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● Bitcoin & Layer-1s

Taproot und Ordinals: Bitcoins ungeplante Inschriften-Wirtschaft

Taproot sollte Bitcoin schlanker machen, schuf aber die Ordinals- und Runes-Wirtschaft. Technik, Zahlen und der Streit um BIP-110 im Überblick.

Am 7. August 2026 könnte Bitcoin eine seiner ungewöhnlichsten Wochen seit Langem erleben. An diesem Tag beginnt das verpflichtende Signaling-Fenster für BIP-110, einen Softfork-Vorschlag, der bestimmte Transaktionsarten für ein Jahr drastisch einschränken würde. Im Zentrum des Streits steht nicht Bitcoin als Zahlungsnetzwerk, sondern eine Industrie, die ohne ein einziges Protokoll-Upgrade nie entstanden wäre: Ordinals und Runes, zusammen verantwortlich für mehr als 100 Millionen Inscriptions und zeitweise über 90 Prozent aller Bitcoin-Netzwerkgebühren.

Dieses Upgrade heißt Taproot. Aktiviert im November 2021, sollte es Bitcoin vor allem effizienter, privater und flexibler für komplexe Signaturen machen, nicht mehr und nicht weniger. Kaum jemand im Entwicklerteam rechnete damit, dass genau dieselben technischen Eigenschaften wenige Jahre später eine eigenständige Wirtschaft aus digitalen Inschriften, Token-Standards, Marktplätzen und einem erbitterten Streit ums Blockspace hervorbringen würden. Dieser Artikel erklärt, wie Taproot technisch funktioniert, warum ausgerechnet dieses Upgrade zur Grundlage von Ordinals und Runes wurde, was die nüchternen Zahlen hinter dem Boom tatsächlich zeigen, wer an der Sache verdient und warum der Konflikt um BIP-110 längst keine rein technische Frage mehr ist, sondern eine Grundsatzdebatte über Bitcoins Identität.

Was ist Taproot? Die Grundlagen in Kürze

Taproot ist Bitcoins dritte große Protokoll-Erweiterung nach Segregated Witness (SegWit) im Jahr 2017. Es aktivierte am 14. November 2021 bei Block 709.632 über den sogenannten Speedy-Trial-Mechanismus, nachdem im Juni desselben Jahres mehr als 90 Prozent der Miner ihre Unterstützung signalisiert hatten (CoinDesk). Technisch besteht Taproot aus einem Bündel von drei Bitcoin Improvement Proposals: BIP 340 definiert Schnorr-Signaturen, BIP 341 führt das eigentliche Taproot-Output-Format samt MAST (Merkelized Alternative Script Trees) ein, und BIP 342 aktualisiert die Skriptsprache unter dem Namen Tapscript. Autoren waren unter anderem Pieter Wuille, Jonas Nick, Tim Ruffing und Anthony Towns (GitHub).

Nach außen erkennbar ist Taproot an Adressen, die mit bc1p beginnen, im Unterschied zu bc1q bei SegWit oder der führenden 1 bei klassischen Legacy-Adressen. Die drei erklärten Ziele waren geringere Transaktionsgebühren durch kompaktere Signaturen, mehr Privatsphäre, weil komplexe Ausgabebedingungen wie Multisig auf der Blockchain wie eine gewöhnliche Zahlung aussehen können, und mehr Flexibilität für Smart-Contract-ähnliche Konstruktionen wie Lightning-Kanäle. Wovon in der ursprünglichen Diskussion praktisch nicht die Rede war: die Möglichkeit, beliebige Daten wie Bilder oder Text direkt in eine Bitcoin-Transaktion einzubetten.

Der Name Taproot geht auf eine frühe Idee von Bitcoin-Core-Mitentwickler Greg Maxwell zurück, der 2018 vorschlug, Ausgabebedingungen wie eine Pfahlwurzel zu strukturieren: ein einzelner sichtbarer Stamm an der Oberfläche, unter dem sich beliebig viele, unsichtbare Verzweigungen verbergen können. Die Aktivierung selbst verlief, anders als bei SegWit 2017, weitgehend geräuschlos. Wo SegWit von einem monatelangen Machtkampf zwischen Minern, Entwicklern und der User-Activated-Soft-Fork-Bewegung begleitet wurde, einigte sich die Community bei Taproot vergleichsweise schnell auf den Speedy-Trial-Mechanismus mit einer dreimonatigen Signaling-Phase und klarer Frist, ein Kontrast, der angesichts der heutigen BIP-110-Kontroverse fast nostalgisch wirkt.

Schnorr-Signaturen und Tapscript: Der Schlüssel zur Inschriften-Wirtschaft

Um zu verstehen, wie aus einem Effizienz-Upgrade eine Inschriften-Wirtschaft wurde, hilft ein Blick auf zwei technische Details. Erstens erlaubt ein Taproot-Output (P2TR) zwei Ausgabewege: den Key Path, der wie eine gewöhnliche Einzelsignatur aussieht, und den Script Path, der ein einzelnes Blatt aus einem Merkle-Baum möglicher Skripte offenlegt, ohne die übrigen Bedingungen preiszugeben. Genau dieser Script Path, kombiniert mit der neuen Tapscript-Sprache aus BIP 342, öffnete die Tür für sogenannte Inscriptions.

Schnorr-Signaturen unterscheiden sich von den zuvor bei Bitcoin ausschließlich genutzten ECDSA-Signaturen vor allem durch ihre Linearität: Mehrere Schnorr-Signaturen lassen sich mathematisch zu einer einzigen kombinieren, was ECDSA so nicht erlaubt. Diese Eigenschaft ist die Grundlage für Protokolle wie MuSig2, die heute Multisig-Transaktionen effizienter und privater machen, aber eben auch eine indirekte Voraussetzung dafür, dass komplexere Skript-Konstruktionen im Taproot-Ökosystem überhaupt praktikabel wurden.

Zweitens gilt seit SegWit für Witness-Daten, also den Teil einer Transaktion, der Signaturen und Skripte enthält, ein Gewichtsrabatt gegenüber dem Rest der Transaktion: Daten im Witness-Bereich zählen für die Blockgröße nur zu einem Bruchteil ihres tatsächlichen Volumens. Casey Rodarmor nutzte diese Kombination aus Script-Path-Spending und Gewichtsrabatt für einen Trick, der als Envelope bekannt wurde. Innerhalb eines OP_FALSE-OP_IF-Blocks, der vom Bitcoin-Skript-Interpreter niemals ausgeführt wird, lassen sich beliebige Bytes wie ein Bild, ein Text oder eine JSON-Datei ablegen. Da der Code nie ausgeführt wird, muss er auch keine sinnvolle Logik enthalten, er dient nur als Container. Verknüpft mit der von Rodarmor entwickelten Ordinal Theory, die jedem Satoshi anhand seiner Position im Fördervolumen eine eindeutige Nummer zuweist, entsteht so ein natives Bitcoin-Sammlerstück ganz ohne Sidechain oder separates Token.

Keines der beteiligten BIPs erwähnt Bilder, NFTs oder Token-Standards. Die Inschriften-Wirtschaft ist ein Nebeneffekt, der erst durch das Zusammenspiel von Schnorr-Signaturen, MAST-Struktur, Tapscript und dem SegWit-Gewichtsrabatt möglich wurde, nicht durch eine einzelne, dafür vorgesehene Funktion.

Die Geburt der Ordinals: Ein Pixel-Totenkopf verändert Bitcoin

Im Dezember 2022 inskribierte Casey Rodarmor die vermutlich erste Ordinal-Inschrift, ein simples Schwarz-Weiß-Pixelbild eines Totenkopfs. Im Januar 2023 veröffentlichte er das Ordinal Theory Handbook und machte das Projekt öffentlich zugänglich (CoinDesk). Die Reaktion der Bitcoin-Community war von Anfang an gespalten: Für die einen war es ein kreativer Beweis dafür, wie offen und permissionless das Netzwerk tatsächlich ist, für die anderen ein Missbrauch von Blockspace, der eigentlich für Zahlungen reserviert sein sollte.

Rodarmor selbst hatte zuvor überlegt, NFTs auf Ethereum zu bauen, entschied sich dagegen und suchte nach einem Weg, digitale Kunst nativ auf Bitcoin zu verankern. Ordinal Theory macht das möglich, indem sie jedem einzelnen Satoshi eine fortlaufende Nummer zuweist, abhängig davon, in welcher Reihenfolge er gefördert wurde. Eine Inschrift hängt Daten an einen bestimmten, nummerierten Satoshi, wodurch dieser zu einem eindeutigen, verfolgbaren Träger einer digitalen Signatur wird, technisch näher an einem Bitcoin-nativen Sammlerstück als an einem klassischen Ethereum-NFT mit separatem Smart Contract.

Innerhalb weniger Wochen entstand um Ordinals ein eigenes kleines Subkultur-Ökosystem. Sogenannte Rare Sats, also Satoshis mit besonderen Eigenschaften wie der erste Satoshi eines Blocks oder eines Halvings, wurden zu gesuchten Sammlerobjekten, unabhängig davon, ob überhaupt eine Inschrift daran hing. Innerhalb der ersten Monate 2023 entstanden erste dedizierte Marktplätze und Wallet-Anbieter, und die Zahl der täglichen Inscriptions stieg von einigen Hundert auf zeitweise mehrere Hunderttausend, ein Tempo, das selbst erfahrene Bitcoin-Entwickler überraschte.

Von Bildern zu Token: BRC-20 und der Aufstieg von Runes

Nur wenige Wochen nach dem Ordinals-Start experimentierten andere Entwickler damit, das Inschriften-Format für mehr als Bilder zu nutzen. Am 9. März 2023 veröffentlichte der pseudonyme Entwickler Domo den BRC-20-Standard, inspiriert von Ethereums ERC-20-Token, aber technisch grundverschieden umgesetzt (Bitcoin Magazine). Technisch funktioniert BRC-20 über drei JSON-Operationen innerhalb einer Inschrift: deploy legt ein neues Token mit Namen, Gesamtangebot und Prägelimit an, mint erzeugt neue Einheiten bis zum Limit, und transfer überträgt sie an eine andere Adresse. Jede dieser drei Operationen ist eine eigene, vollständige Inschrift, was erklärt, warum BRC-20 das UTXO-Set so viel stärker belastet als eine klassische Zahlung. Das erste und bis heute bekannteste BRC-20-Token heißt schlicht ORDI.

Das Problem: BRC-20 ist für Bitcoins UTXO-Modell denkbar ineffizient, weil jede Aktion das UTXO-Set weiter aufbläht, was wiederum jeden Full Node dauerhaft belastet. Rodarmor selbst reagierte mit einem eigenen Gegenentwurf: Runes, gestartet am 20. April 2024 exakt zum Block des vierten Bitcoin-Halvings, Block 840.000 (CoinDesk). Runes verankert Token-Zustände direkt im UTXO-Modell über sogenannte Runestones in OP_RETURN-Ausgaben, statt sie wie BRC-20 aus Text-Inschriften zu rekonstruieren. Das spart UTXOs und Gebühren, auch wenn Kritiker anmerken, dass Runes im Kern eine Umgehung von OP_RETURNs traditioneller 80-Byte-Grenze darstellt, dem eigentlichen Streitpunkt hinter BIP-110.

Der Start war spektakulär: Innerhalb weniger Stunden machten Runes-Transaktionen über 90 Prozent aller Bitcoin-Netzwerkgebühren aus, ausgerechnet an dem Tag, an dem sich die Block-Subvention durch das Halving halbierte.

MerkmalBRC-20Runes
Speicherort der DatenText/JSON innerhalb einer Ordinals-InschriftNativ im UTXO-Modell über OP_RETURN-Runestones
Start9. März 202320. April 2024 (Block 840.000, Halving)
UrheberPseudonymer Entwickler DomoCasey Rodarmor
UTXO-EffizienzGering, jede Aktion erzeugt neue InschriftenDeutlich höher, Zustand lebt direkt im UTXO
Bekanntestes TokenORDIDOG•GO•TO•THE•MOON

Boom, Absturz, Konsolidierung: Die Zahlen hinter Ordinals und Runes

Wer die reinen Zahlen betrachtet, sieht eine klassische Boom-Bust-Kurve mit einer bemerkenswerten Wendung: Trotz eines massiven Rückgangs der Spekulation ist die zugrunde liegende Nutzung nicht verschwunden, sondern hat sich auf einem niedrigeren, aber stabileren Niveau eingependelt.

KennzahlWertZeitpunkt
Taproot-Anteil an allen Transaktionen (Höchststand)über 40 ProzentAnfang 2024
Taproot-Anteil an allen Transaktionen (aktuell)rund 15 bis 20 ProzentAnfang 2026
Inscriptions insgesamtüber 107 MillionenJanuar 2026 (Dune/Ordiscan)
Runes-Anteil an Netzwerkgebühren (Start)über 90 Prozent20. April 2024
Runes-Anteil an Netzwerkgebührenunter 2 ProzentMitte 2025
BTC/EUR-Kursrund 57.800 Euro22. Juli 2026 (CoinGecko)

Der Rückgang bei Runes fällt besonders drastisch aus: Die tägliche Gebühreneinnahme sank von zeitweise mehreren zehn Millionen US-Dollar auf teils unter 250.000 US-Dollar pro Tag (BlockEden). Das mit Abstand liquideste Runes-Token, DOG•GO•TO•THE•MOON, verlor vom Hoch im November 2024 bei rund 730,6 Millionen US-Dollar Marktkapitalisierung bis Januar 2026 etwa 87 Prozent seines Werts und lag zuletzt bei rund 128 Millionen US-Dollar, blieb damit aber weiterhin das mit Abstand meistgehandelte Rune.

BlockEdens Analyse nennt vier Gründe für den Absturz: Spekulationskapital wanderte in neue Trends wie KI-Agenten-Token und Solana-Memecoins ab, Wallet- und DEX-Infrastruktur für Runes blieb im Vergleich zu Ethereum oder Solana unausgereift, es entstanden kaum komplexe Anwendungen jenseits von Prägung und Handel, und Bitcoins bewusst eingeschränkte Skriptsprache verhindert von Haus aus Lending oder Yield-Farming, wie man es aus DeFi kennt. Ein früher Nachfolgeversuch namens Alkanes, der eine programmierbare Schicht auf Runes aufsetzt, hat seit März 2025 nach Angaben von BlockEden immerhin 11,5 BTC an Gasgebühren erzeugt, bleibt aber ein Nischenprojekt.

Für gewöhnliche Bitcoin-Nutzer hatten diese Wellen eine unangenehme Kehrseite: Während der Höhepunkte 2023 und 2024 stiegen die Durchschnittsgebühren für einfache Zahlungen zeitweise auf mehrere Zehn US-Dollar pro Transaktion, was gerade für kleinere Beträge unwirtschaftlich wurde und der Kritik neuen Auftrieb gab, Bitcoin verliere durch Inscriptions seinen ursprünglichen Zweck als Zahlungsnetzwerk aus den Augen, ein Vorwurf, der sich in der heutigen BIP-110-Debatte praktisch unverändert wiederfindet.

Wer verdient mit? Miner, Marktplätze und die Gebühren-Ökonomie

Für Bitcoin-Miner war die Inschriften-Welle mehr als eine Kuriosität. Nach jedem Halving sinkt die Block-Subvention, zuletzt 2024 auf 3,125 BTC, was den Druck auf die Gebühreneinnahmen als Ausgleich erhöht, ein Zusammenhang, den wir in unserem Artikel zu Bitcoin-Mining-Margen 2026 ausführlich einordnen. Ausgerechnet am Halving-Tag 2024 sorgte der Runes-Start für einen der höchsten Gebührentage der Bitcoin-Geschichte und bewies damit, wie stark Inschriften-Aktivität die Minerwirtschaft kurzfristig beeinflussen kann.

Das Problem für Miner: Diese Einnahmen sind hochgradig volatil und lassen sich nicht planen. Während der Ordinals- und Runes-Hochphasen 2023 und 2024 stiegen die durchschnittlichen Transaktionsgebühren zeitweise stark an, was Nutzern gewöhnlicher Zahlungen hohe Kosten bescherte, aber gleichzeitig einen willkommenen Puffer für die im Zuge der weiter wachsenden Hashrate steigenden Betriebskosten der Miner bot. Sobald die Spekulationswelle abflaute, verschwand dieser Puffer wieder, was die zugrunde liegende Herausforderung für Minerbetreiber nur verschärfte: sinkende Subvention, volatile Zusatzerlöse, steigende Energiekosten.

Auch abseits der Miner entstand eine eigene Marktinfrastruktur: Handelsplätze wie Magic Eden erweiterten ihr Angebot um Bitcoin-Inscriptions, spezialisierte Wallets wie Xverse oder Unisat kamen hinzu, und Analyseplattformen wie Ordiscan oder Dune-Dashboards etablierten sich als Standard-Referenz für Inscription-Zahlen. Ein wiederkehrendes Problem dieser frühen Marktphase war die Durchsetzbarkeit von Creator-Royalties: Anders als bei manchen Ethereum-Standards lässt sich eine Beteiligung des ursprünglichen Erstellers am Sekundärmarkt bei Ordinals nicht technisch erzwingen, sondern nur auf Marktplatz-Ebene freiwillig umsetzen, was zu denselben Debatten führte, die zuvor schon die Ethereum-NFT-Szene beschäftigt hatten. Hinzu kommt ein Bitcoin-spezifisches Risiko: Wer nicht aufpasst, kann einen wertvollen, inskribierten Satoshi versehentlich als gewöhnliches Gebühren-Change ausgeben und damit unwiederbringlich verlieren, weshalb sich inzwischen spezialisierte Wallets etabliert haben, die Inscriptions und normale Bitcoin-Guthaben strikt voneinander trennen.

Der Spam-Vorwurf: Wie sich die Bitcoin-Community spaltete

Der Widerstand gegen Ordinals und Runes ist beinahe so alt wie die Projekte selbst. Historisch galt für OP_RETURN-Ausgaben, dem regulären Weg, um kleine Datenmengen in eine Transaktion einzubetten, eine informelle Standardness-Grenze von 80 Bytes. Diese Grenze war nie Teil des Konsensprotokolls, sondern eine Voreinstellung von Bitcoin Core, die Miner freiwillig übernehmen konnten.

Im April 2025 reichte der langjährige Bitcoin-Core-Entwickler Peter Todd einen Pull Request ein, der diese Voreinstellung effektiv aufhob, indem er die Standardgröße von 83 auf 100.000 Bytes anhob. Der Vorschlag wurde im Juni 2025 gemerged und ist seit der im Oktober 2025 veröffentlichten Version Bitcoin Core 30 aktiv. Für Kritiker wie Luke Dashjr war das ein Bruch mit einer stillschweigenden Norm, Inscriptions seien, so seine Position, eine Ausnutzung technischer Lücken statt einer bestimmungsgemäßen Nutzung des Protokolls. Als Reaktion stieg der Marktanteil der alternativen Node-Software Bitcoin Knots, die restriktivere Voreinstellungen beibehält, deutlich an, von niedrigen einstelligen auf zweistellige Prozentwerte unter den erreichbaren Full Nodes.

Wichtig für das Verständnis ist eine Unterscheidung, die in der öffentlichen Debatte oft verloren geht: Die alte 80-Byte-Grenze war nie Teil des Konsensprotokolls, sondern eine sogenannte Mempool-Policy, also eine freiwillige Voreinstellung einzelner Node-Betreiber und Miner. Wer sie umgehen wollte, konnte das schon vor Core 30 tun, etwa über den bereits beschriebenen Envelope-Trick im Script Path. Core 30 änderte also nicht, was technisch möglich war, sondern nur, was als Standard-Voreinstellung empfohlen wird, ein Detail, das die eigentliche Motivation hinter BIP-110 erklärt: Wer Inscriptions auf Konsensebene und nicht nur auf Policy-Ebene einschränken will, kommt an einem Softfork wie BIP-110 nicht vorbei.

Diese Kontroverse ist der unmittelbare Vorläufer von BIP-110. Wer die Core-30-Änderung als Kapitulation vor der Inscription-Wirtschaft ansah, suchte nach einem Weg, die alte Beschränkung auf Konsensebene zu erzwingen, also so, dass sie sich nicht mehr durch eine einzelne Software-Voreinstellung umgehen lässt.

BIP-110: Der Gegenschlag im August 2026

BIP-110, offiziell Reduced Data Temporary Softfork, wurde unter dem Pseudonym Dathon Ohm eingereicht, wobei der ursprüngliche Entwurf Luke Dashjr zugeschrieben wird; die BIP-Nummer wurde im Dezember 2025 vergeben (GitHub). Der Vorschlag würde für rund ein Jahr sieben neue Konsensregeln aktivieren, gezielt gegen die technischen Mechanismen gerichtet, die Ordinals, BRC-20 und Runes erst ermöglichen:

  • Nicht-OP_RETURN-Ausgaben werden auf 34 Bytes begrenzt, OP_RETURN-Ausgaben auf 83 Bytes
  • Datenpushes und Witness-Elemente werden auf 256 Bytes begrenzt
  • Ausgaben mit bislang undefinierten Witness-Versionen werden ungültig
  • Taproot-Annexe im Witness-Stack werden abgelehnt
  • Taproot-Control-Blocks werden auf 257 Bytes begrenzt, rund 128 Script-Blätter
  • OP_SUCCESS-Opcodes sind in Tapscripts verboten
  • OP_IF und OP_NOTIF in Tapscripts machen die Transaktion ungültig

Bereits bestehende UTXOs blieben von sämtlichen Regeln ausgenommen, sodass keine Coins eingefroren würden, ein bewusstes Zugeständnis an Halter, die mit dem eigentlichen Streit nichts zu tun haben. Ungewöhnlich ist dagegen die Aktivierungsschwelle: Statt der bei Bitcoin sonst üblichen 95 Prozent Miner-Zustimmung reichen bei BIP-110 bereits 55 Prozent, ein bewusster Bruch mit der Konvention, den Befürworter mit der Dringlichkeit des Themas begründen und Kritiker als demokratisch fragwürdig bezeichnen.

ParameterWert
AutorDathon Ohm (Pseudonym), Erstentwurf Luke Dashjr zugeschrieben
BIP-Nummer zugewiesenDezember 2025
Aktivierungsschwelle55 Prozent Miner-Signaling (1.109 von 2.016 Blöcken)
Pflicht-Signaling-Fensterab Block 961.632, rund 7. August 2026
Aktivierungsfristrund 1. September 2026
Geltungsdauer bei Aktivierung52.416 Blöcke, etwa ein Jahr
Signaling-Standdeutlich unter 1 Prozent der Hashrate (Stand Juli 2026)

Das verpflichtende Signaling-Fenster beginnt um Block 961.632, voraussichtlich am 7. August 2026 (news.bitcoin.com). Sollte die Schwelle nicht erreicht werden, endet der Versuch ohne Aktivierung. Erzwingt eine Minderheit die Regeln dennoch durch, droht ein Chain Split mit zwei konkurrierenden Chains, inklusive Risiken für Börsen und potenzieller Replay-Angriffe. Pikant: Bitcoin-Entwickler Greg Maxwell äußerte öffentlich den Verdacht, hinter dem Pseudonym Dathon Ohm stecke der von Luke Dashjr betriebene Mining Pool Ocean, was Dathon Ohm zurückwies. Unabhängig davon, wer tatsächlich hinter dem Vorschlag steht: Mit einem Signaling-Anteil von deutlich unter einem Prozent der Hashrate gilt eine natürliche Aktivierung zum jetzigen Zeitpunkt als unwahrscheinlich. Wer die technischen und politischen Details der Aktivierungsmechanik vollständig nachvollziehen will, findet eine ausführliche Einordnung in unserem Artikel Taproot und BIP-110: Bitcoins Streit ums Blockspace.

Saylor, Rodarmor und der Streit ums Wesen von Bitcoin

Der Konflikt um BIP-110 ist längst zu einer Debatte über Bitcoins Identität geworden, in die sich prominente Stimmen einschalteten. Michael Saylor, Gründer von Strategy und größter börsennotierter Bitcoin-Halter, veröffentlichte im Juli 2026 einen Essay mit dem Titel „110 Reasons BIP 110 Is a Bad Idea“ und warnte, der Vorschlag sei letztlich gefährlicher als das Problem, das er lösen soll: „the proposed cure more dangerous than the condition“. Saylors Kernargument lautet, harte, erzwungene Konsensänderungen seien das eigentliche Risiko für Bitcoin, nicht Spam: „110 things more dangerous to Bitcoin than spam“, ergänzt um die Formulierung, Bitcoin brauche „guardians of neutrality“ statt „guardians of purity“ (The Block).

Adam Back, Mitgründer von Blockstream und einer der frühesten Bitcoin-Mitstreiter überhaupt, positionierte sich ebenfalls klar gegen BIP-110. Er warnte wiederholt vor den Folgen eines erzwungenen Forks bei derart niedriger Zustimmungsschwelle, darunter das Risiko eines dauerhaften Chain Splits und ein Vertrauensverlust in Bitcoins permissionless Charakter, sollte eine kleine, gut organisierte Gruppe Konsensregeln gegen die Mehrheit durchsetzen können.

Auf der anderen Seite steht die Position, aus der Ordinals überhaupt erst entstanden sind. Casey Rodarmor selbst beschrieb bei der Consensus-Konferenz 2024 in Austin, warum ihn die fehlende formale Governance von Bitcoin nicht abschreckt, sondern im Gegenteil überzeugt: „What makes people uncomfortable about Bitcoin governance is that there is no formal governance, […] we actually want it to be an anarchic, messy process“ (Crypto Briefing). Für Rodarmor ist genau dieses chaotische, informelle Ringen um Legitimität kein Fehler im System, sondern dessen eigentlicher Kern, eine Sichtweise, die sich im BIP-110-Streit fast eins zu eins wiederholt: Beide Seiten berufen sich auf Bitcoins Prinzipien, kommen aber zu entgegengesetzten Schlüssen.

Zwischen diesen beiden Polen gibt es eine dritte, pragmatischere Position, die in Entwicklerkreisen zunehmend Anklang findet: Bitcoin habe sich seit seiner Entstehung ohnehin laufend verändert, von P2SH über SegWit bis Taproot, und die eigentliche Aufgabe der Community sei es nicht, Wandel grundsätzlich zu verhindern, sondern jede einzelne Änderung sorgfältig und mit breitem Konsens zu prüfen. Genau an diesem letzten Punkt, was als breiter Konsens gilt und was nicht, entzündet sich der Streit um BIP-110 und seine ungewöhnlich niedrige 55-Prozent-Schwelle von Neuem.

Jenseits von Ordinals: Wofür Taproot sonst noch genutzt wird

So dominant die Berichterstattung über Ordinals und Runes auch ist: Taproot wird längst auch für die Zwecke genutzt, für die es ursprünglich gedacht war. MuSig2 (BIP 327) erlaubt es mehreren Signaturen, sich zu einer einzigen, nicht unterscheidbaren Schnorr-Signatur zusammenzufassen. Wallet-Anbieter wie BitGo, Ledger und Nunchuk haben MuSig2 inzwischen produktiv im Einsatz, was Multisig-Transaktionen günstiger und auf der Blockchain nicht mehr von einer gewöhnlichen Einzelzahlung unterscheidbar macht.

Auch im Lightning Network spielt Taproot eine wachsende Rolle, etwa über Taproot Assets zur Ausgabe von Stablecoins und anderen Vermögenswerten auf Lightning-Kanälen. Und die Privatsphäre-Eigenschaften von Taproot, die im Ordinals-Rummel oft untergehen, sind eigentlich einer der stärksten Vorteile des Upgrades: Wer eine Taproot-Adresse über den Key Path ausgibt, hinterlässt on-chain keinen Hinweis darauf, ob dahinter eine einzelne Person, eine 3-von-5-Multisig-Wallet oder ein Lightning-Kanal steckt. Wie genau diese Eigenschaften genutzt werden können, haben wir in unserem Artikel Silent Payments: Wie Taproot Bitcoins Privatsphäre neu erfindet ausführlich behandelt.

Weitere Anwendungen reichen von FROST-basierten Schwellenwert-Signaturen, die anders als MuSig2 auch dann funktionieren, wenn nicht alle Beteiligten gleichzeitig online sind, bis zu Discreet Log Contracts (DLCs), einer Möglichkeit, Derivate und Wetten auf externe Ereignisse direkt über Bitcoin-Transaktionen abzuwickeln, ohne dass eine der Parteien der anderen vertrauen muss. Keine dieser Anwendungen erzeugt annähernd so viel öffentliche Aufmerksamkeit wie Ordinals, macht aber einen erheblichen Teil der tatsächlichen, nachhaltigen Taproot-Nutzung aus.

Steuerliche Behandlung von Ordinals und Runes in Deutschland

Für deutsche Anleger ist entscheidend: Weder Ordinals noch Runes sind eigenständig im Einkommensteuergesetz geregelt. Die Finanzverwaltung wendet stattdessen die allgemeinen Grundsätze für Kryptowerte analog an. Ordinals gelten dabei als andere Wirtschaftsgüter im Sinne des § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 EStG, für die Gewinne aus dem Verkauf innerhalb eines Jahres nach Erwerb (Haltefrist) mit dem persönlichen Einkommensteuersatz von bis zu 45 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag zu versteuern sind, während Gewinne nach Ablauf der Haltefrist steuerfrei bleiben. Die jährliche Freigrenze von 1.000 Euro gilt gemeinsam für alle privaten Veräußerungsgeschäfte, nicht gesondert für Ordinals. Für die Aufsicht über Kryptodienstleister ist auf EU-Ebene MiCA zuständig, national umgesetzt über die BaFin, die allerdings CASPs beaufsichtigt und nicht das zugrunde liegende Protokoll.

Das reine Prägen (Minting) einer Inschrift gilt in der Regel nicht selbst als steuerpflichtiger Vorgang, die dabei anfallenden Netzwerkgebühren zählen stattdessen als Anschaffungsnebenkosten und mindern einen späteren Veräußerungsgewinn. Wer allerdings systematisch Inscriptions erstellt und verkauft, riskiert die Einstufung als Gewerbebetrieb nach § 15 EStG mit entsprechender Gewerbesteuerpflicht. Für die umsatzsteuerliche Seite gilt eine wichtige Unterscheidung: Der Handel mit Bitcoin selbst ist seit dem Hedqvist-Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2015 als Devisenumsatz von der Umsatzsteuer befreit. Ordinals und Runes sind aber gerade keine reinen Zahlungsmittel, sondern einzigartige digitale Sammlerstücke beziehungsweise handelbare Token, für die diese Befreiung nicht automatisch gilt. Die genaue umsatzsteuerliche Einordnung von NFT-artigen Vermögenswerten bleibt auf EU-Ebene bislang ungeklärt.

Für Runes-Token gelten grundsätzlich dieselben ertragsteuerlichen Prinzipien wie für andere Kryptowerte auch: Kauf und Verkauf sind private Veräußerungsgeschäfte mit einjähriger Haltefrist, Swaps zwischen verschiedenen Runes-Token gelten als eigenständige Veräußerung mit neu beginnender Frist. Eine ausführliche Einordnung von Grauzonen bei NFTs und DeFi-Vermögenswerten in Deutschland bietet unser Artikel DeFi- und NFT-Steuern in Deutschland: Die Grauzonen 2026.

Ein vereinfachtes Beispiel: Wer eine Inscription für umgerechnet 50 Euro Netzwerkgebühr prägt und sie acht Monate später für 2.000 Euro verkauft, muss die Differenz von 1.950 Euro abzüglich der 50 Euro Anschaffungsnebenkosten, also 1.900 Euro, mit dem persönlichen Steuersatz versteuern, weil die Jahresfrist noch nicht abgelaufen ist. Wartet dieselbe Person stattdessen 13 Monate, bleibt der gesamte Gewinn steuerfrei, unabhängig von dessen Höhe. Dieser Unterschied macht die genaue Dokumentation von Prägedatum und tatsächlichen Kosten, wie von der Finanzverwaltung im BMF-Schreiben vom 6. März 2025 gefordert, in der Praxis zum wichtigsten Hebel für die eigene Steuerlast.

Ausblick: Covenants, Layer 2 und die nächste Blockspace-Debatte

Unabhängig davon, wie die Signaling-Frist im August 2026 endet, dürfte der Grundkonflikt hinter BIP-110 bestehen bleiben: Wie viel nicht-monetäre Nutzung verträgt Bitcoins Basisschicht, bevor sie zulasten von Dezentralisierung und Node-Betriebskosten geht? Ein Teil der Antwort könnte auf Layer 2 liegen. Projekte wie Citrea, das im Januar 2026 als erstes produktives ZK-Rollup direkt auf Bitcoin live ging (The Block), nutzen BitVM2-Techniken, um komplexe, datenintensive Anwendungen von der Bitcoin-Basisschicht wegzuverlagern, ohne dass dafür ein eigener Softfork nötig wäre.

Auch die Debatte um Covenants wie OP_CTV (BIP 119) oder OP_CAT (BIP 347) ist eng mit dieser Frage verknüpft: Beide Vorschläge würden Bitcoin-Skripten mehr Ausdruckskraft verleihen und damit potenziell neue, heute noch unbekannte Anwendungsfälle ermöglichen, was die Grundsatzfrage, wofür Blockspace da sein soll, nur verschärfen dürfte. Klar ist schon jetzt: Taproot war als Effizienz- und Privatsphäre-Upgrade gedacht und wurde zur Grundlage einer eigenen Wirtschaft, die niemand explizit geplant hatte. Genau diese Eigendynamik, technische Möglichkeiten, die weit über die ursprüngliche Absicht hinauswachsen, dürfte Bitcoin auch nach der BIP-110-Entscheidung im August weiter begleiten. Für Anleger und Entwickler gleichermaßen bleibt die praktische Lehre aus fünf Jahren Taproot dieselbe: Sobald ein Protokoll einmal live ist, entscheiden Nutzer, Miner und Entwickler gemeinsam und oft unvorhersehbar, wofür ein Werkzeug tatsächlich verwendet wird.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Taproot bei Bitcoin einfach erklärt?

Taproot ist ein im November 2021 aktiviertes Bitcoin-Upgrade, das aus drei Verbesserungsvorschlägen (BIP 340, 341 und 342) besteht. Es führt Schnorr-Signaturen ein, ermöglicht komplexere Ausgabebedingungen über eine Baumstruktur namens MAST und macht viele Transaktionen kompakter, günstiger und privater, weil Multisig- und Einzelsignatur-Zahlungen auf der Blockchain gleich aussehen können.

Wie hat Taproot Ordinals und Runes ermöglicht?

Taproot erlaubt es, über den sogenannten Script Path beliebige Daten in einem nie ausgeführten Codeblock einer Transaktion abzulegen, kombiniert mit dem Gewichtsrabatt für Witness-Daten aus SegWit. Casey Rodarmor nutzte diese Kombination 2022 und 2023 für Ordinals, indem er Bilder und Text an einzelne, nach Ordinal Theory nummerierte Satoshis anhängte. Runes baut technisch anders, aber auf demselben Taproot-Fundament auf.

Was ist der Unterschied zwischen Ordinals, BRC-20 und Runes?

Ordinals ist das Basisprotokoll, um beliebige Daten an einzelne Satoshis zu binden. BRC-20, entwickelt vom pseudonymen Domo im März 2023, nutzt dieses Format, um textbasierte, fungible Token zu simulieren, ist dabei aber ineffizient und bläht das UTXO-Set auf. Runes, Rodarmors eigene Antwort vom April 2024, verankert Token-Zustände stattdessen direkt und nativ im UTXO-Modell und gilt als deutlich effizienter.

Was ist BIP-110 und wann tritt es in Kraft?

BIP-110 ist ein Softfork-Vorschlag, der Datenspeicherung auf Bitcoin für rund ein Jahr stark einschränken würde, um Ordinals, BRC-20 und Runes technisch zurückzudrängen. Das verpflichtende Signaling-Fenster beginnt um den 7. August 2026, benötigt aber ungewöhnliche 55 Prozent Miner-Zustimmung. Bei einem Signaling-Anteil von deutlich unter einem Prozent im Sommer 2026 gilt eine natürliche Aktivierung als unwahrscheinlich.

Sind Gewinne aus Ordinals und Runes in Deutschland steuerfrei?

Nur unter Bedingungen: Werden Ordinals oder Runes länger als ein Jahr gehalten, sind Verkaufsgewinne nach § 23 EStG steuerfrei. Innerhalb der Jahresfrist gilt der persönliche Einkommensteuersatz von bis zu 45 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, abzüglich einer gemeinsamen Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr für alle privaten Veräußerungsgeschäfte. Umsatzsteuerlich ist die Lage komplexer, da die für Bitcoin geltende Befreiung als Devisenumsatz nicht automatisch auf NFT-artige Inschriften oder Token übertragbar ist.

Lukas Brenner ist Redakteur bei HOGE Wire und schreibt über Bitcoin-Protokollentwicklung und Marktstruktur.

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