund zehn Prozent unter ihrem Allzeithoch, das die meisten Datenanbieter f\u00fcr November 2025 bei knapp 156 Billionen verorten. Die n\u00e4chste Anpassung Ende Oktober k\u00f6nnte diesen Abstand weiter verkleinern. Von einem neuen Rekord ist das Netzwerk also nicht mehr weit entfernt, und das in einem Jahr, das im Sommer noch nach Kapitulation aussah.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Hat es solche Spr\u00fcnge schon gegeben?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, und sie waren schon deutlich heftiger. Die Difficulty schwankt immer dann stark, wenn sich die Bedingungen f\u00fcr die Miner abrupt \u00e4ndern. Der historische Rekord ist der 3. Juli 2021: minus 27,94 Prozent in einer einzigen Anpassung, nachdem China das Mining verboten hatte und binnen Wochen mehr als die H\u00e4lfte der weltweiten Rechenleistung vom Netz gegangen war. Es war ein erzwungener Absturz, kein freiwilliger. Auch die B\u00e4renm\u00e4rkte 2018 und 2022 brachten mehrere R\u00fcckg\u00e4nge, als unprofitable Maschinen reihenweise abgeschaltet wurden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied zu 2026 ist aufschlussreich. Der Sommerr\u00fcckgang dieses Jahres war keine Flucht vor einem Verbot und kein reiner Preisschock, sondern zu einem gro\u00dfen Teil eine Umschichtung: Rechenleistung, Kapital und Strom wanderten freiwillig in die lukrativere KI-Infrastruktur. Und der Herbst-Rebound zeigt die andere Seite derselben Medaille, n\u00e4mlich Maschinen, die zur\u00fcckkehren, sobald der Kurs es wieder hergibt. Die Historie lehrt also, dass zweistellige Ausschl\u00e4ge keine St\u00f6rung sind, sondern das normale Verhalten eines Systems, das sich st\u00e4ndig an Angebot und Preis anpasst (historische Daten: <a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>).<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Warum die Maschinen zur\u00fcckkamen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Difficulty steigt, wenn Rechenleistung zugeschaltet wird, und Rechenleistung wird zugeschaltet, wenn sich Mining wieder lohnt. Der Ausl\u00f6ser der Herbstserie war der Bitcoin-Kurs: Nach einem schwachen Fr\u00fchsommer erholte sich Bitcoin im dritten Quartal kr\u00e4ftig und handelte im Oktober \u00fcberwiegend zwischen 80.000 und 85.000 US-Dollar. Damit lag der Kurs wieder \u00fcber den gesch\u00e4tzten Vollkosten vieler Betreiber. JPMorgan beziffert die durchschnittlichen All-in-Produktionskosten auf rund 78.000 US-Dollar (<a href='https:\/\/www.tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>TFTC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nikolaos Panigirtzoglou, Analyst bei JPMorgan, hat den Mechanismus pr\u00e4gnant beschrieben: &bdquo;Wenn Bitcoin unter seinen Produktionskosten handelt, fahren teurere Miner herunter, die Hashrate sinkt, und die Difficulty passt sich nach unten an.&ldquo; Im Oktober 2026 lief genau dieser Satz r\u00fcckw\u00e4rts: Weil der Kurs wieder \u00fcber den Produktionskosten lag, kamen abgeschaltete und zwischenzeitlich anders genutzte Maschinen zur\u00fcck ans Netz, die Hashrate kletterte \u00fcber ein Zettahash, und die Difficulty zog kr\u00e4ftig an. Dieselbe Erholung der Rechenleistung hat die HOGE-Wire-Redaktion in ihrer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-hashrate-erholung-2026-zurueck-ueber-zettahash\/'>Hashrate-Erholung 2026<\/a> ausf\u00fchrlich eingeordnet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">JPMorgan beziffert die Sensitivit\u00e4t der Difficulty gegen\u00fcber dem Kurs mit einem Beta von 0,62 \u00fcber die zur\u00fcckliegenden sechs Monate: Zieht der Kurs an, folgt die Difficulty mit deutlichem, wenn auch ged\u00e4mpftem Hebel. Das erkl\u00e4rt, warum eine mehrw\u00f6chige Kurserholung mit Verz\u00f6gerung in eine ganze Serie von Difficulty-Anhebungen m\u00fcndet, statt sich in einer einzigen Anpassung zu entladen. Es erkl\u00e4rt auch, warum rund 15 bis 20 Prozent der Flotte selbst in der Erholung noch unter ihren Vollkosten arbeiten.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Der doppelte Druck: Difficulty rauf, Kurs runter<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">So weit die mittelfristige Logik. Kurzfristig brachte der Oktober eine unangenehme \u00dcberlagerung. Die Difficulty stieg um 5,92 Prozent, doch der Kurs zog nicht mit, sondern fiel in denselben zwei Wochen um rund vier Prozent; Bitcoin notierte am 20. Oktober bei rund 72.600 Euro oder 81.500 US-Dollar (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a>). F\u00fcr die Miner hei\u00dft das: Der Nenner ihrer Erl\u00f6srechnung (die Rechenleistung, auf die sich die Belohnung verteilt) wuchs, w\u00e4hrend der Z\u00e4hler (Blockbelohnung mal Kurs) schrumpfte. Der Hashprice gab entsprechend nach, von zweimal \u00fcber 41 US-Dollar in den vorangegangenen 30 Tagen auf 36,75 US-Dollar am Tag der Anpassung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">An den Aktienm\u00e4rkten war der Druck sofort sichtbar. Die Papiere gro\u00dfer b\u00f6rsennotierter Miner verloren binnen eines Monats deutlich: MARA rund 32 Prozent, Riot Platforms rund 33 Prozent und CleanSpark rund 34 Prozent (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/markets\/crypto\/articles\/bitcoin-mining-just-got-6-093608762.html'>Yahoo Finance<\/a>). Die naheliegende Sorge: M\u00fcssen Miner nun Bitcoin-Reserven verkaufen, um Stromrechnungen und Kredite zu bedienen, und verst\u00e4rken damit den Abw\u00e4rtsdruck auf den Kurs?<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort f\u00e4llt differenziert aus. Yahoo Finance argumentiert, dass ein erzwungener Ausverkauf bei Kursen um 80.000 US-Dollar unwahrscheinlich ist: Die Zufl\u00fcsse in Spot-Bitcoin-ETFs \u00fcbersteigen m\u00f6gliche Miner-Verk\u00e4ufe um ein Vielfaches, viele On-Chain-Bewegungen sind Sicherheiten- oder Verwahrumschichtungen statt Verk\u00e4ufe, und die meisten Betreiber sind operativ noch nicht defizit\u00e4r. Der Kursr\u00fcckgang der Mining-Aktien spiegelt also eher die Sorge um Margen und die KI-Rechenzentrumsstory wider als eine akute Verkaufswelle. Trotzdem bleibt die Grundrechnung hart: Die Difficulty ist der direkte Hebel auf die Erl\u00f6se, der Kurs der indirekte, und Ende Oktober zogen beide in die falsche Richtung.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Was ein Petahash wert ist: die Break-even-Rechnung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ob ein Miner bei einem Hashprice von 36,75 US-Dollar Geld verdient, entscheidet vor allem eine Zahl, die im Hashprice selbst gar nicht steckt: der Strompreis. Die Faustformel f\u00fcr die Gewinnschwelle lautet: Break-even-Strompreis je Kilowattstunde gleich Hashprice geteilt durch (24 mal Effizienz in Joule pro Terahash). Je effizienter die Maschine (weniger J\/TH), desto h\u00f6her der Strompreis, den sie noch vertr\u00e4gt. Aktuelle Spitzenger\u00e4te liegen bei rund 9,5 J\/TH, \u00e4ltere Modelle beim Dreifachen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Tabelle rechnet die Gewinnschwelle f\u00fcr g\u00e4ngige ASIC-Modelle beim Oktober-Hashprice von 36,75 US-Dollar aus, in US-Dollar und in Euro (bei einem Wechselkurs von rund 1,12 US-Dollar je Euro). Alles oberhalb dieser Grenze bedeutet Verlust.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>ASIC-Modell<\/th><th>Effizienz (J\/TH)<\/th><th>Break-even (USD\/kWh)<\/th><th>Break-even (EUR\/kWh)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Antminer S23 Hydro<\/td><td>9,5<\/td><td>0,161<\/td><td>0,143<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 XP<\/td><td>13,5<\/td><td>0,113<\/td><td>0,101<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 Pro<\/td><td>15,0<\/td><td>0,102<\/td><td>0,091<\/td><\/tr><tr><td>Whatsminer M60S<\/td><td>18,5<\/td><td>0,083<\/td><td>0,074<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 XP<\/td><td>21,5<\/td><td>0,071<\/td><td>0,063<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19j Pro<\/td><td>29,5<\/td><td>0,052<\/td><td>0,046<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Mathematik erkl\u00e4rt, warum der Wettbewerb beim Mining ein Wettbewerb um Effizienz und billigen Strom ist. Die Angaben zu den Modellen und ihrem Ringen um jedes einzelne Joule haben wir im Vergleich <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitmain-microbt-effizienz-sub-10-jth-2026\/'>Bitmain gegen MicroBT<\/a> ausf\u00fchrlich dargestellt. Wer eine alte S19j Pro bei Strompreisen \u00fcber f\u00fcnf US-Cent betreibt, verliert bei diesem Hashprice Geld; wer eine S23 Hydro an einem Standort mit drei bis vier US-Cent laufen l\u00e4sst, verdient noch komfortabel. Der monatliche Mining-Umsatz des gesamten Netzwerks lag im September \u00fcbrigens bei rund 1,12 Milliarden US-Dollar, dem h\u00f6chsten Wert seit Januar (<a href='https:\/\/millionminer.com\/news\/bitcoin-mining-update-october-2026'>MillionMiner<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieselbe Rechnung l\u00e4sst sich auf das Megawatt umlegen, die Einheit, in der Miner und KI-Rechenzentren tats\u00e4chlich um Standorte konkurrieren. Beim Oktober-Hashprice bringt eine hocheffiziente Anlage unter 14 J\/TH rund 14 US-Cent Erl\u00f6s je Kilowattstunde, eine Maschine der Klasse 25 bis 38 J\/TH nur noch gut f\u00fcnf Cent. Darunter muss der Strompreis liegen, damit am Ende ein Gewinn \u00fcbrig bleibt. Diese schmale Spanne erkl\u00e4rt, warum \u00e4ltere Ger\u00e4te als Erste vom Netz gehen, sobald die Difficulty steigt oder der Kurs f\u00e4llt, und warum sie als Erste zur\u00fcckkehren, wenn sich das Bild dreht.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Die deutsche Rechnung: Strompreis und BaFin<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Leser ist die Break-even-Tabelle ern\u00fcchternd. Der industrielle Strompreis lag in Deutschland in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2025 bei rund 22,6 Cent je Kilowattstunde und damit deutlich \u00fcber dem EU-Durchschnitt (<a href='https:\/\/www.industrie-fachwissen.de\/data\/industriestrompreise-deutschland-eu-vergleich-eurostat-2026'>Eurostat-Daten via industrie-fachwissen.de<\/a>). Selbst die effizienteste Maschine der Tabelle erreicht ihre Gewinnschwelle bei rund 14 Cent; bei 22,6 Cent ist am deutschen \u00f6ffentlichen Netz praktisch die gesamte ASIC-Flotte defizit\u00e4r. Industrielles Bitcoin-Mining am deutschen Netz rechnet sich schlicht nicht, solange Standorte in Texas, am Golf oder in \u00c4thiopien drei bis sechs US-Cent zahlen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der subventionierte Industriestrompreis, den die Bundesregierung f\u00fcr 2026 bis 2028 auf f\u00fcnf Cent je Kilowattstunde dr\u00fccken will, \u00e4ndert daran nichts: Er ist f\u00fcr definierte energieintensive Industrien gedacht, nicht f\u00fcr Rechenzentren oder Mining. Miner bleiben au\u00dfen vor. Wer in Deutschland dennoch sch\u00fcrft, tut das in der Regel mit Eigenstrom aus Photovoltaik, mit abgeregeltem \u00dcberschussstrom oder als W\u00e4rmelieferant, nicht am teuren \u00f6ffentlichen Netz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist die Lage klar umrissen. Die BaFin beaufsichtigt nach ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> und unter der EU-Verordnung MiCA die Anbieter von Krypto-Dienstleistungen (Verwahrung, Handel, Tausch), nicht aber das Mining selbst. Das Sch\u00fcrfen von Bitcoin ist in Deutschland keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung. Steuerlich dagegen ist es relevant: Mining-Erl\u00f6se gelten in der Regel als Eink\u00fcnfte, und die laufende Reform der Krypto-Besteuerung wirft Fragen auf, die wir im Beitrag zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-bestandsschutz-stichtag-31-dezember-2026\/'>Bestandsschutz-Falle zum Stichtag 31. Dezember<\/a> beleuchtet haben.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Die KI will dieselben Megawatt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter der Difficulty-Kurve von 2026 steht ein Strukturwandel, der das Mining dauerhaft ver\u00e4ndert. Dieselben Hallen, Stromvertr\u00e4ge und Umspannwerke, die Bitcoin-Miner nutzen, sind f\u00fcr Betreiber von KI-Rechenzentren viel wert, und die zahlen pro Megawatt oft mehr. Der Sommerr\u00fcckgang der Difficulty war zu einem guten Teil eine Abstimmung mit den F\u00fc\u00dfen: Kapital, Strom und Fl\u00e4chen wanderten zur KI. James Butterfill, Forschungschef bei CoinShares, nennt die Lage &bdquo;eine der schwierigsten Phasen&ldquo; f\u00fcr Miner seit dem letzten Halving und sch\u00e4tzt, dass b\u00f6rsennotierte Miner bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent ihrer Erl\u00f6se aus KI beziehen k\u00f6nnten, nach rund 30 Prozent zuvor; branchenweit summieren sich die Vertr\u00e4ge f\u00fcr GPU-Colocation und Cloud-Dienste auf \u00fcber 70 Milliarden US-Dollar (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/bitcoin-mining-margins-tighten-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says\/'>news.bitcoin.com<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Fred Thiel, CEO von MARA, bringt die Logik auf den Punkt. &bdquo;Bitcoin-Mining ist ein Nullsummenspiel; die Margen schrumpfen, und der Boden sind deine Energiekosten&ldquo;, sagte er gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/11\/11\/bitcoin-miners-must-own-power-or-die-trying-before-next-halving-mara-ceo-says'>CoinDesk<\/a>. Und mit Blick auf das n\u00e4chste Halving: &bdquo;Bis 2028 bist du entweder selbst ein Stromerzeuger, geh\u00f6rst einem, oder bist mit einem verb\u00fcndet. Die Tage des Miners, der einfach am Netz h\u00e4ngt, sind gez\u00e4hlt.&ldquo; Dieser Wettlauf um Strom und die Frage, ob sich die teuren KI-Wetten der Miner auszahlen, treiben auch die B\u00f6rsenkurse; wir haben sie im Duell <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-riot-ki-kredit-wette-ohne-mieter-2026\/'>Marathon gegen Riot<\/a> nachgezeichnet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Difficulty bedeutet die KI-Konkurrenz eine Art Deckel. Solange ein Megawatt in einem KI-Vertrag mehr einbringt als im Mining, flie\u00dft der n\u00e4chste verf\u00fcgbare Strom nicht in neue ASIC-Hallen, sondern in GPU-Cluster. Die Difficulty kann dann zwar steigen, wenn der Kurs es hergibt, aber die Abwanderung bremst, wie weit. Der Herbst-Rebound ist deshalb keine R\u00fcckkehr zur alten Expansionslogik, sondern ein Kr\u00e4ftemessen zwischen kursgetriebenem Zuschalten und KI-getriebenem Abwandern.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Wie man die n\u00e4chste Anpassung liest<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chste Anpassung wird f\u00fcr etwa den 28. Oktober erwartet, und sie f\u00e4llt damit in dieselbe Woche wie die Sitzung der US-Notenbank Fed am 27. und 28. Oktober. Die Sch\u00e4tzungen der Tracker gehen allerdings weit auseinander. Fr\u00fch im Intervall nannte news.bitcoin.com eine m\u00f6gliche Anhebung von bis zu 14,24 Prozent, w\u00e4hrend <a href='https:\/\/mempool.space\/'>mempool.space<\/a> wenige Tage sp\u00e4ter nur noch rund plus 0,5 Prozent erwartete und <a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a> irgendwo dazwischen lag. Dieses Auseinanderlaufen ist kein Fehler der Anbieter, sondern liegt in der Natur der Sache.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund: Die Difficulty wird aus der Blockzeit hochgerechnet, und fr\u00fch im Intervall gibt es kaum Datenpunkte. Ein paar schnelle oder langsame Bl\u00f6cke verzerren die Hochrechnung stark. Hinzu kommt, dass die Tracker unterschiedlich rechnen: Einige mitteln \u00fcber das gesamte laufende Intervall, andere gewichten die j\u00fcngsten Bl\u00f6cke st\u00e4rker. Mit jedem weiteren Block verengt sich die Spanne, und kurz vor dem Retarget stimmen die Sch\u00e4tzungen meist gut \u00fcberein. Die Lehre f\u00fcr Leser: Eine Difficulty-Prognose zwei Wochen im Voraus ist ein Platzhalter, keine Zusage; wer sie liest, sollte die durchschnittliche Blockzeit im Auge behalten, denn sie ist der eigentliche Treiber. Liegt sie unter zehn Minuten, steuert das Netz auf eine Anhebung zu, liegt sie dar\u00fcber, auf eine Senkung.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Zwei Uhren: Difficulty und das Halving 2028<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es lohnt sich, zwei Taktgeber nicht zu verwechseln. Die Difficulty ist die reaktive Uhr: Sie reagiert alle zwei Wochen auf das tats\u00e4chliche Verhalten der Miner. Das Halving ist die vorhersehbare Uhr: Alle 210.000 Bl\u00f6cke halbiert sich die Blockbelohnung nach einem festen Fahrplan. Seit April 2024 betr\u00e4gt die Belohnung 3,125 BTC je Block; das n\u00e4chste Halving bei Blockh\u00f6he 1.050.000, erwartet um April 2028, senkt sie auf 1,5625 BTC.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Uhren greifen ineinander. Das Halving halbiert \u00fcber Nacht den wichtigsten Posten der Mining-Erl\u00f6se, die Blockbelohnung. Bleibt der Kurs gleich, bricht die Rentabilit\u00e4t ein, Maschinen gehen vom Netz, und die Difficulty sinkt, bis sich ein neues Gleichgewicht einstellt. Die Difficulty ist also das Ventil, \u00fcber das sich der Belohnungsschock entl\u00e4dt. Dass sie 2026 so beweglich war, ist ein Vorgeschmack auf die Anpassung, die 2028 ansteht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dahinter steckt eine gr\u00f6\u00dfere Frage: Reichen die Erl\u00f6se, um das Netzwerk dauerhaft zu sichern? Die Summe aus Belohnung und Geb\u00fchren mal Kurs ist das Sicherheitsbudget, das einen Angriff teuer macht. Bei rund 450 neu ausgegebenen BTC pro Tag und einem Kurs um 81.500 US-Dollar sind das gut 13 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Nach 2028 halbiert sich der Belohnungsanteil bei konstantem Kurs. Langfristig sollen Transaktionsgeb\u00fchren diese L\u00fccke f\u00fcllen, doch sie machen heute nur einen kleinen Teil der Erl\u00f6se aus. Welche Rolle neue Ebenen dabei spielen k\u00f6nnten, haben wir am Beispiel der <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/drivechains-ecx-bitcoin-layer2-wette-2026\/'>Drivechains und der ECX-Fork<\/a> diskutiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Geb\u00fchren diese Rolle schon heute tragen k\u00f6nnten, zeigte sich bisher nur in kurzen Spitzen. Als 2024 das Runes-Protokoll startete, trieben Datenpr\u00e4gungen die Geb\u00fchren eines einzelnen Blocks zeitweise weit \u00fcber die Blockbelohnung hinaus; ein Jahr sp\u00e4ter waren sie wieder auf einen Bruchteil gefallen. Die ehrliche Antwort lautet daher: Niemand wei\u00df, ob Geb\u00fchren allein das Sicherheitsbudget nach mehreren Halvings tragen werden. Die Difficulty wird dabei zur stillen Protokollantin, denn sie zeigt mit jedem Retarget an, wie viel Rechenleistung sich die Branche beim jeweiligen Erl\u00f6sniveau noch leisten kann.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Sicherheitsbudget, Timewarp und was die Difficulty nicht ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Difficulty hat genau eine ernsthafte bekannte Schwachstelle, und sie hat mit den Zeitstempeln der Bl\u00f6cke zu tun. Weil das Netzwerk die verstrichene Zeit aus den Zeitstempeln des ersten und letzten Blocks eines Intervalls ableitet und keine Regel die Grenze zwischen zwei Intervallen fest verankert, k\u00f6nnte eine Mehrheit der Miner die Zeitstempel theoretisch so setzen, dass ein Intervall k\u00fcnstlich lang erscheint und die Difficulty einbricht. Dieser Timewarp-Angriff ist seit Jahren bekannt, verlangt aber eine anhaltende Mehrheit der Rechenleistung und wurde nie auf dem Mainnet durchgef\u00fchrt. Der Soft-Fork-Vorschlag BIP-54 (&bdquo;Great Consensus Cleanup&ldquo;) will ihn beheben; seine Aktivierung ist allerdings noch nicht entschieden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso wichtig ist, was die Difficulty alles nicht ist. Sie ist kein Kursindikator: Sie reagiert mit Verz\u00f6gerung auf den Kurs, sagt ihn aber nicht voraus. Sie ist keine Abstimmung: Kein Miner und kein Gremium kann sie festlegen, sie folgt mechanisch aus den Blockzeiten. Und sie ist kein direkter Schutz vor Doppelausgaben: Dagegen sch\u00fctzt die schiere H\u00f6he der Hashrate, nicht die Difficulty als solche. Eine h\u00f6here Difficulty macht Angriffe teurer, weil sie mehr Rechenleistung voraussetzt, aber sie ist Folge, nicht Ursache der Sicherheit. In den USA hat die B\u00f6rsenaufsicht SEC im M\u00e4rz 2025 zudem klargestellt, dass reines Proof-of-Work-Mining kein Wertpapiergesch\u00e4ft ist; in Deutschland bleibt die Zust\u00e4ndigkeit bei der BaFin f\u00fcr Dienstleister, nicht f\u00fcr das Sch\u00fcrfen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Unterm Strich ist der Oktober-Sprung damit ein gutes Beispiel f\u00fcr das, was die Difficulty leistet: Sie \u00fcbersetzt jede Ver\u00e4nderung bei Kurs, Hardware und Stromkosten mit zwei Wochen Verz\u00f6gerung in einen neuen, stabilen Zehn-Minuten-Takt, ohne dass jemand eingreifen m\u00fcsste. F\u00fcr Miner ist sie Gegner und Partner zugleich, f\u00fcr das Netzwerk ist sie der Garant daf\u00fcr, dass Bitcoin seit 2009 verl\u00e4sslich tickt.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen zur Mining Difficulty<\/h2><h3 class=\"wp-block-heading\">Wie oft passt sich die Bitcoin Mining Difficulty an?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Alle 2016 Bl\u00f6cke, was bei einem Zielabstand von zehn Minuten rund zwei Wochen entspricht. Das Netzwerk vergleicht die tats\u00e4chlich ben\u00f6tigte Zeit mit der Soll-Zeit von 20.160 Minuten und passt die Schwierigkeit entsprechend an, damit Bl\u00f6cke im Schnitt wieder alle zehn Minuten entstehen.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Warum ist die Difficulty im Oktober 2026 gestiegen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil mehr Rechenleistung ans Netz ging. Nach der Kurserholung im dritten Quartal lohnte sich Mining wieder, abgeschaltete Maschinen kamen zur\u00fcck, und die Hashrate stieg \u00fcber ein Zettahash pro Sekunde. Am 16. Oktober f\u00fchrte das zu einem Plus von 5,92 Prozent auf 140,58 Billionen.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet eine h\u00f6here Difficulty f\u00fcr Miner?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei unver\u00e4nderter eigener Rechenleistung sinkt der Anteil an den Bl\u00f6cken und damit der Ertrag. Ein Plus von 5,92 Prozent bedeutet grob 5,6 Prozent weniger Bitcoin pro Zeiteinheit. Der Hashprice, also der Tageserl\u00f6s je Petahash, f\u00e4llt entsprechend, im Oktober 2026 auf 36,75 US-Dollar.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Lohnt sich Bitcoin-Mining in Deutschland?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Am \u00f6ffentlichen Netz kaum. Bei industriellen Strompreisen um 22,6 Cent je Kilowattstunde liegt selbst die effizienteste ASIC-Hardware \u00fcber ihrer Gewinnschwelle, die beim aktuellen Hashprice bei etwa 14 Cent liegt. Wirtschaftlich ist Mining dort, wo Strom drei bis sechs US-Cent kostet.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Wann ist das n\u00e4chste Bitcoin-Halving und was hat es mit der Difficulty zu tun?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das n\u00e4chste Halving wird um April 2028 bei Blockh\u00f6he 1.050.000 erwartet und senkt die Blockbelohnung von 3,125 auf 1,5625 BTC. Es halbiert den gr\u00f6\u00dften Erl\u00f6sposten der Miner; f\u00e4llt daraufhin Rechenleistung weg, sinkt die Difficulty, bis sich ein neues Gleichgewicht einstellt.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wie oft passt sich die Bitcoin Mining Difficulty an?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Alle 2016 Bl\u00f6cke, was bei einem Zielabstand von zehn Minuten rund zwei Wochen entspricht. Das Netzwerk vergleicht die tats\u00e4chlich ben\u00f6tigte Zeit mit der Soll-Zeit von 20.160 Minuten und passt die Schwierigkeit entsprechend an, damit Bl\u00f6cke im Schnitt wieder alle zehn Minuten entstehen.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum ist die Difficulty im Oktober 2026 gestiegen?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Weil mehr Rechenleistung ans Netz ging. Nach der Kurserholung im dritten Quartal lohnte sich Mining wieder, abgeschaltete Maschinen kamen zur\u00fcck, und die Hashrate stieg \u00fcber ein Zettahash pro Sekunde. Am 16. Oktober f\u00fchrte das zu einem Plus von 5,92 Prozent auf 140,58 Billionen.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was bedeutet eine h\u00f6here Difficulty f\u00fcr Miner?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Bei unver\u00e4nderter eigener Rechenleistung sinkt der Anteil an den Bl\u00f6cken und damit der Ertrag. Ein Plus von 5,92 Prozent bedeutet grob 5,6 Prozent weniger Bitcoin pro Zeiteinheit. Der Hashprice, also der Tageserl\u00f6s je Petahash, f\u00e4llt entsprechend, im Oktober 2026 auf 36,75 US-Dollar.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Lohnt sich Bitcoin-Mining in Deutschland?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Am \u00f6ffentlichen Netz kaum. Bei industriellen Strompreisen um 22,6 Cent je Kilowattstunde liegt selbst die effizienteste ASIC-Hardware \u00fcber ihrer Gewinnschwelle, die beim aktuellen Hashprice bei etwa 14 Cent liegt. Wirtschaftlich ist Mining dort, wo Strom drei bis sechs US-Cent kostet.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wann ist das n\u00e4chste Bitcoin-Halving und was hat es mit der Difficulty zu tun?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Das n\u00e4chste Halving wird um April 2028 bei Blockh\u00f6he 1.050.000 erwartet und senkt die Blockbelohnung von 3,125 auf 1,5625 BTC. Es halbiert den gr\u00f6\u00dften Erl\u00f6sposten der Miner; f\u00e4llt daraufhin Rechenleistung weg, sinkt die Difficulty, bis sich ein neues Gleichgewicht einstellt.\"}}]}<\/script><p class=\"wp-block-paragraph\">Von Marcus Okafor, Redaktion Bitcoin und Mining, HOGE Wire.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bitcoin Mining Difficulty sprang am 16. Oktober um 5,92 Prozent auf 140,58 Billionen. Was der R\u00fcckschlag f\u00fcr Miner, Hashprice und die Sicherheit des Netzwerks bedeutet.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-812","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bitcoin-layer1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=812"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/812\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}