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Prediction-Market-Agents: KI-Bots wetten trotz deutschem Verbot

KI-Agenten handeln längst autonom auf Polymarket und Kalshi, mit Milliardenvolumen und Geld von der ICE. In Deutschland bleibt die Teilnahme jedoch verbotenes Glücksspiel.

Im Juni 2026 flossen laut einer Auswertung von The Block rund 44,8 Milliarden US-Dollar (etwa 39,3 Milliarden Euro bei einem Kurs von rund 1,14 Dollar je Euro) über die beiden größten Prediction-Market-Plattformen Kalshi und Polymarket, angetrieben von der Fußball-Weltmeisterschaft und einer wachsenden Zahl automatisierter Händler. Ein erheblicher Teil dieser Trades wird nicht mehr von Menschen ausgelöst, die abends ihre Wettscheine studieren, sondern von Software, die selbstständig Nachrichten liest, Wahrscheinlichkeiten neu berechnet und in Sekundenbruchteilen Positionen eröffnet. Diese sogenannten Prediction-Market-Agents sind die bislang konsequenteste Ausprägung einer Entwicklung, die HOGE Wire bereits in der Analyse zu KI-Agenten on-chain beschrieben hat: Sprachmodelle mit eigener Wallet, die eigenständig handeln und dabei kaum noch von einem menschlichen Trader zu unterscheiden sind, außer an der Geschwindigkeit.

Für deutsche Leser hat dieser Boom einen bitteren Beigeschmack. Während die Intercontinental Exchange (ICE), Mutterkonzern der New York Stock Exchange, Milliarden in Polymarket investiert und Robinhood eigene Agenten ans Kundendepot lässt, hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) genau diese Plattformen als verbotenes Glücksspiel eingestuft. Wer in Deutschland einen Agenten auf Polymarket oder Kalshi loslässt, bewegt sich damit nach Einschätzung spezialisierter Kanzleien nicht in einer regulatorischen Grauzone, sondern im Bereich des Strafrechts. Dieser Text ordnet ein, wie die Technik hinter den Agenten funktioniert, wer an ihr verdient, wo die Schwachstellen liegen und was Nutzer in Deutschland und der EU rechtlich sowie steuerlich erwartet.

Was ist ein Prediction-Market-Agent?

Ein Prediction-Market-Agent unterscheidet sich von den einfachen Arbitrage-Skripten, die es auf Polymarket seit dessen Gründung gibt. Klassische Bots reagieren auf feste Regeln: Wenn die Summe aus Ja- und Nein-Preis unter einen Dollar fällt, kaufen sie beide Seiten und kassieren die Differenz. Ein Agent im heutigen Sinne besteht dagegen aus vier Bestandteilen: einem Sprachmodell, das Nachrichten interpretiert und einen Plan entwickelt, Zugriff auf Werkzeuge wie Markt-APIs und Suchfunktionen, einer eigenen Wallet, über die er Transaktionen signiert, und einem Grad an Autonomie, der über simple Wenn-Dann-Logik hinausgeht. Polymarket-Gründer Shayne Coplan beschrieb das Prinzip auf der Cantor-Fitzgerald-Konferenz in Miami Beach so: „Man sieht viele Leute mit KI-Agenten experimentieren, die Stimmungen erfassen, Nachrichten verfolgen und sich eine eigene Meinung bilden. Wenn sie eine Fehlbepreisung erkennen, versuchen sie, den Markt zu korrigieren“, sagte er laut CoinDesk.

Das bekannteste Beispiel ist Polystrat, ein im Februar 2026 gestarteter Agent des Netzwerks Olas (früher Autonolas). Nutzer beschreiben in einfachen Worten, was der Agent tun soll, oder wählen eine voreingestellte Strategie zwischen „riskant“ und „ausgewogen“, während die Software die Positionsgrößen selbst berechnet. Wichtig für die Risikoeinschätzung: Polystrat läuft nach Angaben von Olas lokal auf dem Gerät des Nutzers, während die Gelder in einem selbst kontrollierten Safe-Smart-Account verbleiben, der Agent also nicht wie eine klassische Börse als Verwahrstelle fungiert. Innerhalb des ersten Monats führte der Agent mehr als 4.200 Trades aus, einzelne Positionen sollen laut Angaben des Anbieters Renditen von bis zu 376 Prozent erzielt haben, eine Zahl, die naturgemäß die besten Einzeltrades zeigt und nicht die Durchschnittsrendite aller Nutzer.

Wie Polymarket, Kalshi und Rothera funktionieren

Prediction Markets funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Für jede Frage, etwa ob eine Zinssenkung im September kommt oder wer eine Wahl gewinnt, gibt es handelbare Ja- und Nein-Anteile, deren Preis zwischen null und einem US-Dollar einer implizierten Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 100 Prozent entspricht. Polymarket wickelt das dezentral über die Polygon-Blockchain und USDC ab; welche Antwort am Ende korrekt war, entscheidet nicht ein zentrales Redaktionsteam, sondern das UMA-Orakel, ein Mechanismus, auf den der Abschnitt zu Streitfällen weiter unten näher eingeht. Nach der Rückkehr in die USA über eine bei der Aufsichtsbehörde CFTC lizenzierte Derivatebörse betreibt Polymarket inzwischen ein separates US-Angebot neben der internationalen Plattform.

Kalshi verfolgt einen anderen Ansatz: Die Plattform ist von Beginn an eine bei der CFTC registrierte Designated Contract Market, handelt in US-Dollar und braucht keine eigene Blockchain, auch wenn sie inzwischen ebenfalls krypto-nahe Kontrakte listet. Robinhood wiederum hat mit dem Broker Susquehanna International die Börse Rothera aufgebaut (vormals LedgerX), die seit Ende Mai 2026 eigene Fußball-Kontrakte zur Weltmeisterschaft selbst zertifiziert und darüber echtes Handelsvolumen abwickelt. Als vierte Kategorie lohnt der Blick auf Metaculus, eine Plattform ganz ohne Echtgeld, auf der Tausende Prognostiker ausschließlich um Reputation konkurrieren, gerade deshalb aber zum wichtigsten Testfeld dafür geworden ist, wie gut KI-Modelle im Vergleich zu Menschen tatsächlich vorhersagen (dazu mehr in einem eigenen Abschnitt weiter unten).

Vom Prompt zum Trade: Die Technik hinter den Agenten

Technisch stützen sich die meisten Agenten auf eine Handvoll offener Bausteine. Polymarket selbst veröffentlicht auf GitHub ein Werkzeugpaket namens schlicht „agents“, das die Gamma-API für Marktdaten, einen CLOB-Client für die eigentliche Orderausführung, das Framework LangChain für die Planungslogik des Sprachmodells und die Vektordatenbank Chroma für das Gedächtnis des Agenten kombiniert. Darauf setzen Entwickler eigene Strategien auf, von simplen Nachrichtenlese-Bots bis zu mehrstufigen Systemen, die zunächst recherchieren, dann eine Wahrscheinlichkeit schätzen und erst danach eine Order platzieren. Das Netzwerk Olas geht einen Schritt weiter und lässt Agenten wie Polystrat oder Omenstrat über die App Pearl laufen, während die Koordination mehrerer Agenten über den sogenannten Mech Marketplace erfolgt, einen Marktplatz, auf dem sich Agenten gegenseitig Dienstleistungen abkaufen.

Für die reine Rechenlast der zugrunde liegenden Sprachmodelle sind viele dieser Projekte auf dieselbe GPU-Infrastruktur angewiesen, die HOGE Wire in der Analyse zu dezentraler Inferenz beschrieben hat; ein Agent, der rund um die Uhr Nachrichten auswertet, verursacht laufende Inferenzkosten, die bei hochfrequentem Handel schnell ins Gewicht fallen. Allgemeinere Frameworks wie ElizaOS, über die HOGE Wire im Zusammenhang mit dem gescheiterten KI-Fonds ai16z berichtet hat, lassen sich technisch ebenfalls für Prediction Markets konfigurieren, auch wenn sie nicht speziell dafür gebaut wurden. Die Lehre aus dem ai16z-Fall bleibt übertragbar: Ein Framework, das überzeugend aussieht, ist keine Garantie dafür, dass der zugrunde liegende Agent tatsächlich autonom und profitabel handelt. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Frameworks im direkten Vergleich.

Agent / FrameworkEntwicklerZielplattformKennzahl
PolystratOlas / ValoryPolymarketÜber 4.200 Trades im ersten Monat, Einzelpositionen bis zu 376 Prozent Rendite
OmenstratOlas / ValoryOmen (Gnosis Chain)Läuft wie Polystrat über die App Pearl
Polymarket Agents ToolkitPolymarket (Open Source, GitHub)PolymarketKombiniert Gamma-API, CLOB-Client, LangChain und Chroma
ElizaOS-basierte BotsEliza Labs / CommunityPlattformunabhängigAllgemeines Agenten-Framework, nicht speziell für Prediction Markets gebaut
Community-Bots über die Kalshi-APIUnabhängige EntwicklerKalshiKostenloser API-Zugang für verifizierte Nutzer

Die Zahlen: Wie groß ist der Markt wirklich?

Das Wachstum der vergangenen zwölf Monate lässt sich kaum übertreiben. Laut Pew Research Center ist das Handelsvolumen auf Kalshi und Polymarket seit Mitte 2025 dramatisch gestiegen. Konkreter wird The Block: Im Juni 2026 kamen beide Plattformen zusammen auf 44,8 Milliarden US-Dollar, ein Sprung von 75 Prozent gegenüber dem Vormonat. Kalshi allein wuchs um 87,4 Prozent auf 31,5 Milliarden US-Dollar (etwa 27,6 Milliarden Euro), nach 16,81 Milliarden US-Dollar im Mai. Polymarkets internationales Angebot legte um 45 Prozent auf 10,26 Milliarden US-Dollar (rund 9,0 Milliarden Euro) zu, während der separate US-Ableger von 1,77 auf 3,04 Milliarden US-Dollar (etwa 2,7 Milliarden Euro) kletterte. Haupttreiber war die im Juni gestartete Fußball-Weltmeisterschaft.

Auch die US-Aufsichtsbehörde CFTC bestätigt den Trend aus regulatorischer Perspektive: In ihrer im Juni veröffentlichten Regulierungsvorlage, auf die der Abschnitt zur US-Regulierung weiter unten näher eingeht, verweist die Behörde darauf, dass das monatliche Handelsvolumen im März 2026 bereits 25 Milliarden US-Dollar (etwa 21,9 Milliarden Euro) überschritten hatte und die Zahl der gelisteten Kontrakttypen von rund 220 im Jahr 2021 auf über 8.000 im Mai 2026 gestiegen ist, wie aus der offiziellen Pressemitteilung der CFTC hervorgeht. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Plattformen ein.

PlattformTypRegulierungVolumen Juni 2026Zugang aus Deutschland
PolymarketDezentral (Polygon, USDC, UMA-Orakel)US-Ableger CFTC-lizenziert, international ohne LizenzInternational rund 9,0 Mrd. Euro, USA rund 2,7 Mrd. EuroVon der GGL als illegales Glücksspiel eingestuft, IP-gesperrt
KalshiZentralisiert, US-DollarCFTC-registrierte Designated Contract MarketRund 27,6 Mrd. EuroKein Angebot für EU-Kunden, geoblockt
Rothera (Robinhood / Susquehanna)Zentralisiert, US-DollarCFTC-registrierte Designated Contract MarketIm Aufbau, erste Kontrakte seit Mai 2026Kein EU-Angebot
MetaculusKein Echtgeld, ReputationspunkteKeine Finanzaufsicht erforderlichNicht monetärWeltweit inklusive Deutschland nutzbar
Manifold MarketsSpielgeld-Prediction-MarketKeine Finanzaufsicht erforderlichNicht monetärWeltweit inklusive Deutschland nutzbar

Wer verdient? Bots, Wale und die Ungleichheit der Gewinne

Wer profitiert eigentlich vom Boom? Eine Analyse der Blockchain-Überwachungsfirma Solidus Labs, über die CoinDesk berichtete, liefert eine ernüchternde Antwort: Zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 vereinten weniger als 1 Prozent der Wallets in politischen Märkten rund die Hälfte aller Gewinne. Konkret zogen 0,55 Prozent der profitablen Market-Maker-Wallets die Hälfte der Gewinne auf sich, bei den sogenannten Taker-Wallets waren es 0,26 Prozent, jeweils umgerechnet rund 7 Millionen Euro von insgesamt etwa 14 Millionen Euro Gesamtgewinn pro Kohorte. Eine gemeinsame Studie der London Business School und Yale kommt laut demselben Bericht zu dem Schluss, dass etwa 3 Prozent der Trader für den Großteil der Preisfindung verantwortlich sind, ein deutliches Indiz dafür, wie konzentriert die eigentliche Markt-Intelligenz auf wenige, meist automatisierte Adressen verteilt ist.

Ein Teil dieser Ungleichheit erklärt sich schlicht durch Geschwindigkeit. Forscher des IMDEA Networks Institute werteten für die Studie „Unravelling the Probabilistic Forest“ 86 Millionen Wetten zwischen April 2024 und April 2025 aus und errechneten einen Netto-Gewinn von rund 40 Millionen US-Dollar (etwa 35 Millionen Euro), den überwiegend automatisierte Adressen durch reine Arbitrage erzielten, also durch das gleichzeitige Kaufen unterbewerteter Ja- und Nein-Anteile, wie aus dem Preprint auf arXiv hervorgeht. Politische Märkte rund um die US-Wahl 2024 waren dabei das lohnendste Ziel. Nicht jeder dieser Bots ist ein ausgefeilter KI-Agent im hier beschriebenen Sinn, viele sind simple, regelbasierte Skripte, doch die Grenzen verwischen zunehmend, da moderne Agenten dieselben Strategien lediglich flexibler und nachrichtensensitiver ausführen.

Mensch gegen Maschine: Wie gut sagen KI-Agenten die Zukunft voraus?

Handeln ist eine Sache, richtig vorherzusagen eine andere. Auf der Plattform Metaculus, die selbst kein Geld bewegt, aber seit Jahren die Genauigkeit menschlicher und maschineller Prognosen misst, zeigt sich 2026 ein Wettlauf, der enger geworden ist als erwartet. Der sogenannte ForecastBench-Vergleich, der die Genauigkeit von Sprachmodellen über den Brier-Score misst (je niedriger, desto besser), sieht einen Gleichstand mit menschlichen Superforecastern erst für das Jahresende 2026 voraus, mit einem Konfidenzintervall, das von Dezember 2025 bis Anfang 2028 reicht. Im bislang einzigen öffentlichen direkten Vergleich lagen die Superforecaster der Organisation Good Judgment mit einem Brier-Score von 0,098 noch rund 30 Prozent vor den besten verfügbaren KI-Modellen, die auf 0,127 kamen, wie das Good-Judgment-Team in einer eigenen Einordnung bestätigte.

Bei den Metaculus-Turnieren selbst wird der Abstand kleiner: Im Fall-2025-Cup belegte ein mit dem Modell Gemini 2.5 Pro kombinierter Prognose-Agent Platz 23 von 539 menschlichen Teilnehmern, also die besten 5 Prozent, im Spring-2026-Cup kam ein auf Claude 4.5 Sonnet basierender Agent auf Platz 33 von 1.130, ebenfalls unter den besten 3 Prozent. Die Community selbst, die auf Metaculus ebenfalls Prognosen zu zukünftigen Ereignissen abgibt, schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bot bereits den Sommer-2026-Cup gewinnt, auf 15 Prozent, bis 2030 auf 95 Prozent. Das Netzwerk Olas wirbt für seine eigenen Predict-Agenten sogar mit einer selbst berichteten Trefferquote von 79 Prozent, eine Zahl, die mangels unabhängiger Prüfung mit Vorsicht zu behandeln ist. Wichtig bleibt die Unterscheidung: Ein Agent kann gut kalibrierte Wahrscheinlichkeiten liefern und trotzdem beim Handeln verlieren, wenn Gebühren, Slippage oder schlicht schnellere Konkurrenz seine Prognosevorteile auffressen, wie die Arbitrage-Zahlen aus dem vorigen Abschnitt nahelegen.

Das Orakel-Problem: Wer entscheidet, was wahr ist?

Jeder Prediction Market muss irgendwann eine Frage beantworten: Wer hat recht? Polymarket löst das über das sogenannte optimistische Orakel von UMA. Jeder darf ein Ergebnis vorschlagen, jeder darf widersprechen, und im Streitfall entscheidet eine token-gewichtete Abstimmung der UMA-Inhaber. Das Verfahren ist 2026 spürbar unter Druck geraten: Polymarket verzeichnete bereits über 1.150 angefochtene Märkte im laufenden Jahr, mehr als im gesamten Jahr 2025. Eine Recherche des Wall Street Journal, über die The Defiant berichtete, fand heraus, dass bei den meisten strittigen Märkten mehr als die Hälfte der Stimmen von den zehn größten Wallets stammte, rund 60 Prozent der aktiven UMA-Abstimmenden ließen sich mit aktiven Polymarket-Konten verknüpfen, und bei etwa jedem fünften Streitfall hatte mindestens ein Abstimmender selbst eine offene Position in genau dem Markt, über den er urteilte.

Wie brisant das werden kann, zeigte ein Kontrakt mit rund 60 Millionen US-Dollar (etwa 52,6 Millionen Euro) Handelsvolumen zur Frage, ob Strategy (vormals MicroStrategy) im Mai 2026 Bitcoin verkauft. Das Unternehmen veräußerte tatsächlich 32 BTC zwischen dem 26. und 31. Mai zu einem Durchschnittspreis von 77.135 US-Dollar (rund 67.700 Euro), meldete dies aber erst am 1. Juni per Pflichtmitteilung. Ob damit die Bedingung „Verkauf im Mai“ erfüllt war, weil der on-chain sichtbare Verkauf innerhalb der Frist lag, oder nicht, weil die Offenlegung erst im Juni erfolgte, wurde zum Streitfall und landete vor der Token-Abstimmung. Analyst Eric Conner brachte die grundsätzliche Kritik auf den Punkt: „Token-Voting-Modelle sind strukturell kaputt“, sagte er laut The Defiant über die Eignung solcher Mechanismen für die Marktabwicklung. Auch ein mit rund 16 Millionen US-Dollar (etwa 14 Millionen Euro) gehandelter Markt zu einem medizinischen Ausgang geriet wegen einer mehrdeutigen Fragestellung in die Kritik. Für Agenten bedeutet das ein eigenes Risiko: Ein Bot kann fundamental richtig liegen und trotzdem verlieren, wenn die Auflösung eines Marktes am Ende von Politik statt von Fakten bestimmt wird.

Wenn Agenten schummeln: Manipulation und Wash-Trading

Die Kehrseite hochfrequenter, autonomer Händler ist die Versuchung zur Manipulation. Marktbeobachter schätzen, dass in einzelnen Märkten bis zu 15 Prozent des Volumens Muster zeigen, die zu Wash-Trading passen, etwa wenn dieselbe wirtschaftliche Adresse gleichzeitig Ja- und Nein-Anteile hält und am Ende delta-neutral aussteigt. Ein Teil davon dürfte schlicht Anreiz-Farming sein: Da Polymarket einen eigenen POLY-Token samt Airdrop plant (siehe nächster Abschnitt), lohnt es sich für manche Adressen, Volumen zu erzeugen, unabhängig vom tatsächlichen Handelsergebnis, eine Aufgabe, für die ein KI-Agent, der rund um die Uhr ohne Ermüdung handelt, besonders geeignet ist.

Wissenschaftlich belegt ist ein noch direkterer Manipulationsweg: Eine Studie zu Settlement-Manipulation in Prediction Markets, die Polymarkets Fünf-Minuten-Kontrakte auf den Bitcoin-Preis untersuchte, die über ein Chainlink-Orakel abgerechnet werden, fand unter rund 243.000 Tradern etwa 821 Adressen, die gezielt kurz vor Ablauf eines Kontrakts den zugrunde liegenden Spotpreis auf Binance minimal in ihre Richtung bewegten. Diese kleine Gruppe, nur einer von 300 Tradern, strich laut dem Preprint rund 8,2 Millionen US-Dollar (etwa 7,2 Millionen Euro) in den manipulierten Zyklen ein, während private Trader 93 Prozent der Verluste in genau diesen Zyklen trugen. In den letzten zehn Sekunden vor Abrechnung sprang das Orderaufkommen um rund 50 Prozent gegenüber dem Normalniveau, bei knappen Kontrakten sogar um das 3,9-Fache, und die Manipulatoren kippten das Ergebnis in 65 Prozent der knappen und in 34 Prozent der klar favorisierten Fälle. Die gute Nachricht der Studie: Bereits eine Verlängerung auf Fünfzehn-Minuten-Kontrakte reduzierte die Manipulationsmuster deutlich, weil sich der Spotpreis in diesem Zeitfenster schwerer gezielt bewegen lässt. Für Agenten, die in Millisekunden reagieren können, ist genau dieser Unterschied zwischen legitimer Arbitrage und Marktmanipulation oft eine Frage der Handelsgeschwindigkeit, nicht der Absicht.

Das große Geld: ICE, Robinhood und die Wall-Street-Wette

Was als Wett-Nische begann, ist längst bei den größten Namen der traditionellen Finanzindustrie angekommen. Die Intercontinental Exchange (ICE), Mutterkonzern der New York Stock Exchange, investierte im Oktober 2025 zunächst 1 Milliarde US-Dollar (rund 877 Millionen Euro) in Polymarket und legte im März 2026 weitere 600 Millionen US-Dollar (etwa 526 Millionen Euro) an Direktinvestition nach, wie die Investor-Relations-Mitteilung der ICE bestätigt. Zusammen mit einer Option auf bis zu 40 Millionen US-Dollar für Anteile von Altinvestoren summiert sich das Engagement auf bis zu 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,75 Milliarden Euro). Im Gegenzug vertreibt ICE die Marktdaten von Polymarket künftig weltweit über ein eigenes Sentiment-Produkt an institutionelle Kunden.

Die Bewertungen beider Häuser haben sich seither auseinanderentwickelt: Kalshi sicherte sich im März 2026 in einer rund 1 Milliarde US-Dollar schweren Finanzierungsrunde unter Führung von Coatue, mit Beteiligung unter anderem von Sequoia, Andreessen Horowitz, Morgan Stanley und ARK Invest, eine Bewertung von 22 Milliarden US-Dollar (etwa 19,3 Milliarden Euro), und verhandelt laut CoinDesk inzwischen über bis zu 40 Milliarden US-Dollar (rund 35,1 Milliarden Euro). Polymarket wird bei einer neuen, rund 400 Millionen Dollar schweren Runde (etwa 351 Millionen Euro) mit ungefähr 15 Milliarden US-Dollar (etwa 13,2 Milliarden Euro) veranschlagt, nach rund 9 Milliarden US-Dollar (etwa 7,9 Milliarden Euro), die der ICE-Einstieg im Herbst 2025 implizierte. Parallel dazu hat Robinhood im Mai 2026 eine Beta für agentisches Trading gestartet, bei der Nutzer eigene KI-Agenten über das Model Context Protocol an ihr Depot anbinden können, zunächst nur für Aktien, mit angekündigter Erweiterung auf Optionen, Krypto, Futures und eben Prediction Markets. Robinhood-Chef Vlad Tenev sprach laut CCN öffentlich von einem „Supercycle“ und rechnet mittelfristig mit einem jährlichen Handelsvolumen von potenziell mehreren Billionen gehandelten Kontrakten.

Der POLY-Token und die Anreize fürs Bot-Farming

Ein Baustein fehlt noch: Polymarkets eigener Token. Marketing-Chef Matthew Modabber bestätigte bereits im Oktober 2025 in einem Podcast: „Es wird einen Token geben, es wird einen Airdrop geben.“ Ein genaues Ausgabedatum hat das Unternehmen bis heute nicht genannt, üblicherweise wird ein Anteil von 5 bis 10 Prozent des gesamten Angebots für die Verteilung an aktive Nutzer erwartet. Bis der US-Neustart der Plattform vollständig abgeschlossen ist, will Polymarket den Token bewusst zurückhalten.

Für Agenten ergibt sich daraus ein eigenes Anreizproblem. Sollte Handelsvolumen, wie bei vergleichbaren Airdrops in der Kryptobranche üblich, ein Kriterium für die Zuteilung werden, lohnt es sich, möglichst viel technisch zählbares Volumen zu erzeugen, unabhängig davon, ob dahinter eine echte Markteinschätzung steht. Ein KI-Agent, der rund um die Uhr ohne Pause, Emotionen oder Ermüdung handelt, kann genau das im großen Stil und günstiger als jeder menschliche Trader. Die im vorigen Abschnitt beschriebenen Wash-Trading-Muster dürften sich in den Monaten vor einem tatsächlichen Token-Start daher eher verstärken als abschwächen, ein Muster, das Krypto-Beobachter von früheren Airdrop-Zyklen bei Layer-2-Netzwerken und DeFi-Protokollen bereits kennen.

Regulierung in den USA: Gerichte, CFTC und der Kongress

Rechtlich bewegt sich der US-Markt auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Am 4. April 2026 bestätigte das Berufungsgericht für den Third Circuit eine einstweilige Verfügung zugunsten von Kalshi gegen die Glücksspielaufsicht von New Jersey und entschied, dass Sport-Ereigniskontrakte als „Swaps“ unter dem Commodity Exchange Act gelten und die Zuständigkeit der Bundesbehörde CFTC damit einzelstaatliches Glücksspielrecht verdrängt, wie unter anderem die Kanzlei Skadden analysierte. Weil ähnliche Verfahren beim Fourth, Sixth und Ninth Circuit anhängig sind und teils schon unterschiedlich ausgefallene Entscheidungen existieren, gilt eine Klärung durch den Supreme Court als wahrscheinlich.

Parallel dazu will die CFTC selbst mehr Klarheit schaffen: Am 10. Juni 2026 veröffentlichte die Behörde einen Vorschlag zur Änderung von Regel 40.11 samt einem neuen Anhang F, der in einem dreistufigen Verfahren festlegen soll, wann ein Ereigniskontrakt Terrorismus, Attentate, Krieg, Glücksspiel oder anderes gesetzeswidriges Verhalten „betrifft“ und deshalb dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen könnte, wie aus der Pressemitteilung der Behörde hervorgeht. Die Kommentierungsfrist läuft noch bis zum 27. Juli 2026, also nur wenige Tage nach Veröffentlichung dieses Textes, weshalb sich die endgültigen Kriterien noch verschieben können.

Deutschland und die EU: Verbotene Wetten, GGL und ESMA

Für Nutzer in Deutschland ist die Lage deutlich eindeutiger als in den USA, nur eben in die andere Richtung. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnte bereits am 5. September 2025 öffentlich und namentlich vor Polymarket und stufte die dort angebotenen Wetten auf gesellschaftliche und politische Ereignisse als unerlaubte „Gesellschaftswette“ ein, mit der Folge, dass die Plattform auf der nationalen Sperrliste landete, wie die auf Kryptorecht spezialisierte Kanzlei Winheller dokumentiert. Aus juristischer Sicht, so die Kanzlei wörtlich, betreibe, wer Anteile auf Polymarket kaufe, „kein Investment, sondern nimmt an einem verbotenen öffentlichen Glücksspiel teil“, was den Straftatbestand des § 285 Strafgesetzbuch berührt, also nicht bloß ein aufsichtsrechtliches, sondern ein strafrechtliches Risiko.

Am 19. Juni 2026 zog die GGL nach und schloss sich einer gemeinsamen Erklärung der Glücksspielaufsichten aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien und der Schweiz an, die vor unzureichendem Verbraucherschutz, erhöhtem Suchtpotenzial sowie Manipulations- und Betrugsrisiken bei Prediction Markets warnt. „Hieraus entstehen erhebliche Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher“, heißt es in der Mitteilung der GGL. Auf EU-Ebene ordnete die europäische Wertpapieraufsicht ESMA das Thema am 3. Juli 2026 zusätzlich aus finanzaufsichtsrechtlicher Sicht ein: Ereigniskontrakte mit fixer Ja-Nein-Auszahlung können je nach Ausgestaltung als Derivat unter der Richtlinie MiFID II gelten, im Speziellen als binäre Option, für die in den meisten EU-Staaten ohnehin ein Vertriebsverbot an Privatanleger besteht, wie die Behörde in ihrer offiziellen Stellungnahme festhält. Nur tokenisierte Kontrakte, die kein Finanzinstrument darstellen, fielen stattdessen unter die Krypto-Verordnung MiCA. Für einen Prediction-Market-Agenten ändert all das nichts an der Verantwortung: Ein autonomer Agent besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit, wer in Deutschland einen Bot auf eine gesperrte Plattform loslässt, haftet selbst, unabhängig davon, wie viele Entscheidungen technisch von einem Sprachmodell statt von einem Menschen getroffen wurden.

Steuern in Deutschland: Was bei Gewinnen (und Verlusten) droht

Die steuerliche Seite bringt eine Besonderheit mit sich, die klassische Krypto-Gewinne nicht kennen: Reine Glücksspielgewinne sind in Deutschland grundsätzlich einkommensteuerfrei, weil ihnen die für eine Einkunftsart nötige Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr fehlt, ganz anders als etwa der Verkauf von Bitcoin nach Ablauf der einjährigen Haltefrist nach § 23 Einkommensteuergesetz. Ob dieser Grundsatz auf Polymarket und Kalshi überhaupt anwendbar ist, gilt aber als offene Frage: Weil beide Plattformen keine erlaubten Glücksspiele im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags sind, könnten Gewinne stattdessen als sonstige Leistung nach § 22 Nummer 3 Einkommensteuergesetz eingeordnet werden, mit anderen Fristen und einer anderen Freigrenze als bei klassischen Kryptowerten, wie unter anderem eine Einordnung des Handelsblatt nahelegt.

Ein zweiter Punkt kommt hinzu, der Nutzer regelmäßig überrascht: Dass eine Wette nach dem Glücksspielstaatsvertrag verboten ist, schützt nicht automatisch vor der Besteuerung etwaiger Gewinne. Nach dem in § 40 der Abgabenordnung verankerten Grundsatz der wertneutralen Besteuerung ist es für die Steuerpflicht unerheblich, ob das zugrunde liegende Verhalten gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, ein Prinzip, das deutsche Finanzgerichte auch bei anderen verbotenen Tätigkeiten regelmäßig anwenden. Wer einen Agenten betreibt, der im großen Stil und dauerhaft automatisiert handelt, riskiert obendrein die Einstufung als gewerbliche Tätigkeit, mit Gewerbesteuerpflicht und ohne jede Privilegierung durch Haltefristen, ein Thema, das HOGE Wire ausführlicher in der Analyse zu den Grauzonen bei DeFi- und NFT-Steuern behandelt hat. Wer den Agenten von vornherein über eine eigene Gesellschaft betreiben will, landet schnell bei den Fragen, die HOGE Wire in der GmbH-Falle bei Krypto-Steuern für Unternehmen beschrieben hat, etwa zur Gewerbesteuer oder zur Abgrenzung von privater und unternehmerischer Vermögensverwaltung. Wer in dieser Grauzone auf Nummer sicher gehen will, sollte jeden Trade dokumentieren und im Zweifel vor Beginn steuerlichen Rat einholen, unabhängig davon, ob ein Mensch oder ein Agent die Order tatsächlich ausgelöst hat.

Risiken und Ausblick: Wohin geht die Reise?

Wer in Deutschland trotzdem über einen Agenten auf Polymarket oder Kalshi nachdenkt, sollte sich der gestapelten Risiken bewusst sein:

  • Strafrechtliche Verfolgung nach § 285 Strafgesetzbuch, da die GGL beide Plattformen faktisch als unerlaubtes Glücksspiel führt
  • Fehlender Einlagen- und Verbraucherschutz, wie die europäischen Glücksspielaufsichten in ihrer gemeinsamen Erklärung ausdrücklich betonen
  • Abrechnungsrisiken durch ein Orakel-System, das nachweislich von wenigen großen, teils selbst betroffenen Wallets dominiert wird
  • Technisches Risiko der Agenten selbst, etwa durch manipulierte Eingaben, die Transaktionsrechte kapern können

Autonome Wallets sind ein beliebtes Ziel für solche Angriffe, wie HOGE Wire anhand mehrerer Vorfälle bei anderen KI-Agenten-Projekten dokumentiert hat, bei denen präparierte Eingaben ausreichten, um Transaktionsrechte zu übernehmen. Ein Agent, der Nachrichtenquellen automatisiert einliest, um darauf zu handeln, öffnet strukturell dieselbe Angriffsfläche. Der Ausblick bleibt trotzdem zweigeteilt: In den USA drängen ICE, Robinhood, Morgan Stanley und ARK Invest mit Milliardenbeträgen auf eine weitere Institutionalisierung, während Kalshi eine Bewertung von 40 Milliarden US-Dollar anstrebt und Polymarket seinen eigenen Token vorbereitet. In der EU und insbesondere in Deutschland zeichnet sich dagegen eine schärfere Gangart ab, wie die jüngste ESMA-Stellungnahme und die gemeinsame Erklärung der neun Glücksspielaufsichten zeigen. Bis eine der beiden Seiten nachgibt, dürfte der eigentliche Wettlauf nicht zwischen Menschen und Maschinen stattfinden, sondern zwischen der Geschwindigkeit, mit der Agenten neue Märkte erschließen, und der Geschwindigkeit, mit der Aufsichtsbehörden diese Märkte einholen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Prediction-Market-Agent genau?

Ein Prediction-Market-Agent ist eine Software, die aus einem Sprachmodell, einer eigenen Wallet, Zugriff auf Markt-Werkzeuge wie APIs und einem gewissen Grad an Autonomie besteht. Er liest Nachrichten, schätzt Wahrscheinlichkeiten für zukünftige Ereignisse und platziert eigenständig Kauf- und Verkaufsorders auf Plattformen wie Polymarket oder Kalshi, ohne dass für jeden einzelnen Trade ein Mensch zustimmen muss.

Ist die Nutzung von Polymarket oder Kalshi in Deutschland legal?

Nein. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat Polymarket im September 2025 namentlich als unerlaubtes Glücksspiel eingestuft und auf die nationale Sperrliste gesetzt, Kalshi bietet ohnehin kein Angebot für EU-Kunden an. Nach Einschätzung spezialisierter Kanzleien handelt es sich rechtlich nicht um eine Grauzone, sondern um eine mögliche Ordnungswidrigkeit beziehungsweise Straftat nach § 285 Strafgesetzbuch.

Wie funktioniert die Streitschlichtung über das UMA-Orakel?

Bei Polymarket kann grundsätzlich jeder Nutzer ein Marktergebnis vorschlagen. Widerspricht niemand innerhalb der Frist, gilt der Vorschlag als final. Gibt es Widerspruch, entscheidet eine token-gewichtete Abstimmung der UMA-Inhaber, wobei Untersuchungen zeigen, dass ein Großteil der Stimmen von wenigen großen, teils selbst am Marktausgang beteiligten Wallets stammt.

Sind KI-Agenten inzwischen bessere Prognostiker als Menschen?

Noch nicht ganz, aber der Abstand schrumpft schnell. Im einzigen öffentlichen direkten Vergleich lagen menschliche Superforecaster mit einem Brier-Score von 0,098 weiterhin vor den besten KI-Modellen mit 0,127. Bei aktuellen Metaculus-Turnieren belegen KI-gestützte Agenten aber bereits Plätze unter den besten 3 bis 5 Prozent aller Teilnehmer, und Analysten rechnen mit einem Gleichstand gegen Ende 2026.

Muss ich Gewinne aus Prediction Markets in Deutschland versteuern?

Aller Voraussicht nach ja, unabhängig davon, dass die Teilnahme selbst als verbotenes Glücksspiel gilt. Nach dem Grundsatz der wertneutralen Besteuerung in der Abgabenordnung schützt ein gesetzliches Verbot nicht automatisch vor der Steuerpflicht. Ob Gewinne als steuerfreies Glücksspiel, als sonstige Leistung nach § 22 Einkommensteuergesetz oder sogar als gewerbliche Einkünfte gelten, ist rechtlich umstritten und sollte im Zweifel mit einem Steuerberater geklärt werden.

Marcus Okafor ist Redakteur bei HOGE Wire und schreibt über die Schnittstelle von KI und Krypto.

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