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● Mining & Staking

Hashrate-Erholung 2026: Bitcoin wieder über einem Zettahash

Ein Jahr nach ihrem Rekord ist Bitcoins Hashrate zurück über einem Zettahash, und die Difficulty sprang um 5,92 Prozent. Nach Monaten des Stillstands dreht die Kurve wieder nach oben.

Vor fast genau einem Jahr, am 19. Oktober 2025, erreichte Bitcoins Rechenleistung ihren Höchststand: rund 1.162 Exahash pro Sekunde, ein geglätteter Rekord, der seither nicht mehr fiel. Danach kam etwas, das es in Bitcoins Geschichte so noch nie gegeben hatte, nämlich ein Rückgang der Hashrate, der weder von einem staatlichen Verbot noch von einem Preiscrash erzwungen wurde. Elf Monate lang lautete die Geschichte Stillstand. In dieser Woche hat sie sich gedreht.

Am 16. Oktober sprang die Mining-Difficulty um 5,92 Prozent auf 140,58 Billionen, die drittgrößte Anpassung nach oben im gesamten Jahr 2026. Gleichzeitig kletterte die geschätzte Netzwerk-Hashrate zurück über ein Zettahash pro Sekunde, also über 1.000 Exahash. Das ist keine Randnotiz, sondern das erste Mal seit dem Winter, dass das Thermostat des Netzwerks nicht nach unten, sondern deutlich nach oben zeigt. Dieser Text erklärt, was sich gedreht hat, warum ausgerechnet jetzt, und ob die Kurve zurück auf ihr Hoch findet.

Was in dieser Woche geschah

Die Zahlen zuerst. Die am 16. Oktober 2026 wirksam gewordene Difficulty-Anpassung hob die Schwierigkeit von 132,72 auf 140,58 Billionen, ein Plus von 5,92 Prozent bei Blockhöhe 971.712. Es war der zehnte Anstieg des Jahres und der höchste Stand seit dem 5. März. Die geschätzte Hashrate lag laut news.bitcoin.com bei rund 1.025 Exahash pro Sekunde, nachdem der Wochenwert zuvor noch unter der Marke von einem Zettahash gelegen hatte. Die durchschnittliche Blockzeit war auf etwa acht Minuten und 45 Sekunden gesunken, ein klares Zeichen dafür, dass mehr Maschinen am Netz hängen, als das alte Difficulty-Niveau vorgesehen hatte.

Kurz zur Einordnung der Einheiten, weil die Begriffe leicht durcheinandergehen. Ein Exahash sind eine Trillion Hashes pro Sekunde, ein Zettahash sind tausend Exahash. Die Hashrate misst, wie viele dieser Rateversuche das gesamte Netzwerk pro Sekunde unternimmt, um den nächsten Block zu finden. Weil niemand die Maschinen zentral zählt, ist jede Hashrate-Angabe eine Schätzung aus Difficulty und Blockzeit; Werte verschiedener Anbieter weichen deshalb um zweistellige Prozentsätze voneinander ab. Die folgende Momentaufnahme ist als Korridor zu lesen, nicht als exakter Punkt.

KennzahlWert (Mitte Oktober 2026)Quelle, Hinweis
Bitcoin-Kursrund 72.125 Euro (81.130 US-Dollar)CoinGecko, 17. Oktober
Netzwerk-Hashraterund 1.000 bis 1.040 EH/s (wieder über 1 ZH/s)geglättet, Anbieterspanne
Difficulty140,58 Billionen (+5,92 % am 16. Oktober)news.bitcoin.com
Hashpricerund 37 bis 40 US-Dollar je PH/s und TagHashrate Index, news.bitcoin.com
Hashrate-Allzeithochrund 1.162 EH/s am 19. Oktober 2025geglätteter 7-Tage-Wert
Nächste Anpassung~28. Oktober, Schätzung zweistellig positivnews.bitcoin.com (volatil)

Ein Jahr Stillstand, und warum er anders war

Um die Wende zu verstehen, muss man den Stillstand verstehen, der ihr vorausging. Bitcoins Hashrate wächst seit 2009 fast ununterbrochen; die wenigen Einbrüche davor hatten klare Ursachen. 2018 und 2022 fielen die Preise so tief, dass unrentable Miner abschalten mussten. 2021 verbot China das Mining praktisch über Nacht, und ein Drittel des Netzwerks verschwand binnen Wochen. Jedes Mal war der Rückgang erzwungen, durch einen Crash oder einen Staat.

2026 war anders. Der erste Quartalsrückgang der Hashrate seit sechs Jahren, von CoinDesk Ende März dokumentiert, geschah bei stabilen, zeitweise sogar steigenden Preisen und ohne jedes Verbot. Die Ursache war neu: Miner lenkten dieselben Megawatt, die sonst neue Rigs versorgt hätten, in KI- und Hochleistungsrechnen um. Die Hashrate fiel laut yellow.com am 17. Januar 2026 erstmals seit September 2025 wieder unter ein Zettahash, auf einen geglätteten Wert von 988 Exahash, rund 15 Prozent unter dem Oktober-Hoch. Danach pendelte sie monatelang in diesem Bereich.

Dieser Unterschied ist wichtig, weil er bestimmt, wie schnell sich die Hashrate erholen kann. Ein Verbot zerstört Standorte, ein Crash zwingt Hardware in die Insolvenz. Eine freiwillige Umwidmung von Strom lässt die Maschinen dagegen im Prinzip einsatzbereit stehen. Genau deshalb ging die Erholung dieser Woche so schnell.

Das Thermostat, das rückwärts lief

Bitcoins Difficulty ist ein Thermostat. Alle 2.016 Blöcke, im Schnitt also alle zwei Wochen, passt das Protokoll die Schwierigkeit so an, dass die durchschnittliche Blockzeit wieder bei zehn Minuten landet. Schalten Miner ab, werden Blöcke langsamer gefunden, und die nächste Anpassung senkt die Difficulty. Kommen Miner dazu, werden Blöcke schneller gefunden, und die Difficulty steigt. Das Thermostat misst die Hashrate nicht direkt, sondern reagiert auf ihre Folgen.

2026 lief dieses Thermostat lange nach unten. Von 21 Anpassungen des Jahres waren bis Mitte Oktober elf Senkungen und zehn Anhebungen, in Summe ein leichtes Minus gegenüber dem Januar-Niveau von rund 146 Billionen. Der tiefste Einschnitt kam am 14. Juni mit minus 10,09 Prozent. Jede Senkung war das Protokoll, das eine schrumpfende Teilnehmerzahl bestätigte. Der Sprung vom 16. Oktober ist das Gegenteil: Zum ersten Mal seit Monaten meldet das Thermostat, dass deutlich mehr Rechenleistung am Netz hängt als zuvor.

Nikolaos Panigirtzoglou, Managing Director bei JPMorgan, hat den Mechanismus in seiner abwärtsgerichteten Form präzise beschrieben. Gegenüber tftc.io erklärte er, wenn Bitcoin unter seinen Produktionskosten handle, schalteten teurere Miner ab, die Hashrate falle, und die Difficulty passe sich nach unten an. 2026 drehte sich diese Kette um: Der Preis erholte sich bis Anfang Oktober auf ein Achtmonatshoch, der Hashprice stieg, und die Rigs kamen zurück ans Netz. Panigirtzoglou beziffert die Empfindlichkeit der Difficulty gegenüber dem Preis auf einen Beta-Wert von etwa 0,62, einen nützlichen Richtwert dafür, wie stark das Netzwerk auf Kursbewegungen reagiert.

DatumVeränderungDifficulty danach
27. Juni+7,15 %133,87 Billionen
11. Juli-5,00 %127,17 Billionen
23. August-1,31 %125,81 Billionen
6. September+1,31 %127,45 Billionen
19. September+4,16 %132,76 Billionen
3. Oktober-0,03 %132,72 Billionen
16. Oktober+5,92 %140,58 Billionen

Die leichte und die schwere Hashrate

Warum kam die Hashrate so schnell zurück? Weil es zwei sehr verschiedene Arten gibt, sie zu steigern. Die eine ist leicht, die andere schwer. Die leichte Hashrate besteht aus Maschinen, die bereits existieren und nur stillstanden, weil sie beim damaligen Preis Geld verloren. Steigt der Hashprice, lassen sich solche Rigs innerhalb von Stunden oder Tagen wieder einschalten. Es braucht keine neue Hardware, keinen neuen Stromvertrag, keine neue Halle.

Die schwere Hashrate ist echtes Wachstum, also neue Maschinen an neuen Standorten. Die braucht bestellte ASICs mit oft monatelanger Lieferzeit, freie Megawatt und fertige Infrastruktur. Diese Sorte Hashrate entsteht nicht in Tagen, sondern in Quartalen. Der Sprung dieser Woche ist überwiegend die leichte Variante: Rigs, die den ganzen Sommer am Rand der Rentabilität standen, rechnen sich beim höheren Hashprice wieder. Genau das erklärt, warum die Blockzeit so schnell unter zehn Minuten rutschte und das Thermostat kräftig nachziehen musste.

Die Unterscheidung ist zugleich die Warnung in dieser Geschichte. Die leichte Hashrate ist endlich. Ist das stillgelegte Gerät einmal wieder angeworfen, muss der nächste Wachstumsschub aus der schweren Variante kommen, und die hängt an Lieferketten und freiem Strom, nicht am Tageskurs.

Was den Preis zurückbrachte

Weil die leichte Hashrate am Hashprice hängt, hängt die Erholung am Preis. Und der Preis hat sich im Herbst spürbar bewegt. Anfang Oktober kletterte Bitcoin auf ein Achtmonatshoch nahe 87.000 US-Dollar, getragen von kräftigen Zuflüssen in die US-Spot-ETFs. Der Hashprice, also der Tagesumsatz je Petahash Rechenleistung, stieg auf rund 40 US-Dollar und lag damit etwa 45 Prozent über dem Juni-Tief von 27,70 US-Dollar. Für Maschinen, die bei 30 US-Dollar Hashprice Verlust machten, war das der Schalter zurück in die Gewinnzone.

Der Zusammenhang läuft dabei nur in eine Richtung. Der Preis führt, die Hashrate folgt mit Verzögerung. Miner reagieren erst, wenn sich ein höherer Hashprice als stabil genug erweist, um das Wiederanfahren zu lohnen; umgekehrt treibt mehr Hashrate nicht den Preis. Wer die Difficulty dieser Woche als bullisches Kurssignal liest, verwechselt Ursache und Wirkung. Sie ist die verspätete Quittung für die Rally von Ende September und Anfang Oktober, kein Blick nach vorn. Das zeigt sich schon daran, dass Bitcoin bis zum 17. Oktober wieder auf rund 72.125 Euro oder 81.130 US-Dollar nachgab, während die Difficulty frisch gestiegen war. Mehr zur Mechanik dieses Zyklus steht in unserer Analyse zum Hashprice ein Jahr nach dem Rekord.

Wer die Maschinen wieder anwirft

Interessant ist, wer da eigentlich wieder hochfährt. Die börsennotierten Miner, die in den Quartalsberichten auftauchen, sind nicht mehr die treibende Kraft. Laut dem Q2-Mining-Report von CoinShares sank die tatsächlich realisierte Hashrate der börsennotierten Miner von 368 Exahash im vierten Quartal 2025 auf 344 im ersten und 319 im zweiten Quartal 2026, während das Gesamtnetz bei rund 957 Exahash lag. Das sind nur noch etwa ein Drittel. Die Mehrheit der Hashrate liegt bei privaten, oft offshore oder staatlich betriebenen Akteuren, die in keiner Bilanz auftauchen; wie groß diese verborgene Mehrheit ist, hat HOGE Wire in der Analyse zur verborgenen Hashrate ausgeleuchtet.

Bei den sichtbaren Minern ist die Lage gespalten. Reine Bitcoin-Miner wie American Bitcoin stapeln weiter Coins und fahren Kapazität hoch, wenn der Hashprice stimmt. Hybride dagegen, von Core Scientific über TeraWulf bis IREN, haben Megawatt in langfristige KI-Mietverträge verlagert und bauen ihre Mining-Flotte nicht mehr aus. CoinShares nennt diese Verschiebung strukturell unumkehrbar. Laut einer Branchenschätzung haben die börsennotierten Miner allein im ersten Halbjahr 2026 rund 75 Exahash in KI-Lasten umgewidmet. Die Erholung dieser Woche stammt also zu einem erheblichen Teil von der unsichtbaren Mehrheit, nicht von den Namen an der Börse. Wie unterschiedlich der Markt die beiden Lager bewertet, zeigt der Fall Marathon gegen Riot.

MinerHashrate (Q2 2026)Strategie
Bitdeer~73 EH/s (Eigen-Mining)eigene SealMiner-Chips, Mining-Fokus
MARA~70 EH/s energizedreiner Miner, Stromziel 4,8 GW
Riot~44 EH/s191 MW an KI-Mietvertrag (Anthropic)
CleanSpark~39 EH/sKI-Pivot, neues Mining lohnt kaum
HIVE~35 EH/s (Ziel)Paraguay-Wasserkraft (Yguazu)
American Bitcoin~28 EH/sreiner Akkumulator, baut unter Spot

James Butterfill, Research-Chef bei CoinShares, hat das abgelaufene Jahr für Miner als eine der schwierigsten Phasen der Branchengeschichte bezeichnet und erwartet, dass bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent der Umsätze börsennotierter Miner aus KI und Hochleistungsrechnen statt aus dem Mining stammen; die kumulierten KI- und HPC-Verträge der Branche beziffert er auf über 70 Milliarden US-Dollar. Für die Hashrate bedeutet das eine dauerhafte Konkurrenz um jedes Megawatt, selbst wenn der Bitcoin-Preis steigt.

Effizienz: Wachstum, das man nicht sieht

Es gibt eine dritte Art, Hashrate zu steigern, die in der Debatte um leichte und schwere Kapazität oft untergeht, nämlich Effizienz. Moderne ASICs liefern pro Watt deutlich mehr Rechenleistung als ihre Vorgänger. Wer eine alte Maschine durch eine neue ersetzt, erhöht die Hashrate am selben Standort mit demselben Stromverbrauch. Dieses Wachstum ist unsichtbar, weil es sich nicht in neuen Hallen oder höheren Stromrechnungen zeigt, sondern allein in der Zahl auf dem Chart.

2026 ist das Jahr, in dem die Branche die Marke von zehn Joule pro Terahash unterschritt. Bitmains Antminer S23 Hydro liegt bei rund 9,5 Joule pro Terahash, Bitdeers SealMiner A4 Ultra Hydro bei etwa 9,45, und mit dem S23 XP Hydro, der für November angekündigt ist, zielt Bitmain auf 8,9. Zum Vergleich: Der Antminer S9 von 2016 brauchte 98 Joule pro Terahash. Das ist eine rund zehnfache Effizienzsteigerung in einem Jahrzehnt. Welche Härte hinter diesem Rennen um jedes Joule steckt, zeigt das Duell Bitmain gegen MicroBT.

Gerät (Jahr)HashrateEffizienz (J/TH)
Antminer S9 (2016)13,5 TH/s98
Antminer S19 (2020)95 TH/s34
Antminer S19 XP (2022)140 TH/s21,5
Antminer S21 XP (2024)270 TH/s13,5
Antminer S23 Hydro (2026)~580 TH/s9,5
SealMiner A4 Ultra Hydro (2026)~886 TH/s9,45

Dieser Fortschritt hat 2026 eine wichtige Nebenwirkung. CoinDesk zitierte Analysten von TheMinerMag mit der Einschätzung, dass die neuen Maschinen die Netzwerk-Expansion nicht mehr antreiben, sondern bestehende Flotten ersetzen. Statt zusätzlich ans Netz zu gehen, lösen effiziente Rigs alte ab. Das erklärt, warum die Hashrate trotz immer besserer Hardware ein Jahr lang nicht wuchs: Die Effizienz stieg, aber sie füllte vor allem die Lücken, die abgeschaltete Altgeräte hinterließen.

Der Wettbewerb der KI um dieselben Megawatt

Die eigentliche Grenze der Erholung ist nicht Hardware, sondern Strom, und um den Strom konkurriert inzwischen die künstliche Intelligenz. Ein Rechenzentrum, das GPUs für KI-Training vermietet, erzielt pro Megawatt ein Vielfaches dessen, was Bitcoin-Mining abwirft. Für einen Betreiber mit begrenztem Netzanschluss ist die Rechnung einfach: Dieselben Megawatt bringen als KI-Kapazität mehr Marge. Deshalb wandern sie dorthin, und deshalb bleibt die schwere Hashrate gedeckelt, selbst wenn der Bitcoin-Preis steigt.

John Todaro vom Analysehaus Needham brachte es auf den Punkt, als er feststellte, Investoren bewerteten Bitcoin-Miner inzwischen fast ausschließlich nach ihren KI- und HPC-Chancen; Umsatz und Marge je Megawatt lägen bei KI-Colocation weit höher als beim Mining. Für das Netzwerk heißt das: Jedes neue Megawatt, das ein börsennotierter Miner anschließt, ist ein Megawatt, über dessen Verwendung ein Vorstand zwischen Mining und KI entscheidet, nicht der Bitcoin-Kurs allein. Der Preiskampf um Rechenleistung ist damit auch ein Verteilungskampf um Energie, und er erklärt, warum die Erholung der leichten Hashrate schnell ging, die der schweren aber nicht garantiert ist.

Kommt die Hashrate zurück auf ihr Hoch?

Die Frage, die sich nach dieser Woche aufdrängt, lautet: Reicht der Schwung bis zurück auf das Rekordhoch von 1.162 Exahash? Geglättet liegt das Netz derzeit rund zehn bis zwölf Prozent darunter. Die leichte Hashrate hat den Großteil des Rückwegs bereits geliefert; der Rest hängt an der schweren Variante und damit an Dingen, die sich nicht in zwei Wochen ändern.

CoinShares hatte in seinem Jahresausblick ein Wachstum auf 1,8 Zettahash bis Ende 2026 und zwei Zettahash bis Ende März 2027 skizziert, allerdings ausdrücklich unter der Bedingung, dass sich Bitcoin in Richtung 100.000 US-Dollar erholt. Bei einem Kurs um 80.000 US-Dollar und einer Konkurrenz um Strom, die jede neue Großanlage gegen KI abwägen muss, ist diese Spanne ambitioniert. Der wahrscheinlichere Pfad ist kein neuer Steilflug, sondern ein zäheres Ringen um jeden Punkt zurück Richtung Rekord.

Ein Warnhinweis zur Difficulty selbst. Die nächste Anpassung rund um den 28. Oktober wird aktuell zweistellig positiv geschätzt, in einer ersten Projektion sogar auf über 14 Prozent. Solche Frühschätzungen sind extrem volatil, weil sie den noch jungen Block-Durchschnitt der laufenden Epoche hochrechnen; ein paar schnelle oder langsame Blöcke verschieben sie stark. Niemand sollte eine 14-Prozent-Anpassung als gesetzt behandeln. Verlässlich ist nur die Richtung: Solange der Hashprice hält, zeigt das Thermostat weiter nach oben.

Warum eine steigende Difficulty die Miner drückt

Es klingt paradox, aber genau die Erholung, die das Netzwerk stärker macht, verschlechtert die Lage jedes einzelnen Miners. Der Hashprice misst den Tagesumsatz je Petahash, und er fällt, wenn die Difficulty steigt, weil dieselbe Blockbelohnung auf mehr Rechenleistung verteilt wird. Ein Miner, dessen Anlage im September noch 40 US-Dollar je Petahash einbrachte, verdient nach dem Sprung vom 16. Oktober am selben Gerät weniger, solange der Kurs nicht mitzieht.

Daraus folgt der eingebaute Dämpfer des Systems. Steigt der Preis, kehren Miner zurück, die Difficulty steigt, und die Mehreinnahmen aus dem höheren Preis werden teilweise wieder aufgezehrt. Dieses Gleichgewicht ist der Grund, warum Hashrate selten lange explodiert: Jeder Aufschwung trägt die Bremse schon in sich. Für Anleger, die Miner-Aktien halten, ist die steigende Difficulty deshalb ein zweischneidiges Signal, positiv für die Netzsicherheit, negativ für die Marge je Maschine. Es ist dieselbe Spannung, die den Hashprice-Zyklus der Branche seit Jahren prägt.

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