{"id":840,"date":"2026-10-27T22:28:25","date_gmt":"2026-10-27T22:28:25","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-riot-q3-zahlen-nagelprobe-ki-wette-2026\/"},"modified":"2026-10-27T22:28:25","modified_gmt":"2026-10-27T22:28:25","slug":"marathon-riot-q3-zahlen-nagelprobe-ki-wette-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-riot-q3-zahlen-nagelprobe-ki-wette-2026\/","title":{"rendered":"Marathon vs. Riot: Q3-Zahlen als Nagelprobe der KI-Wette"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang November, innerhalb von weniger als 48 Stunden, entscheidet sich, ob eine der meistdiskutierten Wetten im Bitcoin-Mining tr\u00e4gt. MARA Holdings (Nasdaq: MARA) wird seine Zahlen zum dritten Quartal 2026 voraussichtlich am 3. November nach US-B\u00f6rsenschluss vorlegen, Riot Platforms (Nasdaq: RIOT) hat offiziell f\u00fcr den <a href='https:\/\/www.nasdaq.com\/press-release\/riot-announces-third-quarter-2026-earnings-conference-call-2026-10-20'>4. November um 8:00 Uhr Ostk\u00fcstenzeit<\/a> eingeladen. Zwei Berichte, nicht einmal einen Tag auseinander, von zwei Unternehmen, die vor einem Jahr noch fast austauschbar waren und heute an der B\u00f6rse wie zwei verschiedene Branchen behandelt werden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zeitpunkt ist aufgeladen. Bitcoin ist zum Wochenbeginn unter 80.000 USD (rund 72.300 EUR) gerutscht, auf den <a href='https:\/\/fortune.com\/article\/price-of-bitcoin-10-27-2026\/'>tiefsten Stand seit Juli<\/a>, w\u00e4hrend die M\u00e4rkte auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am 28. Oktober warten. Beide Aktien gehen angeschlagen in die Berichtswoche: MARA notiert nahe seinem 52-Wochen-Tief, Riot hat seit Anfang Oktober rund ein Drittel seines Kurswerts verloren. F\u00fcr Anleger im DACH-Raum, die beide Titel \u00fcber US-Broker halten, ist dieses Quartal die erste echte Nagelprobe. Best\u00e4tigen die Fundamentaldaten die auseinandergelaufenen Kurse, oder hat der Markt zu fr\u00fch geurteilt?<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zwei Berichte in 48 Stunden: der Fahrplan<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Riots Termin steht fest. Das Unternehmen hat am 20. Oktober zur Telefonkonferenz am 4. November vor B\u00f6rsenstart eingeladen, die Zahlen kommen also am fr\u00fchen Morgen desselben Tages. MARAs Termin gilt nach dem gewohnten Rhythmus als wahrscheinlich f\u00fcr den 3. November nach Handelsschluss; nach Daten von <a href='https:\/\/www.marketbeat.com\/stocks\/NASDAQ\/MARA\/earnings\/'>MarketBeat<\/a> erwarten Analysten einen Verlust von rund 0,39 USD je Aktie bei etwa 183 Mio USD Umsatz. Zur Einordnung: Im Vorjahresquartal verbuchte MARA minus 0,32 USD je Aktie bei 252 Mio USD Umsatz, der Umsatz schrumpft also weiter, obwohl die Maschinen mehr Bitcoin sch\u00fcrfen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die beiden gr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten Bitcoin-Miner der USA praktisch zeitgleich berichten, macht den direkten Vergleich unvermeidlich. Und er f\u00e4llt in eine Woche, in der ein zweites Ereignis die B\u00fchne teilt: Am Mittwoch, dem 28. Oktober, verk\u00fcndet die Fed um 20:00 Uhr MEZ ihren Zinsentscheid. F\u00fcr kapitalintensive Rechenzentrumsbauer, zu denen sich beide Unternehmen entwickeln, sind die Finanzierungskonditionen inzwischen genauso wichtig wie der Bitcoin-Kurs. Die Berichtswoche liefert damit drei Signale auf einmal: wie profitabel das Mining noch ist, wie weit der Umbau zur KI-Infrastruktur gediehen ist und zu welchen Kapitalkosten dieser Umbau finanziert wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ein Jahr Divergenz, jetzt die Abrechnung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Vor einem Jahr, als Bitcoin am 6. Oktober 2025 sein Allzeithoch bei rund 126.000 USD markierte, waren MARA und Riot zwei Varianten derselben Idee: b\u00f6rsennotierte Rechenfabriken, deren Aktien im Gleichschritt mit dem Bitcoin-Kurs stiegen und fielen. Seither haben sie sich getrennt. Riot unterschrieb im August einen langfristigen KI-Mietvertrag und wird seither als Rechenzentrumsentwickler mit planbaren Mieteinnahmen gehandelt. MARA setzt weiter auf einen eigenen Gigawatt-Ausbau, einen der gr\u00f6\u00dften Bitcoin-Best\u00e4nde der Branche und die Aussicht, beides sp\u00e4ter in KI-Kapazit\u00e4t umzum\u00fcnzen, bisher aber ohne den entscheidenden Mietvertrag.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kurse zeichnen diese Spaltung nach. Am Markt ist Riot mit rund 5 Mrd USD inzwischen fast doppelt so viel wert wie MARA mit grob 2,7 Mrd USD, obwohl MARA deutlich mehr Rechenleistung und ein Vielfaches an Bitcoin h\u00e4lt. Die folgende Momentaufnahme zeigt den Stand kurz vor den Zahlen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl (Stand ~23.-27. Okt. 2026)<\/th><th>MARA Holdings<\/th><th>Riot Platforms<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Aktienkurs<\/td><td>~7 USD (Schluss 23.10.: 7,02)<\/td><td>~13 USD (Schluss 23.10.: 12,53)<\/td><\/tr><tr><td>Marktkapitalisierung<\/td><td>~2,7 Mrd USD (386,3 Mio Aktien)<\/td><td>~5,0 Mrd USD (375,3 Mio Aktien)<\/td><\/tr><tr><td>52-Wochen-Spanne<\/td><td>6,66 bis 23,45 USD<\/td><td>11,50 bis 30,32 USD<\/td><\/tr><tr><td>Analysten-Kursziel (Schnitt)<\/td><td>~18 USD<\/td><td>~30 USD (Spanne 19 bis 42)<\/td><\/tr><tr><td>Q3-Bericht<\/td><td>3. Nov. (erwartet, nach Schluss)<\/td><td>4. Nov. (best\u00e4tigt, 8:00 ET)<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Bestand<\/td><td>~35.600 BTC<\/td><td>~11.380 BTC<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Quellen: MarketBeat, stockanalysis.com, Riot- und MARA-Pflichtmitteilungen. Kursziele gerundet.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt der Zustand, in dem beide Titel in die Berichtssaison gehen. Der Oktober war f\u00fcr Miner-Aktien hart: Mitte des Monats verloren MARA und Riot an einem einzigen Handelstag jeweils rund 9 bis 11 Prozent, obwohl der Bitcoin-Kurs an jenem Tag kaum nachgab. \u00dcber den Monat gerechnet fiel Riot von rund 19 USD Anfang Oktober auf etwa 13 USD, MARA von knapp 10 auf rund 7 USD. Beide n\u00e4hern sich damit wieder ihren 52-Wochen-Tiefs, was die Fallh\u00f6he der Quartalszahlen erh\u00f6ht: Entt\u00e4uschungen treffen auf ohnehin nerv\u00f6se Anleger, positive \u00dcberraschungen dagegen auf viele Leerverk\u00e4ufer, die zur Deckung gezwungen werden k\u00f6nnten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Woran man Marathons Zahlen misst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei MARA lohnt es sich, den Bericht in drei Ebenen zu lesen, die leicht durcheinandergeraten. Die erste ist die Schlagzeile: Gewinn oder Verlust je Aktie. Diese Zahl wird in diesem Quartal fast vollst\u00e4ndig von der Neubewertung des Bitcoin-Bestands bestimmt und sagt wenig \u00fcber das operative Gesch\u00e4ft aus. Die zweite Ebene ist genau dieses operative Gesch\u00e4ft: Wie viel Bitcoin wurde gesch\u00fcrft, zu welchen Stromkosten, und wie entwickelt sich der Umsatz aus dem reinen Mining. Die dritte Ebene ist die strategische: Gibt es endlich einen KI-Mietvertrag, und wie weit ist der Umbau der Standorte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Quartal lieferte MARA auf der operativen Ebene durchaus solide Zahlen. Das Unternehmen produzierte 2.422 Bitcoin, mehr als Riot, und meldete eine energetisierte Rechenleistung von 70,3 EH\/s, ebenfalls deutlich \u00fcber dem Rivalen. Der Umsatz fiel dennoch um 27 Prozent auf 174,9 Mio USD, weil der Bitcoin-Kurs im Jahresvergleich tiefer lag. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 611,3 Mio USD, wie aus dem <a href='https:\/\/www.sec.gov\/Archives\/edgar\/data\/0001507605\/000150760526000020\/q226shareholderletter.htm'>Aktion\u00e4rsbrief zum zweiten Quartal<\/a> hervorgeht. Genau dieser Verlust ist das beste Beispiel daf\u00fcr, warum die Schlagzeile in die Irre f\u00fchrt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Bitcoin-Bestand als Gewinnhebel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2025 schreiben die US-Bilanzregeln vor, dass Kryptobest\u00e4nde zum Marktwert anzusetzen sind und jede Wert\u00e4nderung direkt durch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung l\u00e4uft, auch wenn kein einziger Coin verkauft wurde. F\u00fcr ein Unternehmen, das wie MARA einen der gr\u00f6\u00dften Bitcoin-Best\u00e4nde der Branche h\u00e4lt, bedeutet das: Die Quartalszahl ist zu einem erheblichen Teil eine Wette auf den Bitcoin-Kurs, verpackt als Ergebnis. Im zweiten Quartal zog eine unrealisierte Abwertung von 343 Mio USD das Ergebnis tief ins Minus, im ersten Quartal war es ein Minus von rund einer Milliarde.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im dritten Quartal kehrt sich dieser Mechanismus um. Bitcoin stieg von rund 58.500 USD zum Ende des zweiten Quartals auf <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/09\/30\/live-updates-bitcoin-below-usd84-000-ahead-of-pce-inflation-data-micron-earnings'>83.554 USD zum 30. September<\/a>, ein Plus von gut 43 Prozent und das beste Quartal f\u00fcr Bitcoin seit Anfang 2024. Rechnerisch bedeutet das bei rund 35.600 Bitcoin im Bestand einen unrealisierten Buchgewinn in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 0,9 Mrd USD, der nun als Gewinn statt als Verlust durch die B\u00fccher l\u00e4uft. Dieselbe Bilanzregel, die MARA im ersten Halbjahr zweistellige Milliardenverluste bescherte, k\u00f6nnte die Schlagzeile zum dritten Quartal also kr\u00e4ftig ins Plus drehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier liegt die Falle f\u00fcr den schnellen Leser. Die Analystensch\u00e4tzung von rund minus 0,39 USD je Aktie bildet im Kern das operative Mining-Gesch\u00e4ft ab, nicht die volatile Bitcoin-Neubewertung, die viele Analysten gar nicht modellieren. Es ist deshalb gut m\u00f6glich, dass MARA eine stark positive GAAP-Zahl ausweist und gleichzeitig operativ kaum Geld verdient. Wer die Aktie beurteilen will, sollte die Schlagzeile um den Bitcoin-Effekt bereinigen und auf die Stromkosten je gesch\u00fcrftem Coin, den Mining-Umsatz und die Fortschritte beim KI-Umbau schauen. Zur Erinnerung: MARA kaufte Mitte September 1.292 Bitcoin zu durchschnittlich rund 76.300 USD hinzu und trennte sich Anfang Oktober wieder von Best\u00e4nden im Wert von etwa 81 Mio USD, ein Hin und Her, das die Treasury-Strategie selbst zum Diskussionspunkt macht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Marathons fehlender Mieter<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Frage an MARA hat mit Bitcoin nichts zu tun. Sie lautet: Kommt endlich ein Ankermieter? MARAs Strategie ist die eines vertikal integrierten Eigent\u00fcmer-Betreibers. Das Unternehmen will seine Standorte selbst besitzen, die Stromversorgung kontrollieren und die Rechenzentren erst dann teuer ausbauen, wenn ein Mieter unterschrieben hat (Build-to-Suit). Das Stromziel wurde zuletzt auf rund 4,8 Gigawatt angehoben, unter anderem gest\u00fctzt auf den geplanten Kauf des Gaskraftwerks <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/04\/30\/mara-holdings-to-buy-long-ridge-energy'>Long Ridge<\/a> in Ohio (505 Megawatt, rund 1,5 Mrd USD). Dieser Kauf h\u00e4ngt allerdings noch an der Genehmigung der US-Regulierungsbeh\u00f6rde FERC, die das Management vor Jahresende erwartet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nur fehlt bislang der Kunde. Bis Ende Oktober 2026 hat MARA keinen gro\u00dfen KI-Mieter unter Vertrag. Das Management hat gemeinsam mit dem Finanzpartner Starwood Capital, der Vorarbeiten wie Pr\u00fcfung, Genehmigungen, Stromanbindung und Mietersuche \u00fcbernimmt, nach Angaben von <a href='https:\/\/blockspace.media\/insight\/mara-targets-ai-hpc-leases-2026\/'>Blockspace<\/a> mindestens zwei Abschl\u00fcsse bis Jahresende in Aussicht gestellt. Ein 2-Gigawatt-Projekt in Texas wurde pr\u00e4sentiert, Mieter gibt es auch dort noch keinen. Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung, die den gesamten Umbau antreibt, ist unbestritten hoch und zeigt sich quer durch den Sektor, etwa an den K\u00e4mpfen um GPU-Kapazit\u00e4t, die wir im Kontext von <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-solana-migration-prop-346-akt-2026\/'>Akashs Wechsel zu Solana<\/a> beschrieben haben. Die Frage ist nicht, ob es Nachfrage gibt, sondern ob MARA sie an seinen eigenen Standorten einfangen kann, bevor den Anlegern die Geduld ausgeht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA-Chef Fred Thiel hat die Logik hinter dem Ausbau wiederholt auf einen Satz gebracht. Mining sei ein Nullsummenspiel, in dem der Boden der Marge die eigenen Energiekosten seien; und weiter, gegen\u00fcber <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>CoinGeek<\/a>: &bdquo;By 2028, you&rsquo;ll either be a power generator, be owned by one, or be partnered with one.&ldquo; In dieser Lesart ist der Gigawatt-Ausbau kein Selbstzweck, sondern die Eintrittskarte in ein Gesch\u00e4ft, in dem Strom und nicht Hashrate die knappe Ressource ist. Der dritte Quartalsbericht muss zeigen, dass aus dieser These konkrete Vertr\u00e4ge werden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Woran man Riots Zahlen misst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Riot ist die Leseanleitung eine andere, weil die entscheidende Frage f\u00fcr Riot bereits beantwortet ist. Das dritte Quartal ist das erste vollst\u00e4ndige Quartal nach der Unterzeichnung des KI-Ankervertrags im August, und damit die erste Gelegenheit zu pr\u00fcfen, ob der Umbau in den Zahlen ankommt. Drei Positionen verdienen besondere Aufmerksamkeit: der Umsatz des noch jungen Rechenzentrumssegments, die Baufortschritte am Gro\u00dfprojekt sowie die Finanzierung, mit der Riot den Umbau stemmt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Quartal setzte sich Riots Umsatz von 174,2 Mio USD (plus 14 Prozent) bereits aus drei Teilen zusammen: 113,7 Mio USD aus dem Bitcoin-Mining, 23,2 Mio USD aus dem Rechenzentrumsgesch\u00e4ft und 37,3 Mio USD aus dem Ingenieursegment. Das nicht aus dem Mining stammende Gesch\u00e4ft war mit \u00fcber 60 Mio USD erstmals wesentlich, wie die <a href='https:\/\/www.riotplatforms.com\/riot-platforms-reports-second-quarter-2026-financial-results-and-strategic-highlights'>Zahlen zum zweiten Quartal<\/a> zeigen. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 237,2 Mio USD, ebenfalls stark vom Bitcoin-Effekt gepr\u00e4gt, aber nur ein gutes Drittel von MARAs Verlust. Firmenchef Jason Les nannte den Vertragsabschluss &bdquo;a defining moment in our evolution into a leading developer of large-scale data centers.&ldquo; Im dritten Quartal muss sich zeigen, ob das Rechenzentrumssegment seinen Umsatz steigert und wie schnell die Baukosten anziehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei weitere Zeilen verdienen bei Riot Aufmerksamkeit. Erstens die Finanzierung: Die 573 Mio USD von Morgan Stanley sind nur eine Zwischenl\u00f6sung, der eigentliche Investitionsbedarf f\u00fcr den KI-Ausbau liegt nach Analystensch\u00e4tzungen bei gut 2 Mrd USD. Der Markt wird genau hinsehen, ob Riot diese Zwischenfinanzierung durch langfristiges Kapital abl\u00f6st und zu welchen Konditionen. Zweitens die Netzdienste: Riot verdient in Texas an der Drosselung, indem es bei Spitzenlast Leistung ins Netz zur\u00fcckgibt. Im zweiten Quartal brachte das Gutschriften von gut 10 Mio USD, im ersten Halbjahr rund 31 Mio USD, die die Mining-Stromkosten sp\u00fcrbar senken. Diese Gutschriften sind ein Puffer, den MARA in dieser Form nicht hat.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Anthropic-Vertrag in Zahlen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vertrag, der Riots Neubewertung ausgel\u00f6st hat, ist in seiner Dimension bemerkenswert. Es handelt sich um einen 20-j\u00e4hrigen Mietvertrag \u00fcber 191 Megawatt kritische IT-Leistung mit Laufzeit bis Juni 2048. Die vertraglich zugesagte Basis liegt bei rund 9,1 Mrd USD, mit zwei je f\u00fcnfj\u00e4hrigen Verl\u00e4ngerungsoptionen bis zu etwa 16,1 Mrd USD. Riot beziffert den kumulierten Netto-Betriebsgewinn (NOI) auf 7,3 bis 8,2 Mrd USD, also grob 365 bis 411 Mio USD pro Jahr. Geliefert wird gestaffelt: 96 Megawatt bis Dezember 2027, die vollen 191 Megawatt bis Juni 2028. F\u00fcr die Zwischenfinanzierung hat Morgan Stanley eine Fazilit\u00e4t \u00fcber 573 Mio USD bereitgestellt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Den Mieter bezeichnet Riot in seinen Pflichtmitteilungen nur als f\u00fchrendes KI-Labor; mehrere Medien, darunter <a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/08\/11\/riot-platforms-signs-anthropic-deal'>CNBC<\/a>, berichten \u00fcbereinstimmend, dass es sich um Anthropic handelt. Zusammen mit einem fr\u00fcheren Abschluss mit dem Chiphersteller AMD \u00fcber 50 Megawatt kommt Riot auf 241 Megawatt kontrahierte Leistung und rund 9,8 Mrd USD zugesagten Umsatz. Bernstein-Analyst Gautam Chhugani hob Riot nach dem Abschluss auf ein Kursziel von 35 USD und bezifferte den j\u00e4hrlich wiederkehrenden Umsatz aus dem Vertrag auf rund 457 Mio USD, wie <a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/bernstein-raises-riot-price-target-ai-deal\/'>Crypto Briefing<\/a> berichtete.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Riot diesen Weg \u00fcberhaupt eingeschlagen hat, geht auch auf \u00e4u\u00dferen Druck zur\u00fcck. Der aktivistische Investor Starboard Value forderte das Unternehmen in einem <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/02\/18\/starboard-value-pushes-riot-platforms-to-use-power-capacity-for-ai'>Brief vom Februar<\/a> auf, seine Stromkapazit\u00e4t f\u00fcr KI zu nutzen, und rechnete vor, dass 1,7 Gigawatt mehr als 1,6 Mrd USD Jahres-EBITDA und bis zu 21 Mrd USD an Wert bringen k\u00f6nnten. Riot nahm daraufhin mehrere Verwaltungsr\u00e4te mit Rechenzentrumserfahrung an Bord. Die Q3-Zahlen sind nun der erste Beleg, ob diese Rechnung in der Praxis aufgeht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Planbarkeit hat eine Kehrseite: Klumpenrisiko. Riots Ankervertrag h\u00e4ngt an einem einzigen Mieter, und je gr\u00f6\u00dfer der Anteil der Mieteinnahmen am Gesamtgesch\u00e4ft wird, desto st\u00e4rker steht und f\u00e4llt die Bewertung mit dessen Bonit\u00e4t. Zur Einordnung lohnt der Blick auf den Sektor: Nach Daten von CoinShares haben b\u00f6rsennotierte Miner inzwischen KI- und HPC-Vertr\u00e4ge im kumulierten Volumen von <a href='https:\/\/www.investing.com\/analysis\/these-3-bitcoin-miner-stocks-are-riding-the-ai-data-center-boom-200682639'>\u00fcber 70 Mrd USD<\/a> unterschrieben, von Core Scientific \u00fcber Hut 8 bis TeraWulf. Der Wettlauf um KI-Mieter ist also kein Zweikampf, sondern ein Branchenph\u00e4nomen, und Riots Vertrag ist gro\u00df, aber nicht einzigartig.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Strategie-Vergleich: Eigent\u00fcmer gegen Vermieter<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden Unternehmen l\u00f6sen dasselbe Problem auf entgegengesetzte Weise. MARA will alles selbst besitzen, vom Kraftwerk bis zur Serverhalle, und tr\u00e4gt daf\u00fcr hohe Investitionen und das volle Betriebsrisiko. Riot gibt sich kapitalleichter und positioniert sich als Entwickler und Vermieter, der die Fl\u00e4che und den Strom bereitstellt und das teure IT-Innenleben dem Mieter \u00fcberl\u00e4sst. Beide Modelle haben ihren Preis. MARAs Variante verspricht h\u00f6here Margen, falls die Mieter kommen, Riots Variante liefert planbare Zahlungen, bindet das Unternehmen aber an einen einzigen gro\u00dfen KI-Kunden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Kampfplatz ist der Strom. Needham-Analyst John Todaro bringt es gegen\u00fcber CoinGeek auf den Punkt: &bdquo;The revenue per megawatt and EBITDA margins are far higher for HPC and AI colocation than for mining.&ldquo; Wer ein Megawatt an ein KI-Rechenzentrum vermietet, verdient ein Vielfaches dessen, was dasselbe Megawatt im Mining einbringt. Deshalb ist f\u00fcr beide die entscheidende Ressource nicht mehr die Hashrate, sondern gesicherte, bezahlbare Leistung. Die folgende Tabelle stellt die Strategien gegen\u00fcber.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Dimension<\/th><th>MARA Holdings<\/th><th>Riot Platforms<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Gesch\u00e4ftsmodell<\/td><td>vertikal integrierter Eigent\u00fcmer-Betreiber<\/td><td>kapitalleichter Entwickler und Vermieter<\/td><\/tr><tr><td>Stromstrategie<\/td><td>eigene Erzeugung (Long Ridge 505 MW Gas), Ziel ~4,8 GW<\/td><td>kontrahiert plus Netzdienste (ERCOT), ~1,7 GW, Corsicana bis 756 MW<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Bestand<\/td><td>~35.600 BTC (Treasury im Zentrum)<\/td><td>~11.380 BTC (bewusst Bitcoin-leicht)<\/td><\/tr><tr><td>KI-Ankermieter<\/td><td>keiner (Ziel: mindestens zwei bis Jahresende)<\/td><td>Anthropic, 191 MW, bis 9,1 Mrd USD<\/td><\/tr><tr><td>Bewertungslogik<\/td><td>Bitcoin-Wette plus KI-Option<\/td><td>kontrahierte Mietzahlungen (NOI)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Quellen: Riot- und MARA-Pflichtmitteilungen, CoinDesk, Blockspace.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die Mining-Zahlen richtig lesen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn beide Berichte vorliegen, werden viele zuerst auf die Kosten je gesch\u00fcrftem Bitcoin schauen. Vorsicht ist geboten, denn diese Kennzahl ist nicht nach einheitlichem Standard definiert und zwischen den Unternehmen kaum vergleichbar. MARA nennt f\u00fcr das zweite Quartal rund 38.690 USD, aber das ist eine enge Zahl, die im Kern nur den Strompreis an den eigenen Standorten abbildet. Riot weist mit rund 49.912 USD Barkosten (ohne Abschreibung) scheinbar schlechtere Werte aus, nutzt aber eine breitere Definition. Rechnet man bei Riot die Abschreibung hinzu, steigen die Kosten auf 90.631 USD je Bitcoin, das entspricht rund 126 Prozent des Produktionswerts. Mit anderen Worten: Im selben Quartal war Riots Mining auf Barbasis profitabel und nach den vollen Bilanzkosten defizit\u00e4r.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Abschreibung ist der Unterschied zwischen einem Quartal, das bar Geld verdient, und einem, das nach GAAP Verlust macht. Sie ist gebundenes, versunkenes Kapital und l\u00e4sst sich, anders als der Stromverbrauch, nicht abschalten, wenn der Kurs f\u00e4llt. Ein zweiter Stolperstein ist die Rechenleistung. MARAs 70,3 EH\/s sind energetisiert, z\u00e4hlen also auch angesteckte, aber nicht unbedingt rechnende Maschinen; die tats\u00e4chlich produzierten 2.422 Bitcoin im Quartal sind der ehrlichere Ma\u00dfstab. JPMorgan-Stratege Nikolaos Panigirtzoglou taxiert die Vollkosten der Branche auf rund 78.000 USD je Bitcoin und beschreibt den Selbstkorrektur-Mechanismus gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>TFTC<\/a> so: &bdquo;When bitcoin trades below its production cost, higher-cost miners power down, the hashrate declines, and difficulty adjusts lower.&ldquo;<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl (Q2 2026, zuletzt berichtet)<\/th><th>MARA Holdings<\/th><th>Riot Platforms<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Kosten je BTC (bar, ohne Abschreibung)<\/td><td>~38.690 USD (enge Definition)<\/td><td>~49.912 USD<\/td><\/tr><tr><td>Kosten je BTC (inkl. Abschreibung)<\/td><td>Methodik-Ausrei\u00dfer, nicht vergleichbar<\/td><td>~90.631 USD (~126 % des Produktionswerts)<\/td><\/tr><tr><td>produzierte Bitcoin<\/td><td>2.422<\/td><td>1.587<\/td><\/tr><tr><td>Rechenleistung<\/td><td>70,3 EH\/s (energetisiert)<\/td><td>44,4 EH\/s (eingesetzt)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Quellen: MARA-Aktion\u00e4rsbrief Q2, Riot-Q2-Mitteilung. Kostenkennzahlen sind nicht GAAP-standardisiert.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Netz-Hintergrund: Hashprice, Difficulty, Hashrate<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das dritte Quartal war f\u00fcr die Miner operativ freundlicher als die Flaute im Sommer, doch zum Quartalsende drehte sich der Wind. Die Mining-Schwierigkeit (Difficulty) sprang bei der Anpassung Mitte Oktober um 5,92 Prozent auf <a href='https:\/\/www.blockopsmining.com\/bitcoin-mining-difficulty-october-2026\/'>140,58 Billionen<\/a>, den h\u00f6chsten Stand seit Anfang M\u00e4rz und nur noch rund 10 Prozent unter dem Rekord vom Oktober 2025. Dahinter steht eine Rechenleistung, die mit etwa 1.101 EH\/s wieder die Marke von einem Zettahash pro Sekunde erreicht hat, weil k\u00fchleres Wetter die sommerliche Drosselung beendete und ein h\u00f6herer Kurs stillgelegte Kapazit\u00e4t zur\u00fcckbrachte. Wer die n\u00e4chste Anpassung absch\u00e4tzen will, findet die Mechanik in unserem Leitfaden zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-difficulty-naechste-anpassung-vorhersagen-2026\/'>Vorhersage der Bitcoin-Difficulty<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folge sp\u00fcrt jeder Miner direkt am Hashprice, der Kennzahl f\u00fcr den t\u00e4glichen Umsatz je Recheneinheit. Er fiel laut Hashrate Index von \u00fcber 40 USD je PH pro Tag Anfang Oktober auf rund 36 USD gegen Monatsende, weil die h\u00f6here Difficulty und der Kursr\u00fcckgang den Ertrag je Maschine zusammendr\u00fcckten. F\u00fcr die Berichtswoche hei\u00dft das: Die Mining-Erl\u00f6se stehen wieder unter Druck, was den Umbau zur KI-Infrastruktur f\u00fcr beide Unternehmen dringlicher macht. James Butterfill von CoinShares sch\u00e4tzt, dass einzelne Miner bis Jahresende bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes aus KI beziehen k\u00f6nnten, nach rund 30 Prozent heute, und nennt die aktuelle Lage gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/395259\/bitcoin-miners-face-breakeven-pressure-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says'>The Block<\/a> eine der herausforderndsten Phasen seit dem Halving. Die Blocksubvention liegt weiter bei 3,125 Bitcoin, das n\u00e4chste Halving folgt 2028.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Q3-Zahlen selbst ist es wichtig, Quartal und Gegenwart zu trennen. Das dritte Quartal war mit einem Plus von gut 43 Prozent Bitcoins bestes seit Anfang 2024, und der Hashprice lag \u00fcber weite Strecken des Quartals \u00fcber den Sommertiefs; die Mining-Erl\u00f6se d\u00fcrften im Quartalsvergleich also eher besser aussehen. Der Druck aus dem Oktober, h\u00f6here Difficulty und ein Hashprice zur\u00fcck bei 36 USD, geh\u00f6rt dagegen ins laufende vierte Quartal und wird vor allem den Ausblick pr\u00e4gen, nicht die Zahlen, \u00fcber die am 3. und 4. November berichtet wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Fed als Nebenschauplatz, der zum Hauptereignis wird<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Einen Tag vor MARAs Zahlen entscheidet die Fed. Die M\u00e4rkte preisen laut <a href='https:\/\/www.thestreet.com\/fed\/fed-interest-rate-pause-october-investors'>CME FedWatch<\/a> mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Zinspause ein, also einen Verbleib der Spanne bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Spannender als die Entscheidung selbst ist der Ausblick: F\u00fcr die Dezember-Sitzung rechnet die Mehrheit bereits wieder mit einer Anhebung. F\u00fcr zwei Unternehmen, die sich in kapitalintensive Rechenzentrumsbauer verwandeln, ist das keine Randnotiz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kapitalkosten sind der neue Hashprice. In den vergangenen Monaten fielen beide Aktien mehrfach, wenn die Renditen langlaufender US-Anleihen stiegen, selbst wenn der Bitcoin-Kurs gleichzeitig zulegte. Der Grund ist die Logik der Bewertung: Riots \u00fcber 20 Jahre kontrahierte Mietzahlungen bis 2048 verhalten sich wie eine lange Anleihe, ihr Barwert sinkt, wenn der Markt h\u00f6here Zinsen auf Dauer erwartet. MARA trifft es doppelt, \u00fcber den Abzinsungssatz auf den k\u00fcnftigen Wert seiner Projekte und \u00fcber die Refinanzierung seiner Wandelanleihen. Der Ton der Notenbank kann die beiden Titel kurzfristig deshalb st\u00e4rker bewegen als jede einzelne Zeile der Quartalsberichte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Anleger im DACH-Raum hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Titel sind an der Nasdaq notiert. Wer sie aus Deutschland, \u00d6sterreich oder der Schweiz \u00fcber einen US-f\u00e4higen Broker h\u00e4lt, tr\u00e4gt neben dem Branchenrisiko ein W\u00e4hrungsrisiko, denn Kurse und Gesch\u00e4ft laufen in US-Dollar, w\u00e4hrend das eigene Depot in Euro oder Franken rechnet. Bei einem Euro-Dollar-Kurs um 1,10 und einem Bitcoin-Preis um 72.300 EUR schl\u00e4gt jede Dollar-Bewegung direkt auf die Euro-Rendite durch. Das ist kein Nebenaspekt: Ein Teil der j\u00fcngsten Schwankungen beider Aktien war schlicht Dollar-Bewegung, nicht Unternehmensnachricht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist die Lage f\u00fcr die Miner selbst entspannt. BaFin und die EU-Verordnung MiCA regulieren Kryptodienstleister wie Handelspl\u00e4tze und Verwahrer sowie die Emittenten von Kryptowerten, nicht aber das Proof-of-Work-Mining als solches, das keine lizenzpflichtige Finanzdienstleistung ist (Grundlage ist das <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin-Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a>). F\u00fcr MARA und Riot als b\u00f6rsennotierte Emittenten ist die zust\u00e4ndige Aufsicht die US-B\u00f6rsenaufsicht SEC, die im M\u00e4rz 2025 klargestellt hat, dass Mining auf \u00f6ffentlichen Netzen kein Wertpapiergesch\u00e4ft ist. Die regulatorische Grauzone verschiebt sich derzeit an anderer Stelle, etwa bei Airdrops und Token, wie der <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-krypto-airdrop-safe-harbor-kommentare-2026\/'>SEC-Streit nach 140 Briefen<\/a> zeigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein letzter lokaler Punkt betrifft die Frage, warum dieses Gesch\u00e4ft fast ausschlie\u00dflich in den USA und nicht in Mitteleuropa stattfindet. Der Grund ist der Strompreis. Selbst der effizienteste heutige ASIC braucht bei einem Hashprice um 36 USD Strom f\u00fcr h\u00f6chstens rund 14 Cent je Kilowattstunde, um profitabel zu laufen; deutscher Industriestrom kostet mit 22 bis 23 Cent deutlich mehr. Die folgende Tabelle zeigt die Grenzkosten je Maschine. Anders als beim Proof-of-Stake, wo die Sicherheit \u00fcber gebundenes Kapital und Rendite entsteht und der Heim-Validator ein realistisches Modell ist (siehe unseren Leitfaden zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/ethereum-solo-staking-2026-heim-validator-glamsterdam\/'>Ethereum Solo Staking<\/a>), ist profitables Bitcoin-Mining in Deutschland praktisch ausgeschlossen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>ASIC (Effizienz)<\/th><th>Break-even-Strompreis bei Hashprice ~36 USD<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Antminer S23 (9,5 J\/TH)<\/td><td>~0,143 EUR\/kWh<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 XP (13,5 J\/TH)<\/td><td>~0,101 EUR\/kWh<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 Pro (15 J\/TH)<\/td><td>~0,091 EUR\/kWh<\/td><\/tr><tr><td>WhatsMiner M60S (18,5 J\/TH)<\/td><td>~0,074 EUR\/kWh<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 XP (21,5 J\/TH)<\/td><td>~0,063 EUR\/kWh<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19j Pro (29,5 J\/TH)<\/td><td>~0,046 EUR\/kWh<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Break-even = Hashprice \/ (24 x J\/TH), umgerechnet bei EUR\/USD ~1,10. Deutscher Industriestrom liegt bei rund 0,22 bis 0,23 EUR\/kWh.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Drei Szenarien f\u00fcr die Berichtswoche<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einem Jahr, in dem der Markt die Divergenz vorweggenommen hat, treffen die beiden Berichte nun auf harte Zahlen. Grob lassen sich drei Verl\u00e4ufe skizzieren.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Die Divergenz best\u00e4tigt sich.<\/strong> Riots Rechenzentrumsumsatz w\u00e4chst, die Bauarbeiten bleiben im Zeitplan, und MARA meldet dank der Bitcoin-Neubewertung eine positive Schlagzeile, aber weiterhin keinen Mieter. Der Markt liest das als Best\u00e4tigung f\u00fcr Riot und als Geduldsprobe f\u00fcr MARA; der Bewertungsabstand bleibt oder w\u00e4chst.<\/li><li><strong>MARA \u00fcberrascht.<\/strong> Das Unternehmen unterschreibt einen Ankermieter oder stellt einen unmittelbar bevorstehenden Abschluss in Aussicht, oder die FERC gibt Long Ridge frei. Von einem 52-Wochen-Tief aus h\u00e4tte eine solche Nachricht den gr\u00f6\u00dften Hebel.<\/li><li><strong>Riot entt\u00e4uscht.<\/strong> Die Baukosten laufen hei\u00dfer als erwartet, oder der Markt sorgt sich st\u00e4rker um die Abh\u00e4ngigkeit von einem einzigen KI-Mieter und steigende Zinsen. Dann schmilzt Riots Aufschlag gegen\u00fcber MARA.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber allem schwebt die Fed. Ein betont restriktiver Ton am Mittwoch k\u00f6nnte beide Aktien unabh\u00e4ngig von ihren Zahlen belasten, weil er die Kapitalkosten des gesamten Umbaus erh\u00f6ht. F\u00fcr Leser, die mitverfolgen wollen, lohnt sich der Blick auf drei Dinge: bei MARA die Trennung von Bitcoin-Effekt und operativem Gesch\u00e4ft sowie jedes Signal zu einem Mietvertrag, bei Riot der Umsatz des Rechenzentrumssegments und der Stand der Finanzierung. Die Wette ist dieselbe geblieben, nur wird sie ab dieser Woche zum ersten Mal anhand belastbarer Fundamentaldaten bewertet statt anhand von Erwartungen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Wann berichten Marathon und Riot ihre Q3-Zahlen 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA Holdings wird seine Zahlen voraussichtlich am 3. November 2026 nach US-B\u00f6rsenschluss vorlegen, Riot Platforms hat offiziell f\u00fcr den 4. November 2026 um 8:00 Uhr Ostk\u00fcstenzeit eingeladen. Beide Termine liegen damit nicht einmal einen Tag auseinander.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum k\u00f6nnte Marathon trotz Verlustprognose einen Gewinn ausweisen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA bewertet seine rund 35.600 Bitcoin zum Marktwert, und Wert\u00e4nderungen laufen direkt durch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Im dritten Quartal stieg Bitcoin von etwa 58.500 auf 83.550 USD, sodass dieselbe Bilanzregel, die im ersten Halbjahr Milliardenverluste verursachte, diesmal rechnerisch einen hohen Gewinnbeitrag liefert. Die Analystensch\u00e4tzung von rund minus 0,39 USD je Aktie bildet vor allem das operative Mining-Gesch\u00e4ft ab, nicht diese Neubewertung.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Anthropic-Vertrag von Riot wert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Riot hat einen 20-j\u00e4hrigen Mietvertrag \u00fcber 191 Megawatt kritische IT-Leistung bis Juni 2048 abgeschlossen. Die Basis liegt bei rund 9,1 Mrd USD Vertragsumsatz, mit zwei Verl\u00e4ngerungsoptionen bis zu etwa 16,1 Mrd USD. Den Mieter nennt Riot offiziell nur ein f\u00fchrendes KI-Labor; mehrere Medien berichten, dass es sich um Anthropic handelt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Hat Marathon einen KI-Ankermieter?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Bis Ende Oktober 2026 hat MARA keinen gro\u00dfen KI-Mieter unter Vertrag. Das Management stellt gemeinsam mit dem Partner Starwood mindestens zwei Abschl\u00fcsse bis Jahresende in Aussicht, unterschrieben ist bislang aber keiner. Genau dieser fehlende Mieter ist der Kern der Baisse-These rund um die Aktie.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welche Rolle spielt die Fed-Sitzung am 28. Oktober?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die M\u00e4rkte preisen mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Zinspause ein (Spanne 3,75 bis 4,00 Prozent), rechnen f\u00fcr Dezember aber mehrheitlich mit einer weiteren Anhebung. 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